Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

02.12.2008

Händel und Bach – eine mögliche Begegnung

Bayreuther Theaterherbst endet mit einer Komödie von Paul Barz in drei Szenen

Am Dienstag, 16. Dezember, um 20 Uhr, wird der diesjährige Bayreuther Theaterherbst mit der Komödie in drei Szenen “Händel und Bach” von Paul Barz beendet. Die Veranstaltung findet im Großen Haus der Stadthalle statt.

Karten gibt es an der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9 (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr; Samstag, 9 bis 14 Uhr; Telefon 09 21/6 90 01; Fax: 09 21/2 20 42; e-mail:  info@kurier-tickets.de.

Szenenfoto aus der Komödie

Die Komödie geht von einer Fiktion aus: der persönlichen Begegnung zwischen Bach und Händel im Jahr 1747 anlässlich der Aufnahme Bachs in die »Societät der musikalischen Wissenschaften«, der Händel als erstes und einziges Ehrenmitglied seit 1745 angehörte.

Leipzig 1747. Schauplatz: der Thüringer Hof, erstes Haus am Platz. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wird der geschätzte Komponist und verdiente Thomas-Kantor Johann Sebastian Bach (Walter Renneisen) als 17. Mitglied in die »Societät der musikalischen Wissenschaften« aufgenommen. Ehrengast der Veranstaltung: der eigens aus London herbei gereiste Georg Friedrich Händel (Sigmar Solbach), berühmtester und bestbezahlter Musiker seiner Zeit, der es sich nicht nehmen lässt, im Anschluss an die Feier den Kollegen Bach zu einem kleinen Essen zu bitten. Was sich jedoch zunächst als kollegialer Gedankenaustausch bei festgelegtem Rollenspiel – hier der Superstar und Genussmensch, dort der bescheidene kleine Kantor – anlässt, wird bald schon zum unverhofften Zweikampf. Zwei Titanen ihrer Kunst treten gegeneinander an, sich ebenso ähnlich wie fremd, und durch ihre immer heftigere Auseinandersetzung schimmern Wünsche und Sehnsüchte, auch geheime Ängste und Komplexe durch, die alle Klischeevorstellungen von diesen beiden Musikern durcheinander wirbeln.

In Wahrheit sind sich die beiden Musiker trotz vieler Parallelen in ihrem Lebenslauf nie begegnet, und Händels letzte Deutschland-Reise fand erst 1750 statt, im Todesjahr Bachs. Alle übrigen Fakten sind aber, bei aller Freiheit der Interpretation, authentisch, einschließlich Händels offenkundiger Abneigung, Bach persönlich zu begegnen, und Bachs wiederholter Versuche, zum ungleich berühmteren Kollegen bei dessen Deutschland-Aufenthalten Kontakt aufzunehmen.

Der Autor, Paul Barz, langjähriger Redakteur einer Kulturzeitschrift und heute freier Publizist, schrieb mehrere erfolgreiche Sachbücher, darunter das von der Fachpresse als Standardwerk gewürdigte »Abenteuer Musiktheater« und zuletzt »Schütz Bach Händel. Drei Komponisten und ihre Zeit«. Von seinen über 30 in vielen Sprachen gesendeten Hörspielen war die rund 20 Mal gesendete Horror-Parodie »Vampyr Report« international am erfolgreichsten. Die Komödie »Mögliche Begegnung« war sein erstes Bühnenstück.