Stadt Bayreuth

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08.05.2017

Kinder, schafft Neues! Die Musica Bayreuth 2017

Musica Bayreuth 2017 präsentiert einen neuen Wagner, überraschende Grenzgänge, junge Meister und schöne Traditionen für Jung und Alt

Die Musica Bayreuth 2017 verspricht wieder beglückende Musikerlebnisse getreu ihrem Mottos „Klassik belebt“. In ihrer 56. Saison zeigt die Musica vom 23. April bis 4. Juni, was im Bereich der klassischen Musik alles möglich ist und präsentiert einen neuen Wagner, überraschende Grenzgänge, junge Meister und schöne Traditionen für Jung und Alt.

VISION STRING QUARTET

1961 wurde die Orgel- und Musikwoche Bayreuth begründet; 1971 in Musica Bayreuth umbenannt. Heute, über ein halbes Jahrhundert später, ist das Musikfestival eine wohlklingende Konstante im Bayreuther und im gesamten nordbayerischen Musikleben. Die Musica Bayreuth hat sich in den letzten Jahren gewandelt und ihre musikalischen Pforten geöffnet. Im Herzen ist und bleibt sie ein Klassik-Festival, doch die Grenzen zu anderen Genres, zwischen E- und U-Musik, öffnen sich. Nicht nur bei der Musica, die diese Entwicklung aber begeistert aufnimmt: In diesem weiten Feld gibt es Unglaubliches zu entdecken, Spannendes, Interessantes, Neues. So auch in dieser Saison, wenn es wieder heißt: Klassik belebt!

Auftakt mit klassischem Orchesterkonzert

Begonnen hat die Musica Bayreuth 2017 mit einem klassischen Orchesterkonzert, gespielt von jungen Musikern. Die junge deutsch-französisch-ungarische philharmonie widmete sich  der „Königin der Sinfonien“ – Anton Bruckners 8. Sinfonie in c-Moll. Die rund 90 angehenden Profimusiker aus den verschiedenen europäischen Ländern unter Leitung von Nicolaus Richter hoben das Werk auf einen interkulturellen Teppich.

Jung geht es im Mai weiter. In den altehrwürdigen Räumen der Wilhelmine werden sich gleich zwei junge, herausragende Streichquartette einfinden. Das Goldmund Quartett, dem die Süddeutsche Zeitung eine „überaus ansprechende Musikalität mit eigener Handschrift“ attestierte, präsentiert Schubert und Berg, Haydn und Schumann. Das vision string quartet beeindruckt nicht nur mit ihrem Spiel der Klassiker, sondern auch mit der einzigartigen Wandlungsfähigkeit hin zu einem Popquartett. Sechs junge Sängerinnen und Sänger aus Slowenien sind Ingenium Ensemble, zu Gast in der Stadtkirche. Das Repertoire der A-cappella-Gruppe reicht von der geistlichen Musik der Renaissance über die Romantik bis hin zum Jazz-Standard.

Crossover-Show: „Fuck You Wagner!“

Das ganz besondere Highlight ist aber „Fuck You Wagner!“ in der Oberfrankenhalle, eine Crossover-Show, die Richard Wagners Opernmusik mit Breakdance zusammenbringt. Opernregisseur Christoph Hagel und die zweifachen Breakdance-Weltmeister der Dancefloor Destruction Crew wagen die Fusion von Sub- und Hochkultur und präsentieren originale und beatbearbeitete Musik von Wagner, zeigen moderne Choreografien und Powermoves zu den Leitmotiven aus dessen Opern und verwandeln alles in ein multimediales Event.

Neben den jungen Meistern ihres Fachs bietet die Musica natürlich auch in diesem Jahr wieder geliebte Traditionen, allen voran das Muttertagskonzert – eine wunderbare Gelegenheit, den Müttern einen perfekten Ausklang ihres besonderen Tages zu schenken. Kein Geringerer als der Gründer und jahrzehntelange Leiter der Musica Bayreuth wird diesen Abend bestreiten: Viktor Lukas am Cembalo und Sebastian Wittiber, Soloflötist beim HR Sinfonieorchester, geben ein Solistenkonzert mit Werken von Barock bis Moderne, von Telemann und Bach geht es über Debussy und Karg-Elert bis hin zu zeitgenössischen Komponisten wie Kazuo Fukushima.

Musikalische Spazierfahrten

Fast genausolang wie den Muttertag gibt es auch die Musikalische Spazierfahrt bei der Musica. In diesem Jahr werden zwei weitere der zahlreichen Markgrafenkirchen der Umgebung entdeckt, die Patronatskirche in Berndorf und die Laurentiuskirche in Thurnau. Musikalisch werden Klangwelten erforscht, die sonst nicht in Kirchen zu hören sind: Das Marimba-Duo Mycka & Moya wird ein zweiteiliges Konzert mit Goldberg-Variationen und spanischen Klängen gestalten. Zur Begrüßung erklingt jeweils die Orgel, außerdem wird Dr. Karla Fohrbeck wieder weitreichende Einsichten in Bau und Geschichte der Markgrafenkirchen geben.

Überraschende Grenzgänge gibt es wieder in der Panzerhalle, wo das Terem Quartet zu Gast sein wird. Dieses weltbekannte musikalische Phänomen aus St. Petersburg vereint
seit über 30 Jahren russische Volkskunst, Barock, Romantik und Filmmusik zu so originellen wie virtuosen Adaptionen. Irgendwie ähnlich, aber doch ganz anders, ist das Klassik-Kabarett „Tastenspiele“ der Queenz of Piano. Sie schaffen eine brillante Verbindung aus Musik und Humor sowie einen furiosen Grenzgang zwischen Klassik und Pop an zwei Flügeln.

Abschlusskonzert in der Stadtkirche

Noch einmal Wagner gibt es in Kooperation mit dem Richard-Wagner-Verband Bayreuth und dem Richard-Wagner-Museum. Hier, im Saal von Haus Wahnfried, wird das Dieter Ilg Trio ein klassisch-jazziges Programm bieten. Mit „Parsifal“ gelingt ihnen eine verblüffende, tollkühne Bearbeitung der Oper von Richard Wagner, die einfach Spaß macht. Im zweiten Teil erklingen dann Auszüge aus Ilgs Adaption „Mein Beethoven“.

Weiter zurück in die Geschichte führt das Abschlusskonzert, erneut in der Stadtkirche. „Hymnus“ ist ein programmatischer Zyklus von lutherischen Choralfantasien für sinfonisches Blasorchester; ein lutherisches Reformationskonzert der Sächsischen Bläserphilharmonie zu-sammen mit dem Bezirksposaunenchor Bayreuth unter der Leitung von Thomas Clamor. „Hymnus“ umfasst bekannte Choralmelodien nach Texten von Paul Gerhardt, einem der bedeutendsten Kirchenlieddichter des 17. Jh., die von Komponist Christian Sprenger in zeitgemäße Sätze verwoben und von Siegmund Goldhammer arrangiert wurden.

Karten im Vorverkauf gibt es bei der Theaterkasse in der Opernstraße 22, Telefon 0921 69001.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website www.musica-bayreuth.de.