Stadt Bayreuth

IM FOKUS

25.10.2012

Kunstmuseum zeigt Feininger-Stadt.Strukturen

Ausstellung mit Fotografien und Holzschnitten von Andreas und Lyonel Feininger wird am 27. Oktober eröffnet

Lyonel Feiniger - Gelbe Dorfkirche 1930/HolzschnittDas Kunstmuseum Bayreuth im Alten Rathaus eröffnet am 27. Oktober im Rahmen der “Langen Nacht der Kultur und Wissenschaften” eine Ausstellung mit Fotografien und Holzschnitten von Andreas und Lyonel Feininger. Sie trägt den Titel “Stadt.Strukturen”.

In der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung, die das Museum begründete, bewahrt das Kunstmuseum auch Holzschnitte des Bauhausmeisters Lyonel Feininger (1871 – 1956). Aus diesem Anlass wird eine Ausstellung mit Schwarzweiß-Fotografien seines Sohnes, Andreas Feininger (1906 – 1999) aus der Sammlung des Zeppelin-Museums Friedrichshafen, gezeigt. Parallel und im Vergleich dazu zeigt das Museum Holzschnitte und Lithographien seines Vaters aus der Zeit ab 1919 bis in die 1950-er Jahre aus der Sammlung Dr. Hermann Klumpp, Lyonel-Feininger-Galerie Quedlingburg und aus den Kunstsammlungen Chemnitz, Sammlung Loebermann.

Chicago - fotografiert von Andreas FeiningerAls ältester Sohn Lyonel Feiningers in Paris geboren, gehört der Architekt Andreas Feininger zu einer Künstlergeneration, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die Fotografie als künstlerisches Medium für sich entdeckte und eine neue fotografische Sehweise entwickelte. Klarheit, Einfachheit und Organisation sind für den Meisterfotografen die Grundprinzipien seiner Arbeit. Wie kaum ein anderer versteht er es, Bildinhalte mit strengen formalen Kriterien, wie Perspektive und Komposition, zu verknüpfen. 1929 bereits war er in der legendären Stuttgarter Ausstellung „Foto und Film“ vertreten und entwickelte sogar eine eigene Kameramechanik.

1939 musste er in die USA emigrieren. In New York arbeitete er zunächst als freischaffender Fotograf, wurde aber bereits 1943 als Bildredakteur beim »Life«-Magazin angestellt. Er gehörte fast 20 Jahre dem berühmten Fotografenstab der Zeitschrift an, die als Wegbereiter der zeitgenössischen Bildberichterstattung gilt. Nachdem er das Magazin 1962 verließ, veröffentlichte er zahlreiche Fotolehrbücher, die inzwischen zu den Standardwerken der Fotoschule zählen.

Andreas Feiningers Werk ist von großen Themenkomplexen bestimmt. Seine Stadtansichten und vor allem die Architektur und das Leben seiner Wahlheimat New York haben ihn über die Jahrzehnte hinweg fasziniert. Immer wieder hielt er die Skyline von Manhattan, die Straßenschluchten, die Wolkenkratzer, die Brücken und Hochbahnen in atmosphärisch dichten Bildern fest. Mit derselben Begeisterung widmete er sich Naturstudien.

Als Sohn deutscher Musiker geboren, lebte Lyonel Feininger in den USA und in Deutschland, studierte in Paris und Berlin, wo er ab 1893 als freier Illustrator und Karikaturist für verschiedene Zeitschriften wirkte. Ab 1911 stellte er in Paris, mit dem Blauen Reiter und Franz Marc in der Berliner Galerie „Der Sturm“ oder in München aus. Bei der Novembergruppe lernte er Walter Gropius kennen und wurde 1919 von ihm nach Weimar als Leiter der grafischen Werkstatt an das Bauhaus berufen. In der Umgebung von Weimar entstanden seine Bilder von Kirchen und Dörfern in Thüringen, die nach den verschiedenen Ortschaften benannt sind. Später entstanden in Halle (Saale) und Umgebung verschiedene expressionistische Stadtansichten.

1921 wurde eine Mappe mit Linolschnitten von Feininger als seine erste Bauhaus-Veröffentlichung herausgegeben. Für den amerikanischen Markt gründete er 1924 zusammen mit Paul Klee, Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky die Gruppe „Die Blaue Vier“. 1926 musste das Bauhaus nach Dessau ausweichen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zog Feininger mit seiner Familie zunächst nach Berlin und emigrierte 1937 in die USA, wo er als freier Maler arbeitete. In Deutschland wurden insgesamt 378 Arbeiten des Künstlers als „Entartete Kunst“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt. In New York entstanden Feiningers Manhattan Aquarelle und –lithographien mit moderner „Wolkenkratzer“–Architektur und tiefen Straßenschluchten. 

  • www.kunstmuseum-bayreuth-de
   
 

27.10.2012 – 20.1.2013
Stadt.Strukturen
Andreas Feininger – Fotografie
Lyonel Feininger – Druckgraphik

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