Stadt Bayreuth

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07.10.2008

Grünes Licht für islamischen Religionsunterricht

An vier Bayreuther Volksschulen kann jetzt islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache gelehrt werden

Mit Beginn des neuen Schuljahres kann erstmals an vier Bayreuther Volksschulen islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache angeboten werden. Damit geht Bayreuth in der Integrationspolitik neue Wege.

Wie Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl mitteilt, wurde der Modellversuch, der sich am Vorbild der Stadt Erlangen orientiert, jetzt vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus auf die Albert-Schweitzer-Schule, die Graserschule, die Grundschule St. Georgen und die Luitpoldschule ausgeweitet. “Mit der entsprechenden Anstellung einer staatlichen Lehrkraft und einem verbindlichen Lehrplan sind die Voraussetzungen zur besseren Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher nunmehr geschaffen”, so das Stadtoberhaupt.

Verständnis und Toleranz schaffen

Kinder aus muslimischen Familien werden normalerweise vom üblichen Religionsunterricht und somit auch – zumindest während dieser Schulstunden – aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen. Mit dem neuen Angebot eines islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache wird es eine solche Ausgrenzung nicht mehr geben. Klassenkameraden können sich untereinander über religiöse Themen unterhalten und austauschen können. „Das schafft gegenseitiges Verständnis und Toleranz“, so der Oberbürgermeister.

Bereits seit eineinhalb Jahren hat sich das Bayreuther Rathaus bemüht, islamische Eltern für diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe zu gewinnen. OB Dr. Hohl hatte zuvor die Bildung eines Elternvereins als Interessensvertretung angeregt. Unter rechtlicher Begleitung von Sozial- und Schulreferent Carsten Hillgruber entstand die “Islamische Religionsgemeinschaft Bayreuth IRBT”, deren Vorsitzende, Rechtsanwältin Gülcin Sahin, den Stein weiter ins Rollen brachte und die notwendigen Anträge beim Kultusministerium einbrachte.

Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres kam über die Regierung von Oberfranken die Genehmigung zur Ausweitung des Modellversuchs “Islamunterricht” nach Bayreuth. Unter der fachlichen Schulaufsicht des Staatlichen Schulamtes kann zunächst in den Volksschulen neben den beiden christlichen Konfessionen auch islamischer Religionsunterricht als reguläres Unterrichtsfach erteilt werden. Für die Ausweitung auch auf andere Schularten wird sich der Elternverein weiterhin einsetzen und steht allen interessierten islamischen Männern und Frauen aus unterschiedlichen Nationen offen (Kontakt: Rechtsanwältin Gülcin Sahin, Telefon 09 21/150 94 27).