Stadt Bayreuth

21.04.2010

Gesundheit als Zukunftsperspektive

1. Forum Gesundheitswirtschaft mit Minister Markus Söder und Landtagspräsidentin Barbara Stamm in Bayreuth

Der Gesundheitssektor ist Bayerns Zukunftsbranche schlechthin. Diese Auffassung vertrat Markus Söder, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, beim 1. Forum Gesundheitswirtschaft Bayern, das die Forschungsstelle für Sozialrecht und Gesundheitsökonomie der Universität Bayreuth im Tagungszentrum des Studentenwerks Oberfranken veranstaltete. Söder plädierte dabei für Selbstbewusstsein: Der Gesundheitsmarkt sei keinesfalls nur Kostenverursacher. „Wir bringen dem Land viel und wir sind ein Jobmotor.“

Die alternde Gesellschaft werde künftig in steigendem Maß Versorgungsleistungen nachfragen, so Söder weiter. Er sehe in einem wachsenden  Gesundheitssektor eine „Strukturchance auch für ländliche Regionen“, die Bayerns Weg vom Agrar- zum Industrie- und High-Tech-Standort zu einem „Lebensland“ ebnen könne. „Dazu müssen wir unsere Potenziale besser vernetzen und stärker herausstellen“, erklärte der Minister.

Sehen im Gesundheitssektor Zukunftsperspektiven für Bayern: Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Professor Peter Oberender; Foto: Uni Bayreuth

Vernetzung hat für Söder viele Facetten: Nicht nur die Gesundheitsanbieter innerhalb einer Region sollten künftig gemeinsam auftreten. Auch Bayerns Gesundheitsregionen könnten „im Konzert lauter spielen“. Vernetzung habe zudem eine ökonomische und eine politische Dimension. In einer noch engeren Verbindung von Gesundheitseinrichtungen und dem Tourismusgewerbe sei ebenso zielführend wie ein intensiveres Vermarkten des Gesundheitsstandortes Bayern und das Zusammenspiel von Gesundheitspolitik etwa mit der Wirtschaftspolitik und der Regionalförderung. Söder konkret: Warum sollten nicht auch medizinische Fragen Kriterien bei der Vergabe von Mitteln aus der Städtebauförder-ung oder der Dorferneuerung sein, wenn sich damit etwa die ärztliche Versorgung auf dem Land verbessern lasse?

Auch wenn die Ressourcen begrenzt sind: Am medizinischen Fortschritt müssten auch in Zukunft alle Menschen teilhaben können, forderte die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm. „Das wird eine große Herausforderung“ und es wird nicht die einzige bleiben: Es dürfe nicht geschehen, dass der Forschung und Fortschritt in der Medizin nach vorne gebracht werde und doch zugleich die Zeit für Zuwendung fehle. „Ebenso wie die Forschung verdient die Menschlichkeit ein deutliches Ja“, so die Politikerin.

Die Landtagspräsidentin warnte zudem davor, der Abwanderung junger und hochqualifizierter Kräfte insbesondere aus der medizinischen Forschung zuzusehen. „Das ist ein Alarmsignal“, so Barbara Stamm wörtlich. „Wir müssen passende Rahmenbedingungen für die Forschung anbieten.“

Sektor mit Wachstumspotential

Der Gesundheitssektor gehöre zu den wenigen Branchen, die noch Wachstumspotential aufzuweisen hätten, erklärte auch Professor Dr. Dr. h. c Peter Oberender, Mit-initator der Forschungsstelle für Sozialrecht und Gesundheitsökonomie der Universität Bayreuth. Es gelte, den Mittelstand zu unterstützen und Rahmenbedingungen auch für eine stärkere Vernetzung der lokalen und regionalen Anbieter zu schaffen. „Gesundheitsversorgung ist zuvorderst ein lokales Geschäft“, so Oberender. Sollten es Anbieter vor Ort schaffen, gemeinsame Gesundheitspakete zu schnüren, „glaube ich daran, dass sie gute Zukunftsaussichten haben“.

<p>(Quelle: Universität Bayreuth)