Stadt Bayreuth

IM FOKUS

30.07.2010

Jüdisches Bayreuth – 250 Jahre Bayreuther Synagoge

Ausstellung im Historischen Museum vom 12. August bis 24. Oktober
Die Synagoge 1964Das Historische Museum zeigt vom 12. August bis 24. Oktober in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde die Ausstellung “Jüdisches Bayreuth – 250 Jahre Bayreuther Synagoge”. Die offizielle Eröffnung findet am Mittwoch, 11. August, um 18 Uhr, statt.

Das 250-jährige Bestehen der Synagoge ist der Anlass zu dieser Ausstellung über die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Bayreuths. Hier gab es bereits im Mittelalter jüdische Familien, an die noch bis 1894 die alte Straßenbezeichnung „Judengasse“ erinnerte. Es existierte sogar eine Talmudschule, was der Stadt eine besondere Stellung im Herrschaftsbereich der fränkischen Hohenzollern verlieh.

Das Dasein der jüdischen Bevölkerung war jahrhundertelang von Unsicherheit geprägt, auch wenn sie es zu Wohlstand oder Gelehrsamkeit gebracht hatten. Immer wieder waren sie Verfolgungen und Vertreibungen ausgesetzt, bei denen sie um Leib und Leben fürchten mussten. Erst die Regierungszeit des Markgrafen Friedrich brachte ein hohes Maß an Sicherheit. 1759 verkaufte er das markgräfliche Redouten- und Komödienhaus an den seit rund zehn Jahren in Bayreuth ansässigen Moses Seckel, der hier eine Synagoge einrichten durfte. Gleichzeitig genehmigte Friedrich die Ansiedlung von zehn weiteren Familien in seiner Residenzstadt. Am 15. März 1760 fand die erste Sabbatfeier in der Synagoge statt.

Das 19. Jahrhundert brachte dann schrittweise die rechtliche Gleichstellung der jüdischen mit den christlichen Bürgern. In der Epoche des deutschen Kaiserreichs hatte Bayreuth eine florierende jüdische Gemeinde, deren Mitglieder als Geschäftsinhaber, Ärzte und Rechtsanwälte Ansehen genossen, öffentliche Ämter und Ehrenämter bekleideten. Die nationalsozialistische Barbarei mit Deportationen und Massenmord vernichtete diese Gemeinde. Die ideologische Vorbereitung erfolgte schon in den 20er Jahren durch eine agressive antisemitische Hetze.

Die heutige Israelitische Kultusgemeinde zählt etwa 500 Mitglieder. Derzeit sind zukunftsweisende Planungen für ein jüdisches Gemeindezentrum und für eine Renovierung der Synagoge im Gange. Im Zuge der Bauvorbereitungen kam es im November 2009 zu einem Genisa-Fund, der zurzeit wissenschaftlich bearbeitet wird.

Die Öffnungszeiten des Historischen Museums sind: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, im August täglich 10 bis 17 Uhr

www.historisches-museum.bayreuth.de