Stadt Bayreuth

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19.01.2010

Gedenkstein-Turm an neuem Platz

Der Gedenkstein-Turm, der an die während der NS-Gewaltherrschaft aus Bayreuth deportierten und ermordeten Juden erinnert, hat einen neuen Platz gefunden. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl enthüllte das Mahnmal jetzt im Foyer des Neuen Rathauses.

OB Dr. Hohl, Stadträtin Steininger, Hanneliese Wandersmann und Felix Gothart, 1. Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde (von rechts), enthüllten den Gedenkstein-Turm.

Auf Anregung von Stadträtin Sabine Steininger und der Leiterin des Historischen Museums, Dr. Sylvia Habermann, wurde der 2001 entstandene Gedenkstein-Turm, der bisher im Historischen Museum am Kirchplatz ausgestellt war, in das Rathaus versetzt. „Der Gedenkstein-Turm ist als Mahnmal konzipiert, er ist kein historisches Dokument und kein Museumsobjekt. Er gehört deshalb nicht zwischen die Exponate eines Museums, sondern an einen Platz, der repräsentativ für die Bürgerschaft und das öffentliche Leben ist, also ins Rathaus“, so der Oberbürgermeister.

An der Enthüllung des Mahnmals im Rathaus nahmen auch das einzige, noch lebende Bayreuther Deportationsopfer, Hanneliese Wandersmann, sowie der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth, Felix Gothart, teil.

Der Gedenkstein-Turm wurde bereits 2001 auf Initiative der Geschichtswerkstatt von Schülern der Bayreuther Gymnasien und der städtischen Wirtschaftsschule sowie von Angehörigen der Bundeswehr realisiert. An jene Bayreuther Juden, die in die Vernichtungslager abtransport wurden, wird jeweils mit einem Stein, der ihren Namen trägt, und mit einem Gedenkblatt erinnert. Außerdem weisen zwei Tafeln die Lebensdaten der insgesamt 142 Opfer aus. Bei der ersten Präsentation des Mahnmals im November 2001 legten alle an dem Projekt Beteiligten ihre Steine in den Turm, der dann verschlossen wurde.

Diese eindrucksvolle Art einer Gedächtnisaktion für ermordete Juden entwickelte 1989 ein Künstler aus Kassel. Die kleinen Steine erinnern an die Steine, die – anstatt Blumen – nach jüdischem Brauch von Besuchern auf Gräber gelegt werden. Der Gitterkäfig des Turms ruft die Assoziation an die Gitterzäune von Lagern und Gefängnissen hervor.