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08.11.2010

Im Jubiläumsjahr 2011: Franz Liszts Oper „Don Sanche“

Prominent besetztes Produktionsteam stellt sich vor – Künstlerische Beratung durch Festspieleiterin Katharina Wagner

Liszt-Logo zum Jubiläumsjahr 2011Das Franz-Liszt-Jubiläum 2011 bringt zahlreiche Programm-Höhepunkte. Eine echte musikalische Rarität ist die Neuinszenierung von Liszts einziger Oper „Don Sanche“ (7. und 8. Juli 2011). Das prominent besetzte Produktionsteam für die Neuinszenierung der Liszt-Oper hat sich jetzt bei einem Pressegespräch im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Regie übernimmt Julia Glass. Die Zwischenmusiken werden vom burgenländischen Komponisten Gerhard Krammer neu geschrieben. Dirigiert wird das Nordungarische Symphonieorchester sowie der Chor des Staatstheaters Koŝice (Slowakei) und ein europäisches Sängerensemble von Nicolaus Richter, zugleich Kulturbeauftragter für Musik und Theater der Stadt Bayreuth. Das Projekt ist eine Koproduktion der Stadt Bayreuth und des Internationalen Opernfestivals Miskolc (Ungarn), Koproduzent ist Festspielleiter Tamás Bátor. Katharina Wagner, Leiterin der Bayreuther Festspiele, begleitet das Projekt als künstlerische Beraterin.

Zur Oper „Don Sanche“
Bei der Oper in einem Akt „Don Sanche, ou le Château d’amour“ – „Das Schloss der Liebe“ – handelt es sich um Liszts erste und einzige Oper, die er im Alter von 13 Jahren mit Hilfe seines Lehrers Ferdinando Paër nach einem Libretto von Emmanuel Théaulon und de Rancé komponierte. Sie wurde am 17. Oktober 1825 an der Pariser Grand Opéra uraufgeführt. Nach nur wenigen weiteren Vorstellungen blieb die Partitur dieses Jugendwerkes Franz Liszts jedoch lange Zeit verschollen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Manuskript wiederentdeckt. Seitdem gab es nur wenige Aufführungen, bis heute wurden die Noten nie von einem Verlag veröffentlicht.

„Don Sanche“ – die Handlung
Der verliebte Don Sanche, verschmäht von Prinzessin Elzire, bittet des Nachts vergeblich um Einlass in das Schloss, das der Zauberer Alidor der Liebe gewidmet hat. Dorthin gelangt man aber nur als glückliches Paar. Doch der Zauberer hilft Don Sanche. Er setzt Prinzessin Elzire verschie­denen Widrigkeiten aus, so dass sich Sanche als Held erweisen kann. Nachdem er bereit war, sein Leben für Elzire zu opfern, gewinnt er ihr Herz und an ihrer Seite Eintritt ins Schloss der Liebe.

Das Produktionsteam

Das Produktionsteam

Das Produktionsteam (von rechts): Tamás Bátor, Gerhard Krammer, Nicolaus Richter, Katharina Wagner, Julia Glass, Friederike Meese (Kostüme und Bühnenbild) und Georg Schütky (Regieassistenz).

Katharina Wagner (Bayreuth)
Festspielleiterin Katharina Wagner unterstützt die Liszt-Produktion als künstlerische Beraterin.

Julia Glass (Berlin)
Julia Glass studierte zunächst Klavier an der Universität der Künste Berlin. Als Pianistin widmete sie sich vor allem der Kammermusik und der Liedbegleitung. Bereits im Jahr 2004 sammelte Julia Glass früh Erfahrungen im Bereich Korrepetition an der Staatsoper unter den Linden. Im Mai 2008 assistierte sie dann bei Antje Kaiser an der Kammeroper Rheinsberg und im Herbst desselben Jahres an der Deutschen Oper Berlin bei Gerlinde Pelkowski. Ihr Klavierstudium schloss sie 2008 erfolgreich ab, nachdem sie parallel dazu schon im Jahr davor ihr Regiestudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin aufgenommen hatte. Zu ihren Regiearbeiten zählen unter anderem Szenen aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß (2008 in der HfM Berlin), „Der Zauberbaum“ von Christoph Willibald Gluck (Zusammenarbeit mit Georg Schütky und Stefanie Lindner, 2009 in der kleinen Arena des Tempodrom Berlin), „Wer hat Angst vor Hugo Wolf?“: Mörike-Lieder von Hugo Wolf sowie „Ballad 2“ von Bernard Rands, in einer eigenen szenischen Fassung (HfM, Vordiplom, Sommer 2009). Während ihres Regiestudiums besuchte sie zahlreiche Workshops, unter anderem bei Vera Nemirova, Katharina Wagner und Andreas Homoki. Zuletzt führte sie im Oktober 2010 am Hebbel-Theater Berlin Regie bei Boris Blachers „Abstrakter Oper Nr. 1“.

Antoine Wagner-Pasquier war zunächst als Regisseur der Produktion angekündigt worden. Eine Zusammenarbeit hat sich jedoch leider nicht konkretisiert.

Tamás Bátor (Ungarn)
Támas Bátor ist Leiter der Internationalen Opernfestspiele Miskolc und darüber hinaus Künstlerischer Berater der Ungarischen Staatsoper und der Nationalen Philharmonie in seiner Heimatstadt Budapest, wo er auch sein Musikstudium am Franz-Liszt-Konservatorium absolvierte. Sein Debut als Opernsänger feierte er an der Mailänder Scala, in seiner Gesangskarriere kann er auf zahlreiche Engagements auf der ganzen Welt zurückblicken. Zu seinen Stationen gehörten unter anderem Leipzig, Luzern, Madrid und Salzburg, aber auch Gastauftritte im außereuropäischen Ausland. Von 1992 bis 2000 war Bátor Mitglied des Deutschen Nationaltheaters in Weimar, kehrte dann aber wieder an die Ungarische Staatsoper zurück (2007-2010, unter GMD Adam Fischer). Bei namhaften internationalen Wettbewerben ist Bátor immer wieder als Jurymitglied gefragt.

Gerhard Krammer (Burgenland)
Komponist der Zwischenmusiken. Gerhard Krammer, geboren in Oberwart, aufgewachsen in Jabing, studierte Orgel und Kirchenmusik an der Expositur Oberschützen und absolvierte sein Studium der Musikpädagogik und Germanistik in Graz. Krammer lebt und arbeitetheute im Burgenland. Als Lehrbeauftragter doziert er am Musikgymnasium Oberschützen der Kunstuniversität Graz. Der mit zahlreichen Auszeichnungen geehrte Komponist und Arrangeur erhielt Kompositionsaufträge, unter anderem vom ORF. Seine Werke wurden in vielen europäischen Ländern aufgeführt.

Nicolaus Richter (Bayreuth)
Nicolaus Richter, Kulturbeauftragter für Musik und Theater der Stadt Bayreuth, studierte Violine an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Zunächst schlug er eine Orchesterlaufbahn ein, die ihn u.a. in das Gürzenich-Orchester Köln und schließlich in das Orchester der Bayreuther Festspiele führte. Seit 1980 ist Nicolaus Richter Direktor der Städtischen Musikschule Bayreuth und leitet seit über 20 Jahren das deutsch französische forum junger kunst in den Bereichen Musiktheater und Symphonieorchester. Im Jahr 2008 leitete Richter das Orchester des Feldkirch-Festivals und dirigierte Philippe Arlauds Neuinszenierung von Mozarts „Così fan tutte“.

   
 

Termine
im Rahmen des Franz-Liszt-Jubiläums 2011:

Donnerstag, 7.7.2010, 19.30 Uhr
Stadthalle Bayreuth

Freitag, 8.7.2010, 19.30 Uhr
Stadthalle Bayreuth

Tickets
zu € 48, 36, 25, 17 an der Theaterkasse Bayreuth sowie bundesweit an Theaterkassen sowie über  www.liszt.bayreuth.de und www.eventim.de ab 30.11.2010