Stadt Bayreuth

IM FOKUS

27.10.2011

Jazz-November 2011 präsentiert „lisztigen Jazz“

Vom 3. bis 6. November unter dem dach des Liszt-Jubiläumsprogramms

Károly BinderDas Jazzforum präsentiert den Jazz-November 2011 vom 3. bis 6. November unter dem Dach des Liszt-Jubiläumsprogramms. Für seine Liszt-Betrachtung hat das Jazzforum Top-Jazzer aus Ungarn und die deutschen Jazz-Pianisten Joachim Kühn und Michael Wollny eingeladen.

„Liszt war zu seiner Zeit ein Superstar einerseits und ein musikalischer Revolutionär andererseits“, so Kaspar Schlösser, der Vorsitzende des Jazzforums. „So wie es die Natur des Jazz ist, neue Sichtweisen zu eröffnen, so wollen wir im Jazz-November auch einen ‚anderen‘ Blick auf Franz Liszt werfen.“ Dem Jazzforum geht es dabei nicht um die „Jazzifizierung“ von Liszt. Man will dahinter schauen und Vergleiche ziehen zwischen Liszts Lebenszeit und heute. Man will „ darüber nachdenken, wie sich der Musiker und Komponist Franz Liszt in der heutigen Zeit vielleicht entwickelt hätte“.

Dafür haben die Bayreuther Jazz-Enthusiasten zunächst den Weg nach Ungarn gesucht, Liszts Heimat. Heute beheimatet die ungarische Hauptstadt Budapest die nach ihm benannte international renommierte Musikhochschule „The Liszt Academy of Music“. Dort fand das Jazzforum einen kundigen Ansprechpartner: Károly Binder, Leiter der Jazz-Sektion. Gemeinsam mit ihm entstand ein Konzertprogramm, das einen Überblick über die aktuelle ungarische Jazz-Szene geben soll.

Erstmals wird der Jazz-November einen „theoretischen Teil“ haben. Nico Thom, Liszt-Experte am Musikarchiv Eisenach und an der Musikhochschule Weimar, stellt die Frage „War Liszt der Prototyp des zeitgenössischen Superstars?“ Alle, die gespannt auf die Antwort sind, werden mit musikalischen Beispielen an das Thema herangeführt. Eröffnen wird den Jazz-November Károly Binder selber im Duo mit dem Saxophonisten Mihaly Borbely. Binder ist einer der bekanntesten Pianisten und Komponisten Ungarns. Den zweiten Abend bestreitet der junge Pianist Daniel Szabo mit seinem Quintett. Szabo ist Gewinner diverser Piano-Wettbewerbe, seine jüngsten CD‘s veröffentlichte er mit Musikern wie Kurt Rosenwinkel oder Chris Potter. Mit ungewöhnlicher Instrumentierung spielt das Quintett kammermusikalischen Jazz mit Anlehnung an Klassik und traditionelle ungarische Musik.

Joachim Kühn und Michael Wollny

Der deutsche Beitrag zum Jazz-November ist am Festival-Samstag zu hören: Das Jazzforum hat die international renommierten Jazz-Pianisten Joachim Kühn und Michael Wollny eingeladen. Zusammen geben sie eines ihrer äußerst seltenen Duo-Konzerte auf der Bühne der Jazz-Arena im Becher-Saal.

In Spätkonzerten erwarten die Zuhörer unterschiedliche Facetten der ungarischen Szene: Das Transform Quintett bringt Electrojazz auf die Bühne, die Gruppe um die Sängerin Agnes Lakatos entwickelt traditionelle, ungarische Musik mit der Sprache des Jazz weiter. Purple Steps bietet Jazz-Rock-Funk-Blues aus der ungarischen Jazz-Küche.

Zum Abschluss wirft der Jazz-November einen Blick auf den ganz jungen Nachwuchs in Ungarn. Ausgewählte 2011er Jazz-Absolventen der Liszt-Akademie zeigen in verschiedenen Formationen ihr Talent, ihr Können und ihr Engagement. Für diesen Jazz-November hat der ungarische Botschafter in Deutschland, Dr. József Czukor, die Schirmherrschaft übernommen.