Stadt Bayreuth

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02.11.2009

Gábor Farkas gewinnt Liszt-Klavierwettbewerb

Das beste Finale seit Gründung des Wettbewerbs – Preisträgerkonzert am 3. November in der Stadthalle

Franz Liszt-KlavierwettbewerbDer 28jährige ungarische Pianist Gábor Farkas hat den 6. Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerb Weimar – Bayreuth gewonnen. Nach 1994 und 2006 vergab die Jury zum dritten Mal den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis.

Im Anschluss an das Finalkonzert in der Weimarhalle am gestrigen Abend wurden vom Juryvorsitzenden und Rektor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, Professor Rolf-Dieter Arens, auch die weiteren Preisträger bekannt gegeben: Den 2. Preis in Höhe von 6.000 Euro – gestiftet von der Oberfrankenstiftung Bayreuth – erspielte sich der 21jährige Ukrainer Oleksandr Poliykov. Der mit 4.000 Euro dotierte 3. Preis – gestiftet von der Neuen Liszt Stiftung Weimar – ging an die erst 15jährige Chinesin Lin Zi Pan.

Finalkonzert wird in der Stadthalle wiederholt

Der Verkündung vorgegangen war ein spannender Konzertabend, bei dem die drei Finalisten gemeinsam mit der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Martin Hoff die Klavierkonzerte in Es-Dur (Poliykov, Zi Pan) und A-Dur (Farkas) interpretierten. Von den 57 nach Bayreuth gereisten Erstrundenteilnehmern aus 19 Ländern konnten die drei Preisträger die 10-köpfige, international besetzte Jury in der 2. und 3. Wertungsrunde an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar sowie im Finalkonzert am meisten für sich einnehmen. „Das beste Finale seit Gründung des Wettbewerbs“ sei dies gewesen, konstatierte der Juryvorsitzende Professor Arens vor rund 700 Gästen in der Weimarhalle.

Das Finalkonzert wird als Preisträgerkonzert (ohne Orchester) am 3. November, um 19:30 Uhr, in der Stadthalle Bayreuth wiederholt.

Sonderpreise

Neben den Hauptpreisen vergab die Jury auch eine Reihe von Sonderpreisen: Den Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro für die beste Interpretation eines Werks von Franz Liszt, gestiftet von der Deutschen Liszt-Gesellschaft, gewann Oleksandr Poliykov. Ebenfalls an Poliykov ging der Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Franz Schubert – ein Konzertabend in Duisburg mit einer Konzertgage von 1.000 Euro, gestiftet von der Deutschen Schubert-Gesellschaft e.V.   Wettbewerbssieger Gábor Farkas erhielt den Sonderpreis für die beste Interpretation der Klaviersonate von Joseph Haydn: Ein Klavierabend im Steingraeber Rokokosaal während der Bayreuther Festspiele mit einer Konzertgage von 1.000 Euro, gestiftet von der Pianofortefabrik Steingraeber & Söhne. Außerdem gewann Gábor Farkas den Publikumspreis in Höhe von 1.000 Euro, gestiftet vom Klavierhaus Michael Fiech. Ein Stipendium für den begabtesten osteuropäischen Teilnehmer für ein Semester an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, gestiftet von Dr. Rainer Braunschweig (München), ging an den Russen Ilya Kondratiev.

Gábor Farkas

1981 in Ungarn geboren, erhielt Gábor Farkas zunächst Unterricht am Béla-Bartók-Konservatorium in Miskolc. In den Jahren 1999 bis 2006 studierte er an der Musikakademie Franz Liszt in Budapest. Beim National Piano Competition in Békés-Tarhos/Ungarn, dem Béla Bartók Piano Competition in Österreich und dem National Hungarian Radio Piano Competition in Budapest gewann er Erste Preise. Der 28-jährige konzertierte bereits in der Moskauer Rachmaninov Hall und im Konzerthaus Berlin sowie auf renommierten Bühnen in Calgary, Paris, Helsinki, Tokyo, Bratislava, Budapest und Wien. Gábor Farkas gastierte unter anderem beim International Piano Forum Berlin, beim Dorset Music Festival in Großbritannien sowie dem Musicathlon Festival in Peking und arbeitete mit den Dirigenten Adam Fischer, Zoltán Kocsis und András Ligeti zusammen.

Im Laufe seiner 13jährigen Bühnenerfahrung konzertierte der 1988 in Kiew (Ukraine) geborene Oleksandr Poliykov bereits als Solist mit dem National Symphony Orchestra of Ukraine, dem Kiev Philharmonic Orchestra und dem Cherigov Philharmonic Orchestra. Er trat unter anderem in Polen, in der Slowakei, in Russland, Deutschland, Österreich, Italien und den USA auf. 2008 war er zu Gast beim Music Festival Perugia in Italien. Er erspielte sich einen 3. Preis beim New England International Chamber Music Competition (2008) sowie einen 1. Preis beim Steinway Society Competition of Massachusetts (2008). Von 2005 bis 2009 studierte Oleksandr Poliykov an der Nationalen Tschaikowsky Musikakademie in Kiew bei Prof. Boris Arkhimovich und Prof. Tatiana Roschina, seit 2007 ist er zudem Student bei Prof. Michael Lewin am Boston Conservatory in Massachusetts.

Die erst 15jährige Lin Zi Pan ist die jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs. 1994 in Wuhan City (China) geboren, erhielt sie als 5jährige den ersten Klavierunterricht. Bereits vier Jahre später wechselte sie in die Klasse von Prof. Dan Zhaoyi am Sichuan Conservatory of Music. Als Mitglied der Shenzhen Young Genius Pianists Group unternahm sie Konzertreisen durch 15 chinesische Städte sowie 2005 auch nach Kanada und in die USA. Seit dem Jahr 2006 gibt Lin Zi Pan regelmäßig Solo- und Kammermusik-Konzerte. Auf Einladung der European Piano Teachers Association konzertierte sie 2007 in Portugal, 2008 in Polen und Serbien. Sie spielte dort unter anderem das Grieg-Klavierkonzert als Solistin des Belgrader Philharmonischen Orchesters. Bei Wettbewerben erspielte sie sich bereits eine Vielzahl von Preisen, darunter den 1. Preis beim Toyama Asian Youth Music Competition 2009.

Nähere Informationen zum Wettbewerb gibt es im Internet unter www.hfm-weimar.de/liszt