Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

28.12.2010

Gute Aussichten für die Kleinsten

2010 sind in Bayreuth 60 neue Krippenplätze entstanden – Stadt ist auf gutem Wege zu einem bedarfsgerechten Angebot

Einweihung der neuen Kinderkrippengruppe im Kindergarten Aichig-Grunau.Die “großen Kleinen” sind gut versorgt. Demnächst soll es auch für die “kleinen Kleinen” keine Warteliste mehr geben. Soll heißen: Die Stadt Bayreuth optimiert die Versorgung mit Krippenplätzen (für unter Dreijährige), nachdem Kindergartenkinder (Alter drei bis sechs Jahre) schon bestens versorgt sind und in jedem Fall aufgenommen werden.

Es gibt in Bayreuth vier neue Projekte, die in letzter Zeit zu sechs bereits bestehenden – wie etwa in der Weiherstraße im Industriegebiet West – hinzukamen. Nach Umbauarbeiten oder Umwandlungen verfügen die Einrichtungen in der Hagenstraße, in Aichig-Grunau, an der Universität und in St. Nikolaus nun über Kindergärten mit Krippengruppen.

Der Plan: Zu den bereits bestehenden 340 Plätzen weitere acht Gruppen mit je zwölf Plätzen, insgesamt also 96, zu schaffen, sodass die Warteliste bei Krippenplätzen abgebaut werden kann. Konkret für das kommende Jahr geplant sind Kinderkrippen in der Damallee und in Oberpreuschwitz. Vor allem beim Bund sind finanzielle Mittel für den Ausbau da und werden auch genutzt. 60 bis 80 Prozent der Kosten für den Krippen(aus)bau werden staatlich refinanziert.

Die Nachfrage ist groß

Matthias Grätz, der zuständige Sachbearbeiter vom Stadtjugendamt, sagt: “Die Nachfrage ist sehr groß. Beim geplanten Ausbau der Krippenplätze kommt es aber auch darauf an, die richtige Balance zu finden und nicht übers Ziel hinauszuschießen.”

“Bayreuth ist eine familienfreundliche Stadt. Ein Beweis hierfür ist das städtische Engagement, mehr Plätze für die Jüngsten zur Verfügung zu stellen. Ich freue mich, dass wir hier Schritt für Schritt weiter kommen”, hatte Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl jüngst gesagt, als im Kindergarten St. Georgen zwölf Krippenplätze hinzukamen. Als ideal wird in der Bayreuther Jugendhilfeplanung bezeichnet, neue Krippenplätze bestehenden Kindergärten anzugliedern. Beispielsweise entfällt dann für die Kinder ein Wechseln der Einrichtung beim Erreichen der nächsten Alterstufe.

Rechtsanspruch

Vom Jahr 2013 an besteht für Eltern in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Das Krippenförderungs- und Tagesbetreuungsgesetz verpflichtet die Kommunen, ab 2013 “ein bedarfsgerechtes Angebot für alle Altersgruppen vorzuhalten”, wie es heißt. Nun werden sicher nicht 100 Prozent der in Frage kommenden Jungen und Mädchen von ihren Eltern in die Krippe gegeben, doch für mehr als Drittel von ihnen (bis zu 35 Prozent) sollen in unserer Stadt in drei Jahren Plätze bereitstehen. In Bayern wird von einem durchschnittlichen Bedarf von 31 Prozent ausgegangen, in Großstädten wie München oder Nürnberg liegt die Marke bei 40 Prozent und mehr. In Bayreuth ist derzeit bereits eine Quote von 27 Prozent erreicht, die den Anteil von Krippenkindern in ganz Bayern (13,2 Prozent im Jahr 2009) weit übertrifft.

Der Trend: Verstärkt kehren junge Mütter nicht erst nach drei Jahren Erziehungsurlaub in ihren Beruf zurück, sondern schon nach 12 bis 14 Monaten. In der Regel werden die Kleinen ganztags in die Krippe gegeben. Sie können normalerweise ab 6.30 Uhr gebracht und bis 17 Uhr abgeholt werden.

Freie Wahl der Krippe

In Bayreuth besteht die freie Wahl der Krippe. Ein kurzfristiges Reinrutschen in eine solche Gruppe ist laut Grätz immer möglich. Berufstätige Eltern oder Alleinerziehende, die ihren Nachwuchs tagsüber betreuen lassen müssen, haben dabei logischerweise größere Chancen als Eltern, bei denen ein Teil daheim ist.