Stadt Bayreuth

21.02.2008

Innovationspreis geht zwei Mal nach Bayreuth

Bayreuther Institute gehören bei der Forschung und Entwicklung von Hightech-Werkstoffen zur absoluten Spitzenklasse, freut sich Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl anlässlich der Verleihung des Oberfränkischen Innovationspreises.

Der mit 50.000 Euro höchstdotierte und attraktivste regionale Innovationspreis in Deutschland wurde Anfang 2008 bereits zum vierten Mal von Oberfranken Offensiv in Kooperation mit der Greiffenberger AG vergeben.

Wirtschaftsminister Glos hat zwei Bayreuther Einrichtungen der Werkstoffforschung mit einem der vier Innovationspreise ausgezeichnet.

Das Friedrich-Baur-Forschungsinstitut für Biomaterialien (FBI) hat ein Preisgeld von 12.000 € für eine knochenwachstumsfördernde Implantatbeschichtung erhalten.<br/>Dem Institut ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, eine nanotechnologische Beschichtung zu entwickeln, mit deren Hilfe keramische Implantate direkt in den menschlichen Knochen einwachsen können. Als Einsatzbereich sind neben dem Dentalbereich besonders auch die Bereiche Knie und Hüfte denkbar. Keramische Materialien wie Aluminiumoxid oder Zirkonoxid duldet der menschliche Körper zwar, doch aktives Einwachsen in den Knochen oder Integration in das Gewebe wurden bisher noch nicht erreicht. Die Implantate müssen deshalb mit sogenanntem Knochenzement dauerhaft verankert werden. Nicht so bei der vom FBI entwickelten nanotechnologischen Beschichtung. Möglich macht dies die gezielte Freisetzung von Ionen an der Oberfläche, wodurch die Neubildung von Knochenmaterial aktiv angeregt wird und das Implantat somit dauerhaft im Knochen verankert werden kann.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Neue Materialien Bayreuth GmbH, die in Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer Brose ein neuartiges Automobil-Kunststoff-Türsystem entwickelt hat.
Wirtschaftlichkeit, Funktionsintegration und Leichtbau sind Herausforderungen bei der Entwicklung von Türsystemen. Das neue Kunststoff-Türsystem wird diesen Anforderungen gerecht: Ein Großteil der Türkomponenten, wie Führungsschienen oder Befestigungselemente, sind im Träger integriert. Durch die Reduzierung der Bauteile werden Kosten reduziert und Gewicht optimiert. Bei dem innovativen Inline-Compounding Verfahren (ILC) werden die Materialkomponenten in der Spritzeinheit kundenspezifisch zusammengestellt und die Endlos-Glasfasern dem Polymer zugefügt. Dadurch werden Glasfaser-Kunststoff-Materialmischungen erzeugt, die im Falle eines Seitenaufpralls eine höhere Sicherheit bieten.