Stadt Bayreuth

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26.03.2015

Kundenoffensive der Bahn geht in die falsche Richtung

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe kritisiert die Pläne der DB
Mit einer Kundenoffensive will die Deutsche Bahn AG auch dort wieder Fernverkehr betreiben, wo sie sich vor Jahren zurückgezogen hat. Die Stadt Bayreuth begrüßt grundsätzlich die Ausweitung des Fernverkehrsnetzes der DB AG als längst überfälligen, wichtigen Schritt. „Dieser geht in Oberfranken jedoch in eine falsche Richtung“, sagt Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe dazu.

Denn nach den Plänen der Deutschen Bahn soll der Fernverkehr zwischen Südwestsachsen und Franken nicht wieder auf der Franken-Sachsen-Magistrale eingeführt werden. Diese direkte Verbindung von Nürnberg nach Dresden über Hof werde aus Sicht der Bahn durch die Neubaustrecke Nürnberg–Leipzig mit Anbindung Dresden ersetzt. Stattdessen soll ab 2022 Südwestsachsen mit der Oberpfalz, Regensburg und München verbunden werden. Dies setzt jedoch die Elektrifizierung von Hof nach Regensburg voraus, die die Bahn vordringlich durchsetzen möchte, um im Güterverkehr eine weitere Nord-Süd-Trasse nutzen zu können.

„Damit setzt sich die Bahn über die Vorstellungen aller Anliegerstädte und –regionen hinweg“, betont Merk-Erbe. Das Sächsisch-Bayerische Städtenetz, die kommunale Interessensgemeinschaft Elektrifizierung Nürnberg–Bayreuth/Eger und wichtige Partner, wie die Verkehrsministerien von Bayern und Sachsen, die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die Verkehrsverbünde, die Europäische Metropolregion Nürnberg und nicht zuletzt die tschechischen Nachbarregionen, sind sich darin einig, dass die Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Bayreuth/Marktredwitz und weiter nach Eger/Prag sowie Hof/Dresden elektrifiziert und vom Fernverkehr Nürnberg–Dresden und Nürnberg–Prag befahren werden soll.

Bei den Planungen der Bahn haben auch keine internationalen Züge von Nürnberg nach Prag Platz. Hier scheint sie allein auf die Fernbusse über Waidhaus zu setzen, wo sie den Markt beherrscht. Dies widerspricht dem deutsch-tschechischen Staatsvertrag aus dem Jahr 1995, wonach Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg–Eger–Prag „als die zweckmäßigste Verbindung zwischen Süddeutschland und Prag“ angestrebt werden.

„Zusammen mit unseren zahlreichen Netzwerkpartnern werden wir diesen Ausbau mit größtem Nachdruck beim Bund einfordern, damit der Abschnitt Nürnberg–Marktredwitz mit dem Abzweig nach Bayreuth von elektrischen Zügen befahren werden kann“, so Merk-Erbe abschließend.