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15.03.2011

Hass vernichtet

Internationale Wochen gegen Rassismus: Fotoausstellung von Irmela Mensah-Schramm im RW21


Vom 16. bis 31. März finden in Bayreuth erstmals Internationale Wochen gegen Rassismus statt. Die Veranstaltungsreihe, für die das Amt für Integration der Stadt Bayreuth und das Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth verantwortlichen zeichnen, wird am Mittwoch, 16. März, um 17 Uhr, von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl im RW21, Richard-Wagner-Straße 21, mit der Ausstellung „Hass vernichtet“ der Friedensinitiative Berlin-Zehlendorf e. V. von Irmela Mensah-Schramm eröffnet.

Die Ausstellung „Hass vernichtet“ ist bis Ende März im RW 21 zu sehen. Irmela Mensah-Schramm führt seit vielen Jahren einen unermüdlichen Kampf gegen Hass-Schmierereien im öffentlichen Raum. „Wenn ich es nicht tue, wer tut es dann?“ fragt sie trotzig. Mit Aceton, Farbeimer, Schwamm, Pinsel und Spachtel und vor allem mit einer Riesenportion Zivilcourage macht sie sich regelmäßig in Berlin, aber auch in vielen anderen Städten Deutschlands auf den Weg, um fremdenfeindliche Schmierereien zu dokumentieren, zu entfernen oder zu modifizieren. Bevor sie die Hassparolen entfernt, werden sie fotografiert.

Das dabei entstandene Bildmaterial hat sie in einer Ausstellung verarbeitet, mit dem Ziel Menschen aufzurütteln. Die im RW21 zu sehenden Aufnahmen zeugen auf erschreckende Art von Gewaltbereitschaft, Rassismus und Intoleranz. Die Schau macht betroffen, sie zeigt aber auch anschaulich, was jeder Einzelne in seinem eigenen Lebensumfeld dagegen tun kann. Sie ist also auch ein Beispiel dafür, wie man sich couragiert und aktiv für ein friedliches und tolerantes Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen kann.

Hintergrund: Irmela Mensah-Schramm

Irmela Mensah-Schramm wurde 1945 in Stuttgart geboren. Die ehemalige Heilpädagogin an einer Berliner Schule für geistig Behinderte ist eine Aktivistin für Menschenrechte. Bekannt wurde sie durch ihre seit 1986 begonnene Dokumentation und Entfernung von rassistischen und antisemitischen Aufklebern und Graffiti im Stadtgebiet von Berlin.

Mensah-Schramm kann auf eine bewegte und nicht minder interessante Lebensgeschichte zurückblicken. Nach dem Mauerfall weitete sie ihren Aktionsradius auf andere Bundesländer und Europa aus. Niemals geht sie ohne eine Tasche mit Fotoapparat, Bürsten, Pinseln, Lösungsmitteln und Farbe außer Haus. Nach einem Unfall im Winter 2009/10 machte sie sich bei Schnee und Glatteis selbst auf Krücken auf den Weg, um Hassschmierereien zu suchen und zu entfernen.

Weit über 300 Ausstellungen und viele Workshops in Schulen dokumentieren die Vielfalt ihrer Arbeit. Sie entfernte Tausende von Aufklebern und ihr Archiv umfasst rund 13.000 Bilddokumente. Mensah-Schramm erhält für ihre Arbeit weder staatliche noch sonstige Unterstützung. Neben der Bundesverdienstmedaille erhielt sie weitere Preise und Auszeichnungen.

Irmela Mensah-Schramm wird bei der Ausstellungseröffnung persönlich anwesend sein und bei einem Rundgang mit den Besuchern ihre Bilder vorstellen.

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