Stadt Bayreuth

14.12.2009

Gute Noten für das Netzwerk der Bioenergieregion

Während in Kopenhagen die Regierungschefs der Welt um die richtigen Maßnahmen gegen den Klimawandel ringen, wird in der Region Bayreuth das Klimaschutznetzwerk der Bioenergieregion Bayreuth systematisch aufgebaut. Wie erfolgreich dieses Netzwerk arbeitet, untersucht ein wissenschaftliches Institut im Auftrag der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR). Erste Zwischenergebnisse wurden auf einer Tagung der Bioenergie-Regionalmanager vorgestellt, die kürzlich in Salzwedel stattfand. Die Resultate sind aufschlussreich. 

„Das Bayreuther Netzwerk zählt innerhalb Deutschlands bereits jetzt zu den größten“, fasst Bernd Rothammel, der Bayreuther Bioenergie-Regionalmanager, ein wichtiges Teilergebnis zusammen. Allerdings ist Größe allein zwar eine Chance, aber noch kein Garant für eine erfolgreiche Netzwerkarbeit“, so Rothammel weiter. „Es kommt vielmehr darauf an, ob es gelingt, die verschiedenen Akteure zur Kooperation in konkreten Projekten zu motivieren.“

Die Wissenschaftler bescheinigen dem Bayreuther Netzwerk ein hohes „brückenbildendes Sozialkapital“. Dies bedeutet, dass die Menschen im Netzwerk sich untereinander grundsätzlich vertrauen und aufgeschlossen für die Aufnahme neuer Kontakte sind. Zur Weiterentwicklung des Netzwerkes wird empfohlen, kurzfristig kleinere Projekte mit guten Erfolgsaussichten in Angriff zu nehmen, um das Vertrauen und die Motivation der Menschen zu erhöhen. Da das Netzwerk sehr groß ist, sei es zudem besonders wichtig, eine klare Organisationsstruktur anzustreben. Und schließlich sollten beim weiteren Ausbau insbesondere Vertreter der Wirtschaft eingebunden werden, die derzeit noch etwas unterrepräsentiert seien.

Bernd Rothammel will die Netzwerkarbeit ganz praktisch angehen und in konkreten Bioenergieprojekten Akteure zum gegenseitigen Nutzen zusammenbringen. Für sieben Fachvorhaben liegen bereits Zeit- und Arbeitspläne vor, sechs davon befinden sich schon in der Umsetzung.  Um die Projekte auch professionell präsentieren zu können, wurde ein Ideenwettbewerb unter Kommunikationsagenturen ausgeschrieben, dessen Ergebnis in Kürze vorgestellt wird. Parallel dazu läuft die Arbeit in den Fachprojekt-Arbeitskreisen auf Hochtouren. Am 4. März 2010 werden die Zwischenergebnisse beim ersten Bayreuther Bioenergiesymposium vorgestellt, welches das Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth in Kooperation mit der Universität Bayreuth veranstaltet.

Wer sich schon jetzt über die verschiedenen Projekte zur umweltverträglichen Nutzung der Bioenergie informieren möchte, findet Projektbeschreibungen auf der Internetseite www.bioenergieregion-bayreuth.de. Unter anderem geht es um die Energiegewinnung aus organischen Abfällen, die Erforschung umweltverträglicher Energiepflanzen und den Aufbau einer Informationsplattform zu regenerativen Energien für Kommunen. Für Hausbesitzer entwickelt ein Arbeitskreis einen Leitfaden für den Umstieg auf Holzenergie. Darüber hinaus wird in Modellgemeinden erprobt, wie ein verträgliches Nebeneinander von Landwirtschaft, Naturschutz und Energiepflanzenanbau gestaltet werden kann. Ein weiteres Fachvorhaben  beschäftigt sich mit der Konzeption von Unterrichtsmaterialien, mit deren Hilfe das Thema Bioenergie unterhaltsam vermittelt werden kann. Im nächsten Jahr wird damit begonnen, für bestehende Biogasanlagen Vorschläge zur Effizienzsteigerung  zu erarbeiten.

Um das grundlegende Umdenken zu fördern, welches für die Erreichung der Klimaschutzziele notwendig ist, schlägt man in der Region Bayreuth unkonventionelle Wege ein: Mit dem Energiekunstprojekt energy-in-art wird das Thema auch künstlerisch aufgegriffen, was neue Impulse für die öffentliche Diskussion setzen wird.

Das Bayreuther Netzwerk wird gesteuert vom Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth, Netzwerkmanager ist der Diplom-Geoökologe Bernd Rothammel. Im Netzwerk sind über 80 Firmen, Institutionen, Forschungseinrichtungen, Kommunen, Fachbehörden, Umweltverbände und ehrenamtlich tätige Privatpersonen aktiv.

Der Aufbau von Netzwerken zum weiteren Ausbau der klimafreundlichen Bioenergie ist die Hauptaufgabe der Bioenergieregion Bayreuth und der 24 weiteren Bioenergie-Modellregionen in Deutschland. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt die Regionen dabei mit jeweils 400.000 Euro.