Stadt Bayreuth

10.12.2009

FSX fährt vorerst nicht mehr über Bayreuth

Aufgrund von Problemen mit der Neigetechnik wird der Zug umgeleitet

Der Franken-Sachsen-Express (FSX) zwischen Nürnberg und Dresden, der bisher alle zwei Stunden in Bayreuth Station machte, wird zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember vorerst nicht mehr in der Wagnerstadt halten. Das gab Uwe Domke, Sprecher der Geschäftsleitung der DB Regio AG, bei einem Pressegespräch im Neuen Rathaus bekannt, zu der Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl auch seine Amtskollegen aus Hof und Münchberg, OB Dr. Harald Fichtner und 1. Bürgermeister Thomas Fein, begrüßen konnte.

Hintergrund dieser Fahrplanänderung auf der Franken-Sachsen-Linie sind die schon seit einiger Zeit bestehenden Probleme mit der Neigetechnik in der Zugbaureihe VT 612. Die dadurch erforderlich gewordene Abschaltung der Neigetechnik führe gerade auf einer so kurvenreichen und eingleisigen Strecke zu massiven Zugverspätungen, so Domke. Aus diesem Grund habe sich die Bahn dazu entschlossen, den Franken-Sachsen-Express vom 13. Dezember an immer über Kirchenlaibach fahren zu lassen. Bisher fuhr der FSX in der einen Stunde über Marktredwitz und in der anderen über Bayreuth, sodass beide Städte von dieser Linie profitierten.

Für Bayreuth bedeutet das konkret: Nach Nürnberg fährt der Regionalexpress einmal die Stunde; wer in Richtung Dresden oder von dort wieder zurück will, muss über Kirchenlaibach fahren. Laut Domke habe die Bahn den Fahrplan dahingehend geändert, dass Zugreisende in Richtung Dresden am Bayreuther Bahnhof in den Zug nach Weiden steigen, in Kirchenlaibach aussteigen und dort sofortigen Anschluss an den FSX haben. Das gleiche gilt natürlich auch für die Richtung Dresden-Bayreuth.

Empörung bei den betroffenen Städten
„Wir wissen, dass wir damit eine Zeitlang zurechtkommen müssen, aber einverstanden sind wir damit nicht“, betonte Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. Seit 2006 habe das Sächsisch-Bayerische Städtenetz mit dem Integrierten Taktfahrplan, der eine reibungslose Anbindung an den Fernverkehr am Knotenpunkt Nürnberg ermöglichte, Erfolgsgeschichte geschrieben. „Wir hatten zweistellige Wachstumsraten an Fahrgästen auf dem Franken-Sachsen-Express, und jetzt ist alles dahin – nur, weil die Fahrzeughersteller in Deutschland nicht in der Lage sind, Neigetechnik zu produzieren, die auch funktioniert“, zeigte sich Dr. Hohl entsetzt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Harald Fichtner und Thomas Fein, deren Städte Hof und Münchberg ebenfalls betroffen sind, setzt sich Dr. Hohl für eine dreistufige Strategie ein: „Wir verlangen, dass die VT 612-Baureihe so schnell wie möglich repariert wird, dass sich die Bahn intensiv um adäquate Nachfolger kümmert, die mit der kurvenreichen Strecke in unserer Region klar kommen, und wir fordern eine kurzfristige Wiedereinführung von Zügen der Baureihe VT 605, mit denen der Franken-Sachsen-Express gestartet ist und die dann wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit von der Bahn nicht mehr auf dieser Strecke eingesetzt wurden“, so der Bayreuther OB.

Die aktuellen Fahrpläne, Verspätungen, Umleitungen etc. finden Bahnreisende im Internet unter www.bahn.de. Domke empfiehlt vor allem Reisenden, die über Weihnachten mit dem Zug verreisen möchten, zeitnah zum geplanten Reisetag einen Blick ins Internet zu werfen.