Stadt Bayreuth

16.12.2016

ISEK Impulsprojekte werden umgesetzt – Vorausschauende Planung zahlt sich aus

Nach dem Logistikpark wird auch die Technologieachse nach und nach mit Leben gefüllt

Der Logistikpark auf der Fläche der ehemaligen Markgrafenkaserne wie auch die Technologieachse als Verbindung der Universität Bayreuth mit dem Technologiepark in Wolfsbach sind Impulsprojekte des ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) aus dem Jahr 2009. Im Sinne einer wissenschaftsorientierten Stadtentwicklung hat die Stadt Bayreuth frühzeitig mit der Ausweisung von entsprechenden Sondergebieten mit guter Verkehrsanbindung begonnen und in der Nähe des Universitätscampus die Flächenpotentiale für die sich jetzt immer stärker verwirklichenden Wirtschaftsentwicklungen gesichert. Von der Vision, über die nötigen Planungs- und Erschließungsmaßnahmen bis zu den aktuellen Entwicklungen bedurfte es etwas Geduld. Das Logistikzentrums der OHG TransGourmet GmbH & Co (ehemals REWE FoodService ) auf dem Areal der ehemaligen Markgrafenkaserne und der Neubau der Fraunhofer-Projektgruppe für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) an der Universitätsstraße waren die Vorboten, der sich nun realisierenden  Projektidee.

ISEK Impulsprojekt 3  „Logistikpark Markgrafenkaserne“

Im Fall des Impulsprojekt 3 „Logistikpark Markgrafenkaserne“ verstrich – wie bei Konversionsflächen üblich – einige Zeit bis alle Flächenankäufe und planungsrechtlichen Fragen geklärt waren. Nach Abbruch- und Erschießungsmaßnahmen erfolgte dann relativ schnell im Jahr 2012 die erste Ansiedlung durch die REWE Gruppe.

Luftaufnahme Logpark

In diesem Jahr erfolgte nun die Umsetzung der Pläne der WEDLICH.Servicegruppe GmbH & Co. KG. Im Januar noch im Bauausschuss konnten Teile bereits im August bezogen werden. Der erste Bauabschnitt mit vier Hallen und rund 17 000 Quadratmetern Nutzfläche ist inzwischen voll in Betrieb. Letztlich sind sieben Hallen geplant und weitere Bayreuther Firmen schicken sich mit Umsiedlungen, Ausgliederungen oder dem Aufbau neuer Geschäftsfelder an, auf dem Logistikpark ihren Standort auf- oder auszubauen. Weitere Informationen zu den Entwicklungen bzgl. des neuen Logistikzentrums der WEDLICH.Servicegruppe GmbH & Co. KG finden Sie unter anderem in den Aktuellen Meldungen der Stadt aus dem Frühjahr oder im Logistikportal der Logistikkooperation der EMN.

ISEK Impulsprojekt 20 „Technologieachse im Universitätsumfeld“

Das Impulsprojekt 20 „Technologieachse im Universitätsumfeld“ hatte die Vision, Raum für Wachstum, insbesondere im Technologiebereich zu bieten. Die Stadt Bayreuth unterstützt so durch eine wissenschaftsorientierte Stadtentwicklung und eine entsprechende Gewerbeflächenausweisung aktiv die Entwicklung zum Forschungs- und Technologiestandort. Die Flächennachfrage sowie bereits realisierte und laufende Bauvorhaben auf der Technologieachse, vom Universitätscampus bis zum  Technologiepark Wolfsbach, in dem bereits seit 2001 die Neue Materialien Bayreuth GmbH (NMB) ist, belegen den erfolgreich eingeschlagenen Weg.

Die Entwicklung auf dem Universitätscampus geht kontinuierlich voran, aktuellstes Bauvorhaben ist das Hauptgebäude der TAO (TechnologieAllianzOberfranken) im südlichen Bereich.

Auch der Technologiepark Wolfsbach rund um die Keimzelle Neue Materialen Bayreuth GmbH (NMB) ist rasch gewachsen. Sowohl das Bayreuther Gründerzentrum und dessen Firmen als auch das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperaturleichtbau (HTL), einst eingemietet bei der NMB brauchten mehr Platz. Der mit rund 20 Mio. € vom Land Bayern  geförderte Neubau wurde 2015 fertiggestellt. Im Umfeld haben sich weitere technologie- und forschungsorientierte Unternehmen angesiedelt bzw. sind an der Ansiedlung interessiert.

Neubau

Lückenschluss zwischen Uni-Campus und Technologiepark Wolfsbach

Als ideale Spange zwischen den beiden Polen wurde im ISEK die ehemalige Produktionsfläche der Firma ZAPF entlang der Universitätsstraße gesehen. So hat die Stadtverwaltung gemeinsame mit dem Eigentümer und den Forschungseinrichtungen ein städtebauliches Konzept erarbeitet und die frühere Industriefläche in ein Sondergebiet Forschung und Entwicklung umgewandelt. Erweiterungspotentiale für universitätsnahe Einrichtungen wurden geschaffen.

Auch anschließend bei der Vermarktung der Flächen haben sich die Verantwortlichen der Firma ZAPF als Flächeneigentümer eng mit der Stadtverwaltung, insbesondere der Wirtschaftsförderung, abgestimmt. Gegenüber der Einfahrt zum Uni-Campus ist so seit 2015 der Neubau der Fraunhofer-Projektgruppe für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) mit Büro- und Laborräumen sowie der „Green Factory Bavaria“ zu bewundern. Und am 24.11.2016 war nun das Richtfest für ein neues Studentenwohnheim zwei Grundstücke weiter.

Neubau

Eine neue Dynamik ist nun ab 2017 auf den weiteren Grundstücken des Sondergebietes zu erwarten. Mit der Jost Unternehmensgruppe hat die Firma ZAPFden richtigen Partner gefunden, der die perfekte Lage der Flächen schätzt und die notwendigen Kompetenzen mitbringt, um die Ideen das ISEK für diesen Bereich umzusetzen. Die Jost Unternehmensgruppe ist im Bereich universitätsnahen Bauen sehr aktiv und realisiert aktuell auch in Erlangen ein High-Tech-Wohn- und Arbeitsquartier.
In Bayreuth wird man als erstes den so genannten „Mini-Campus“ angehen. Gegenüber dem Fraunhofer-Neubau soll auch aus städtebaulicher Sicht ein Bereich mit Nahversorgungscharakter und hoher Aufenthaltsqualität (studentisches Wohnen, Nahversorgung, Gastronomie) entstehen. Von Seiten der Jost Gruppe soll hier auf gute Qualität mit einem entsprechend Lifestyle wert gelegt werden.
Für das Grundstück an der Ecke zur Konrad-Pöhner-Straßen ist im Entwicklungskonzept ein Hotel vorgesehn. Die Nähe zur Universität, zu den Forschungseinrichtungen und v.a. auch zur Autobahn lässt den Standort hierfür als geeignet erscheinen. Eine Vision für den Standort hat die Jost Gruppe bereits und auch Univerwaltung und Bayreuther Touristiker würden eine Hotelansiedlung, gerne aus dem 2/3-Sternebereich, mit ansprechendem Konzept begrüßen.
Das dritte Grundstück, das sich stadteinwärts an das aktuell im baubefindlichen Studentenwohnheim anschließt, war in der Entwicklungskonzeption als Standort für einen Dienstleistungskomplex mit Büro- und Forschungseinrichtungen vorgesehen. Stimmig für den Standort sind die Überlegungen dort ein Innovationszentrum zu errichten (siehe hierzu auch die Pressemitteilung der Jost Unternehmensgruppe sowie die Meldung im  Deal-Magazin).

Weitere tolle Entwicklungen entlang der Technologieachse 2016/2017

Darüber hinaus gibt es aus den letzten Monaten weitere, berichtenswerte Aktivitäten im Technologiepark Wolfsbach und auf dem Uni-Campus.
Erst vor gut eineinhalb Jahren wurde der Neubau des Fraunhofer-Zentrums für Hochtemperatur-Leichtbau (HTL) am Standort Bayreuth in Betrieb genommen. Nun ist bereits ein Erweiterungsbau geplant: eine in Europa einzigartige Pilotanlage zur Herstellung keramischer Verstärkungsfasern. Kern des Gebäudes sind zwei Fertigungslinien: eine Linie für nichtoxidische und eine Linie für oxidische Verstärkungsfasern. Nachdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Raumbedarfs- und Stellenplan genehmigt hat, werden nun die Detailplanungen der Anlagen und des Gebäudes in Angriff genommen.
Die Baumaßnahme wird vom Bund, vom Freistaat Bayern sowie von der Fraunhofer-Gesellschaft mit insgesamt 20 Millionen Euro finanziert. Das neue Technikum ist mit einer Nutzfläche von 1.350 m² geplant. Bereits im Frühjahr 2017 soll mit den Bauarbeiten begonnen und Anfang 2019 der Betrieb aufgenommen werden (weitere Informationen siehe Pressemitteilung HTL).

Zu den Erfolgsstorys entlang der Technologieachse zählen auch die hervorragenden Auszeichnungen für verschiedenste Forschungsprojekte der Universität. Zum einen der MATERIALICA Design & Technology Award 2016 für NMB GmbH und Universität (s. Meldung vom 2.11.2016).
Zum anderen die Förderung für eine  vom Lehrstuhl für Konstruktionslehre und CAD (LSCAD) der Universität Bayreuth im Rahmen des Projekts „Optimale One Click Entwicklung – Einsatz von bionischen Optimierungsprogrammen für nachhaltiges Wachstum von KMU (OptiOnEn)“  entwickelte Software. Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle gab am 9. November die hierfür aus dem Europäischen Strukturfonds bereitgestellte Fördersumme von über 355.000 Euro bekannt (s. Pressemitteilung des Ministeriums).