Stadt Bayreuth

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12.07.2012

Katastrophenszenario in Bayeuth simuliert

Großübung von Feuerwehr, THW, BRK, Polizei, Bergwacht und Stadt Bayreuth auf dem Gelände der ehemaligen Markgrafenkaserne
Bei der KatastrophenschutzübungEin Flugzeugabsturz, ein verunglückter Bus, Verkehrsunfälle, ein Gebäudebrand, ein Gefahrgutunfall – am Samstag, 23. Juni, traten Unheil und Katastrophenszenarien geballt in der Wagnerstadt auf. Zum Glück war dies alles nur inszeniert, denn es handelte sich dabei um eine gemeinsame Katastrophenschutzübung der Hilfsorganisationen der Stadt Bayreuth und des Technischen Hilfswerks (THW) auf dem Gelände der ehemaligen Markgrafenkaserne.

Um 8.30 Uhr ging ein Notruf bei der Integrierten Leitstelle ein: Ein Flugzeug sei auf dem Gelände der ehemaligen Markgrafenkaserne abgestürzt. Dem folgte die Erstalarmierung: Innerhalb von zehn Minuten nach Notrufeingang müssen die ersten Einsatzkräfte vor Ort sein – das funktionierte auch an diesem Tag hervorragend. Einsatzkräfte der Ständigen Wache der Feuerwehr Bayreuth, der Feuerwehr Laineck sowie der Abteilung Innere Stadt der Feuerwehr Bayreuth waren mit Einsatzfahrzeugen umgehend vor Ort. Was sie zuerst vorfanden war ein Verkehrsunfall mit zwei Fahrzeugen mit zwei eingeklemmten Personen.
Die besondere Herausforderung hierbei war, dass eines der Fahrzeuge lichterloh brannte und für die realitätsnahe Darstellung mit pyrotechnischen Effekten ausgestattet war. Heftige Knallgeräusche waren die Folge und ließen die Helfer und Zuschauer oftmals zusammenzucken.

Diese erste Situation arbeitete die Ständige Wache in Eigenregie ab. Die Feuerwehr Laineck erkundete indes das Gelände. Sie fand das auf ein Wohngebäude abgestürzte Kleinflugzeug vor, das eine Explosion sowie den Brand des Gebäudes ausgelöst hatte. Auch hier war ein Fahrzeug involviert.

Der Stadtbrandrat, der nun an der Unfallstelle eingetroffen war, beschloss daraufhin, drei weitere Löschzüge nachzualarmieren. Indes bildete sich jeweils eine Einsatzleitung Feuerwehr, BRK und THW.

Die Helfer sahen sich in den folgenden Stunden weiteren Unfällen gegenüber: Zum Beispiel ein umgestürzter Reisebus mit mehreren eingeschlossenen Fahrgästen beschäftigte Feuerwehr, Rettungsdienst und THW. Hier mussten mehrere verletzte Personen sicher ins Freie gebracht werden. Erschwert wurde der Einsatz dadurch, dass der Reisebus umgekippt und die Rettung der Verletzten nur von oben möglich war. Um dies zu ermöglichen kamen neben verschiedenen Leitern auch die Rettungsplattformen von THW und Feuerwehr zum Einsatz.

Die Anzahl und Schwierigkeit der gleichzeitig abzuarbeitenden Vorfälle machte den besonderen Koordinierungsbedarf an der Einsatzstelle deutlich: sodass von der Stadt Bayreuth Stadtbrandrat Ralph Herrmann als Örtlicher Einsatzleiter eingesetzt wurde, der – außer gegenüber der Polizei – allen eingesetzten Helfern gegenüber weisungsbefugt ist. Außerdem wurde die Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt Bayreuth unter der Leitung von Stadtdirektor Ulrich Pfeifer einberufen. Im Rahmen dieser Koordination wurde eine Unfallstelle nach der anderen abgearbeitet.

Bei der Übung nahmen rund 80 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bayreuth mit rund 20 Einsatzfahrzeugen, rund 60 Einsatzkräfte des Rettungs- und Sanitätsdienstes, die Bergwacht und über 80 Helfer des THW teil. Beteiligt waren hier die THW-Ortsverbände aus Hof, Bayreuth, Marktredwitz, Selb, Naila, Kronach, Pegnitz, Weiden und Kulmbach.

Die erfolgreiche Abarbeitung der Einsatzaufgaben wurde von geschulten Schiedsrichtern begleitet und anschließend einer kritischen Bewertung unterzogen. Gegen 11.45 Uhr wurde der Übungseinsatz schließlich beendet. Alle Beteiligten konnten hilfreiche Erkenntnisse gewinnen, die es nun gilt in die weitere Arbeit einfließen zu lassen. Die Zusammenarbeit der einzelnen Hilfsorganisationen soll weiterhin intensiviert werden. Denn nur über die Organisations- und Gemeindegrenzen hinweg, sind komplexe Schadenslagen auch wirklich erfolgreich zu bewältigen.

Es zeigte sich wieder einmal eindrucksvoll wie wichtig gemeinsame Übungen über die jeweiligen Hilfsorganisationsgrenzen hinaus sind. Sicher sind solche Übungen mit einer Vielzahl von Künstlichkeiten verbunden, die so vielleicht nicht gemeinsam auftreten. „Vielleicht …..“ und gerade auch für dieses „vielleicht“ müssen die Einsatzkräfte der Organisationen und der Katastrophenschutz der Stadt Bayreuth trotzdem immer gewappnet sein. Denn, wie hieß es schon immer: Nur die Übung macht den Meister.