Stadt Bayreuth

IM FOKUS

14.08.2015

„Interaktive Partitur“ im neuen Richard Wagner Museum

Die als „Interaktive Partitur“ bezeichnete Multimedia-Installation im Untergeschoss des Hauses Wahnfried erweist sich bereits jetzt als besonderer Besuchermagnet. Maßgeblich ermöglicht wurde diese neu- und einzigartige Attraktion durch die finanzielle Unterstützung der Sparkasse Bayreuth und der Bayerischen Sparkassenstiftung. Vertreter beider Institutionen überreichten jetzt im Museum Fördergelder in Höhe von 40.000 Euro. Weitere 20.000 Euro steuerte ein Privatspender bei, um vor allem die aufwendige Orchestereinspielung zu ermöglichen.

Im Richard Wagner Museum übergaben Wolfgang Hetz (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bayreuth), Wolfram Münch (Vorstandsmitglied der Sparkasse Bayreuth) und Dr. Ingo Krüger (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Bayerischen Sparkassenstiftung) die Fördergelder offiziell an Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich.

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Die „Interaktive Partitur“ im Richard Wagner Museum Bayreuth.

Das neue Richard Wagner Museum

Das seit 1976 bestehende Richard Wagner Museum präsentiert sich nach dreijähriger Bauzeit mit einem Erweiterungsbau und drei Dauerausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten vollständig neu. In Haus Wahnfried erleben die Besucher eine Dokumentation zu Leben, Werk und Schaffen Richard Wagners. Im Siegfried-Wagner-Haus sind die Wohnräume Winifred Wagners erstmals für die Öffentlickeit zugänglich und sprechen über die Ideologiegeschichte Wagners. Der Erweiterungsbau, der in Regie des renommierten Berliner Museumsarchitekten Volker Staab entstand, widmet sich der Aufführungsgeschichte der Bayreuther Festspiele.

Die „Interaktive Partitur“

Die „Interaktive Partitur“ befindet sich im Untergeschoss von Haus Wahnfried, das dem Leben und Wirken Richard Wagners gewidmet ist. Im Erdgeschoss liegt der Fokus auf der historisch lebensweltlichen Authentizität des Ortes und der Exponate. Daher gibt es dort keine Medieninstallationen. Lediglich der Mediaguide liefert vertiefende Informationen. In den Räumen des Obergeschosses wird die Sammlung des Museums als Objektexposition präsentiert.

Im Untergeschoss ist neben einer „Schatzkammer“ mit originalen Noten und Schriften, eine „Interaktive Partitur“ in einer spezifischen Medieninstallation verortet. Hier steht das Erleben und Erfassen des musikdramatischen Schaffensprozesses Richard Wagners im Mittelpunkt. Die „Schatzkammer“ zeigt anhand Wagners „Dresdener Bibliothek“ den literarischen Kern seiner Werke, sowie in originalen Autographen die Entstehung seiner Werke von der Idee über die verschiedenen kompositorischen Schaffensstadien bis hin zur Partitur-Reinschrift. Die „Interaktive Partitur“ im Nebenraum lässt den Besucher dann in verschiedenen Aspekten die Rückverwandlung des Notentextes in Klang und Musik erleben.

Die stilisierte Partitur ist ein reales Buch und liegt auf einem Pult aufgeschlagen bereit. Die Seiten sind aus einem robusten Material mit textiler Haptik gefertigt und partiell mit Grafik bedruckt. Die jeweils aufgeschlagene Doppelseite wird von einem Trackingsystem erkannt. Entsprechend werden spezifische Inhalte auf das aufgeschlagene Buch projiziert. Projektion und Print überlagern und ergänzen sich. Insgesamt gibt es fünf Kapitel zu unterschiedlichen Themenbereichen.

Ein einzigartiges Vermittlungsinstrument

Die „Interaktive Partitur“ des Richard Wagner Museums ist ein einzigartiges Vermittlungsinstrument für das musikalische Verständis, insbesondere für den jüngeren oder musikalisch wenig vorgebildeten Besucher, das durch die Mediengestalter jangled nerves GmbH Stuttgart (Software) und LIQUID I Agentur für Gestaltung GbR (Hardware) entwickelt wurde. Die Mittel modernster Medientechnik werden hier mit analogen, interaktiven Elementen gekoppelt. Auf diese Weise wird ein interaktiver Erlebnisraum für die Musik Wagners geschaffen.