Stadt Bayreuth

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11.06.2007

Fundgrube städtischer Umweltpolitik

Er ist 140 Seiten stark, eng bedruckt und behandelt so ziemlich alle Aspekte, die auf der Agenda städtischer Umweltpolitik stehen. Die Rede ist vom alljährlich aufgelegten Umweltschutzbericht der Stadt Bayreuth. Dem Umweltausschuss des Stadtrats wurde jetzt die inzwischen 20. Fortschreibung der städtischen Leistungsbilanz für das Jahr 2006 vorgelegt.

„Bayreuth ist eine Stadt mit hoher Lebens- und Wohnqualität, was wir nicht zuletzt einer in vielen Bereichen noch intakten, naturbelassenen  Umweltsituation zu verdanken haben. Dennoch leben wir nicht auf einer Insel der Seligen“, so die Einschätzung von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. Die Verbesserung der Umweltbedingungen in der Stadt sei als Daueraufgabe zu begreifen. In der Öffentlichkeit besonders kritisch diskutierte Themen wie der auch in Oberfranken immer spürbarer werdende allgemeine Klimawandel, die Feinstaubbelastung oder der Ausbau des Mobilfunknetzes verdeutlichten, dass das Thema einer umweltverträglichen Stadtpolitik trotz vieler Fortschritte der vergangenen Jahre nichts an Aktualität verloren habe.

Der Umweltschutzbericht 2006 listet die ganze Fülle städtischer Aktivitäten in Sachen Umwelt- und Naturschutz auf – von der Abfallwirtschaft über den Gewässerschutz, Luftreinhaltung und ökologischen Wohnungsbau bis hin zu Energiesparmaßnahmen an städtischen Gebäuden und Anlagen. Die Bilanz zeigt alljährlich aufs Neue, dass sich eine an ökologischen Zielen ausgerichtete Stadtentwicklung immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss.

So zum Beispiel beim Thema Klimawandel. Ihm widmet der Bericht ein eigenes Kapitel mit wichtigen Informationen zur Verbesserung des innerstädtischen Mikroklimas durch Schutz und Ausbau des Baumbestandes. So werden vom Stadtgartenamt derzeit rund 20.000 Stadtbäume betreut. Im Verhältnis vergleichbarer Städte mit rund 75.000 Einwohner ist dies doppelt soviel als der bundesdeutsche Durchschnitt. Fast die Hälfte des Bayreuther Baumbestandes gilt nach wissenschaftlichen Erhebungen als besonders geeignet, die Stadtluft zu verbessern.

Neu aufgenommen in den Umweltschutzbericht 2006 wurde erstmals ein Kapitel zu den umfangreichen Aktivitäten der städtischen Gewog (Wohnungsbau- und Wohnungsfürsorgegesellschaft) im Bereich des Umweltschutzes. Maßnahmen zur Energieeinsparung etwa durch eine optimierte Wärmedämmung oder die Erneuerung veralteter Heizanlagen spielen hierbei ebenso eine wichtige Rolle wie der Einsatz regenerativer Energien. So hat die Gewog im vergangenen Jahr zwei Photovoltaikanlagen gebaut und in Betrieb genommen, mehrere Wohnanlagen mit Pelletheizungen ausgestattet und ihre Wohnblocks in der Seestraße 13 mit einer Solaranlage zur Aufbereitung des Brauchwassers ausgestattet. Auf dem Gelände einer ehemaligen chemischen Reinigung in der Dammallee wurde zudem eine über viele Jahre entstandene massive Boden-, Bodenluft- und Grundwasserbelastung mit sogenannten leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) beseitigt.

Weitere Themen von öffentlichem Interesse, auf die der Umweltbericht ausführlich eingeht: Die weitgehende Fertigstellung des Luftreinhalteplans für Bayreuth und der Ausbau des Mobilfunknetzes, zu dessen Optimierung ein „Runder Tisch Mobilfunk“ unter Einbeziehung der Mobilfunknetzbetreiber und der Bürgerinitiativen eingerichtet wurde.

Der Umweltschutzbericht der Stadt kann direkt über das Umweltamt im Neuen Rathaus, Luitpoldplatz 13, bezogen werden. Er wird in Kürze auch im Internet auf den Seiten von bayreuth.de (Rubrik „Umwelt & Energie“) zum Download zur Verfügung stehen.