Stadt Bayreuth

IM FOKUS

25.01.2016

Ausstellung: Guido Reni trifft Andy Warhol

Kunstmuseum Bayreuth zeigt bis 31. Januar Werke aus der Sammlung Francesco Martani

Barock und Moderne im alten Barockrathaus – wieder einmal wirft das Kunstmuseum Bayreuth einen Blick zurück in die Kunstgeschichte. Noch bis zum 31. Januar zeigt es Werke aus der Privatsammlung Francesco Martani.

Die Sammlung des Mediziners, Mäzens und Malers aus Mantua zeichnet eine außergewöhnliche Qualität und Individualität aus. Sie reicht von Meistern des italienischen, französischen und niederländischen Barock, wie Anibale Carracci, Guido Reni, Il Guercino, Bernardo Strozzi, Anthonis van Dyck bis zu herausragenden Vertretern der europäischen und amerikanischen Moderne, angefangen mit dem italienischen Futurismus (Depero, Balla, Carrà) über die Meister der Abstraktion und Konkretion (Klee, Mondrian, Malewitsch, Dorazio), der Pittura Metafisica (De Chirico, Magritte, Morandi) und das Informel (Appel, Jorn) bis zur amerikanischen Non-Relational Art (de Kooning, Noland) und Pop Art (Warhol).

warhol klein

Andy Warhol, Portrait der Baronin Sylvia de Waldner (1971, Ausschnitt). Foto: Kunstmuseum Bayreuth. 

Eingebettet in einen eindrucksvollen Skulpturengarten ist die Sammlung Francesco Martani im Museum Ca’ la Ghironda bei Bologna beherbergt. Erstmals ist sie nun an nur zwei Stationen in Deutschland – in Paderborn und Bayreuth – zu sehen.

Ein breiter Fächer von Portraits, Heiligenbildern, Landschaften und Still-Leben breitet sich in der Kunst des Barock aus. Heldengeschichten wechseln sich ab mit Bildern einer angehaltenen Zeit, perspektivische Weite mit emotionaler Nähe. Die Moderne ist eine überaus vielgestaltige Kunstrichtung sich widersprechender Avantgarden, von der wir trotz zahlreicher Post-Modernen nicht sagen können, ob sie ihr Ende bereits gefunden hat. In der Ausstellung wird deutlich, dass die Wurzeln der Moderne bis weit in die Kunst des Barock zurückreichen und dass das Barock oft sehr modern wirkt.

Trotz aller kulturgeschichtlich geprägten Unterschiede in der Darstellungsform eint die Kunst die Vorstellung, dass jenseits der Dingwelt ein Geheimnis zu finden sei. Künstler aller Zeiten haben versucht, dieses einzufangen und versuchen es bis heute. Die Werke dieser Ausstellung von Carraci oder Mondrian, von Francia oder Magritte, von Reni oder Warhol sind hierfür sprechende Beispiele.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen.

www.kunstmuseum-bayreuth.de