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23.04.2008

Hoher Besuch aus Taiwan

Bayreuth blickt nach Asien – IHK Oberfranken und städtische Wirtschaftsförderung luden zum Informationsgespräch
Hoher Besuch aus Taiwan bei der IHK Oberfranken: Direktor Chang-Jinn Shen (4. v. rechts), Martin Ke (3. v. rechts), Wirtschaftsförderer Günter Finzel (2. v. rechts) und Dr. Hans Kolb (3. v. links) von der IHK.Zu einem Wirtschaftsgespräch mit hohen Repräsentanten Taiwans haben die IHK für Oberfranken Bayreuth und die Stadt Bayreuth interessierte Unternehmer aus der Region eingeladen. Mit neuesten Informationen über aktuellen Entwicklungen in Taiwan konnten Direktor Chang-Jinn Shen und sein Mitarbeiter Martin Ke aus dem Taipei-Büro in Frankfurt die Anwesenden versorgen.

Direktor Shen erläuterte, dass Deutschland Taiwans größter Handelspartner in Europa sei. Umgekehrt ist Taiwan Deutschlands viertgrößter Handelspartner in Asien – nach der Volksrepublik China, Japan und Südkorea. Besonders erfolgreich ist Taiwans Wirtschaft im IT-Bereich. 91 Prozent aller weltweit produzierten Wireless LAN, über 82 Prozent aller NoteBooks PC und über 41 Prozent aller Digitalkameras kommen von der Insel.

Zu den Geschäftsmöglichkeiten in Taiwan führte sein Kollege Ke aus, dass „Made in Germany“ einen guten Ruf genieße. Besonders großes Potential sei bei den erneuerbaren Energien, in der Bio- und Nanotechnologie, beim Automobilzubehör und der Umwelttechnologie gegeben. Günter Finzel, Wirtschaftsförderer der Stadt Bayreuth, stellte in diesem Zusammenhang das Angebot der Stadt vor und bot die Region als möglichen Investitionsstandort für an Europa interessierte taiwanische Unternehmen an. Weit über 300 Unternehmen aus Taiwan sind in Deutschland mit einem eigenen Betrieb präsent und etwa 250 deutsche Unternehmen haben sich in Taiwan mit einer eigenen Niederlassung engagiert.

Seit dem Bürgerkrieg 1949 betrachtet China das autonom regierte Taiwan als Teil die Volksrepublik. Der offizielle politische Dialog war seit 1999 eingefroren. Dr. Hans Kolb, Leiter des Bereichs International der IHK Bayreuth und Vizepräsident der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Bayreuth, wies darauf hin, dass auch Deutschland Taiwan nicht als selbstständigen Staat anerkenne und keine diplomatischen Beziehungen bestehen. Die Kontakte konzentrieren sich auf die Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur – und sind hier bestens.

Wie Direktor Shen weiter ausführte, erwartet er nach dem Wahlsieg der oppositionellen Nationalistischen Partei vom März eine rasche Entspannung der Beziehungen Taiwans zu China. Regelmäßige Flugverbindungen und Besuche von Festlandchinesen in Taiwan sollen helfen, die wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte wieder zu intensivieren. Auch der neue Präsident Ma Ying Jeou kündigte bereits an, Verkehr, Handel und Tourismus zwischen China und Taiwan fördern zu wollen. Kolb zeigte sich zuversichtlich, dass der nun wieder begonnene friedliche Dialog beider Seiten in Kürze zu einer dauerhaften Entspannung führen werde.

Anschließend reiste die Delegation nach Hohenberg/Eger weiter, wo die IHK, unterstützt von Yu-Shun Chen, dem Leiter der Presseabteilung der Vertretung Taiwans in Berlin, über die Rahmenbedingungen und Grundlagen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit taiwanischen Unternehmern informierte.
Den abschließenden Höhepunkt des Taiwantages bildete die Eröffnung der Ausstellung „Die Kunst der Kalligraphie – Geheime Botschaften taiwanischer Künstler auf Porzellan“ durch Dr. Ching You, offizieller Repräsentant Taiwans. Fast 100 Porzellangefäße mit traditionellen chinesischen Schriftzeichen präsentierten die Künstler Su Kuo und ihr Kollege Pang-Chiu Liu dem interessierten Publikum. Die Ausstellung im Hohenberger Porzellanikon ist noch bis Anfang November zu den üblichen Öffnungszeiten für jedermann zugänglich.