Stadt Bayreuth

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24.11.2008

Gutachter empfiehlt Eventarena

Hans-Walter-Wild-Stadion könnte moderner Veranstaltungsort für Fußball- und Kulturevents werden

Die Sportkommission des Stadtrats hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung des Hans-Walter-Wild-Stadions befasst. Wie Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl mitteilt, empfiehlt der Gutachter Dr. Claus Binz vom Institut für Sportstättenberatung (ISF) einen Ausbau des Bayreuther Stadions zu einem Eventareal, das sowohl als reine Fußballarena wie auch als Standort für Open-air-Konzerte und sonstige Kulturveranstaltungen genutzt werden kann. Die bisherige Kombination aus Fußball- und Leichtathletikstadion hält der Gutachter nicht für zukunftsfähig.

Durch die unmittelbare Nähe zur Oberfrankenhalle hat sich der Sportpark nach Einschätzung des Gutachters als Veranstaltungsstandort gut etabliert. Ohne Umbau werde es aber schwierig werden, das Stadion weiterhin als Arena für Sport- und Kulturevents zu vermarkten. Als ungünstig stuft das Gutachten zum einen die durch die vorhandene Leichtathletikbahn gegebene räumliche Situation ein, zum anderen verfüge die bestehende Haupttribüne über zu wenig Platz. Auch die vorhandenen Stadionräume entsprechen nicht mehr einer modernen und zweckmäßigen Veranstaltungsstätte. Für kulturelle Großveranstaltungen müssten Veranstalter daher einen großen Aufwand für die notwendige temporäre Infrastruktur betreiben. “Auch das Fehlen eines funktionalen Backstagebereiches und die große Konkurrenz durch neue Stadien sieht der Gutachter kritisch”, so OB Dr. Hohl.

Die Machbarkeitsstudie empfiehlt der Stadt daher den Ausbau zu einer modernen Veranstaltungsstätte für Sport und Entertainment. Das Konzept skizziert ein Stadion, das durch vier Tribünen direkt am Spielfeld eingegrenzt wird, die witterungsgeschützte Besucherplätze bieten. Dazu soll in und auf den Tribünen ein Raumprogramm umgesetzt werden, das einen möglichst hohen Komfort und gruppenspezifische Angebote für die Besucher bietet.

Ein so ausgebautes Stadion sollte künftig als Sportstätte ausschließlich für Fußball genutzt werden, sowohl für den Spielbetrieb der SpVgg Bayreuth als auch für Damen- und Jugendländerspiele des DFB, für Vorbereitungsspiele der Bundesligamannschaften und für Aktionen des DFB-Jugendleistungszentrums.

Durch die Richard-Wagner Festspiele und das im vergangenen Festspielsommer erstmals angebotene Public Viewing, das ebenfalls im umgebauten Hans-Walter-Wild-Stadion stattfinden könnte, sieht der Gutachter ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal für diesen Standort, das entsprechend vermarktet werden könnte. Das der Sportkommission jetzt vorgestellte Konzept sieht für derartige Nutzungen vor, die Nordwest-Tribüne mit Teleskopsitzen auszustatten. Diese können je nach Bedarf und Veranstaltungsart nach hinten zusammengeschoben werden. Dadurch entsteht kurzfristig eine große feste Bühne. Die Deckenkonstruktion dieser Tribüne ist für Lasten (Beschallung, Licht, Veranstaltungstechnik) bis zu 40 Tonnen ausgelegt. Damit würden für Veranstalter ohne Mehrkosten und zeitaufwendige Umbauten optimale Bedingungen auf einer fest installierten Bühne entstehen. Um von den anderen Stadion-Tribünen einen direkten Blick dorthin zu erhalten, sieht das Konzept den Einbau von drehbaren Sitzen vor.

In der neu zu errichtenden Haupttribüne im Südwesten empfiehlt der Gutachter neben Sitzplätzen und Logen den Bau moderner Funktionsräume für Sportler, Künstler und Presse. Dieser Bereich ist so geplant, dass er unter anderem auch als Veranstaltungsraum für kleinere Konzerte genutzt werden könnte. Eine klare Absage erteilt der Gutachter einem Stadionausbau zur weiteren Nutzung als Leichtathletikarena. Hierfür bestünden in Bayreuth ausreichend alternative Möglichkeiten.

Oberbürgermeister Dr. Michael sieht in dem Konzept einen wichtigen Impuls für den Bayreuther Fußball, aber auch für den Eventstandort Bayreuth. Das Gutachten geht jetzt zur weiteren Meinungsbildung in die Fraktionen, bevor sich dann die städtischen Gremien weiter mit der Thematik befassen werden.

Mit dem in Bad Münstereifel ansässigen Institut für Sportstättenberatung (ISF) hat die Stadt Bayreuth ein anerkanntes Fachbüro eingeschaltet. ISF-Geschäftsführer Dr. Claus Binz, früher Leichtathletik-Bundestrainer, war an der Konzeptionierung zahlreicher bundesdeutscher Stadien beispielsweise in Frankfurt, Rostock oder St. Pauli beteiligt.