Stadt Bayreuth

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14.02.2006

Kleine Projekte – große Wirkung

Bayreuth kann sich sehen lassen im Kreis der über 200 bundesdeutschen Städte, die im Zuge des städtebaulichen Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ ihren Fokus auch auf soziale Projekte richten. Vertreter des Stadtjugendamtes, die Leiterin des Quartiersmanagements im Stadtteil St. Georgen, Gerda Zeuss, sowie mehrere Mitstreiter aus verschiedenen Projekten waren jetzt zu einer zentralen Messe nach Berlin eingeladen, um dort ihre Arbeitsergebnisse aus dem Bayreuther Sanierungsgebiet St. Georgen vorzustellen. Bayreuth war neben Lindau die einzige bayerische Stadt, die ihre Arbeit im Kreise der ausgewählten 32 deutschen Kommunen vorstellen durfte.

Die Messe veranschaulichte eindrucksvoll, warum und wie es mit der „Sozialen Stadt“ sowie deren sozialen Begleitprogrammen unter dem Motto „Lokales Kapital für Soziale Zwecke“ (LOS) weitergeht. Wichtigste Botschaft: Die bisherigen Ergebnisse sind sehr ermutigend. Mehr als 5 500 sogenante Mikroprojekte für die Verbesserung der Beschäftigungschancen und die Stärkung der Eigeninitiative der Bewohner wurden bundesweit seit 2003 gefördert und damit 150 000 Menschen erreicht. Die Richtung stimmt also und es kann weitergehen – vorläufig mit einer in das vierte Jahr verlängerten Förderperiode und einem Volumen von zwölf Millionen Euro.

Ziel: Neue Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiten

Helen Clark, Generaldirektorin der EU-Kommission für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit, zeigte sich beim Besuch des Bayreuther Standes denn auch erfreut über die gute Wirkung des Programms an der Basis vor Ort. Die LOS-Projekte werden komplett aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert und über das Bundesfamilienministerium direkt an die lokalen Koordinierungsstellen weitergereicht. Förderfähig sind Mikroprojekte mit bis zu 10 000 Euro pro Vorhaben und Jahr, die vor Ort mit den Betroffenen entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist es dabei, die Menschen wieder näher an die Beschäftigung und Verdienstmöglichkeiten heranzuführen, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die lokale Ökonomie zu stärken.

27 Mikroprojekte in St. Georgen realisiert

Seit 2003 wurden 27 solche Mikroprojekte für Qualifizierungen, Aufbau von Netzwerken und Existenzgründungen im Bayreuther Stadtteil St. Georgen durch LOS gefördert. Zusätzlich wurden zwei Mikroprojekte des Europäischen Sozialfonds zum Bau einer Skaterbahn und für das Winterquartier der Skater über die Landesebene vermittelt. Dadurch sind bisher etwa 335 000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds nach Bayreuth geflossen.

LOS ist an Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf gebunden und soll dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“, das ansonsten einen städtebaulichen Schwerpunkt hat, in sozialer Hinsicht zuarbeiten. Die LOS-Projekte vergrößern damit den Etat für sogenannte nicht-investive Maßnahmen und entlasten den Haushalt der Städte, die sich ohne diese Hilfen vor verschärfte soziale Probleme gestellt sehen würden. Der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Gerd Hoofe, zeigte sich daher beim Messebesuch erleichtert, dass die Förderung weiter ohne anteilige Finanzierung der Kommunen zur Verfügung stehe. Grundsätzlich gilt: das geschickte Verbinden der verschiedenen Progeamme und die synergetische Wirkung, die damit erzielt werden kann, wird für die Zukunft immer wichtiger werden.

Der Bayreuther Beitrag zur Berliner Messe zeigte unter anderem genau diese Zusammenhänge, das Ineinandergreifen von Zielen und Maßnahmen der beiden Förderprogramm „Soziale Stadt“ und LOS auf: Die Ziele der Stadterneuerung, investive Maßnahmen, die schon realisiert wurden und soziale Projekte, die begleitend umgesetzt wurden.

Ausstellung im Neuen Rathaus

Für interessierte Bürger, die sich näher mit dem Projekt „Soziale Stadt“ befassen möchten, wurde der Bayreuther Ausstellungsbeitrag jetzt im Erdgeschoss des Neuen Rathauses aufgebaut. Er kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.