Stadt Bayreuth

IM FOKUS

19.01.2010

Kunstmuseum zeigt Werke von Max Ackermann

Ab 2. Dezember: Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Künstlers zu sehen – Freier Eintritt im Dezember!

Max Ackermann; ohne Titel (Badende) 1928 Das Künstmuseum Bayreuth im Alten Rathaus zeigt anlässlich seines zehnjährigen Bestehens noch bis 7. Februar eine Austellung mit Arbeiten von Max Ackermann. Sie trägt den Titel „Nach meinem Tod wird man vielleicht erkennen, dieses Bayreuth der Malerei“. Gezeigt werden 143 Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Der Besuch des Museums ist den ganzen Dezember über kostenfrei! 

Bereits im Jahr 2005 zeigte das Kunstmuseum eine Ausstellung mit rund 100 Gemälden, Zeichnungen und Graphiken von Ackermann (1887 – 1975), einem der Wegbereiter der abstrakten Malerei. In diesem Dezember nun feiert das Museum sein zehnjähriges Bestehen mit der Präsentation von 143 Zeichnungen – einer Schenkung des Max Ackermann Archivs in Bietigheim-Bissingen, in der die große Vielfalt seines Œvres deutlich wird.

Bekannt geworden ist Max Ackermann (1887–1975) in den 1950er und 1960er Jahren durch seine Farbtürme und Hymnen, mit denen er einen vollkommen eigenständigen Weg innerhalb der abstrakten Kunst jener Jahre beschritt. Zu diesem Zeitpunkt aber hatte er schon fast ein halbes Jahrhundert als Künstler gearbeitet und unverkennbare Spuren in der deutschen Kunstgeschichte hinterlassen.

Während seines Kunststudiums in Weimar, Dresden, München und Stuttgart prägten Max Ackermann vor allem Henry van de Velde, Franz von Stuck, Hans von Marées und Adolf Hölzel. Schon früh beschäftigte er sich mit der Idee eines Kultbaues. Aus all diesen Einflüssen entwickelt Ackermann bereits in den 20er Jahren eine eigene künstlerische Sprache. Entstanden ist ein Werk von unvorstellbarem Reichtum, ein Konzentrat der deutschen Kunstentwicklung des 20. Jahrhunderts, bestimmt durch die Suche nach dem Ideal eines Gesamtkunstwerkes. In dieser Grundhaltung war Ackermann einem anderen Künstler durchaus verwandt: Richard Wagner. Beider Œuvres liegt als durchgängiges Motiv ein Erlösungsmotiv zugrunde. 

Entscheidend für die künstlerische Karriere Max Ackermanns waren die späten 1920er und frühen 1930er Jahre. In dieser Zeit vollzog er die maßgeblichen Schritte hin zu einer abstrakten und später auch gegenstandslosen Bildwelt. In zahlreichen Darstellungen aus den 1920er Jahren, der realistischen Phase im Schaffen Ackermanns, spiegelte sich eine grundsätzliche Tendenz: Die Rückführung der Detailformen auf übergeordnete Großformen. Die abgebildete Form wurde mehr und mehr selbstständig, sie verlor ihren Nachahmungscharakter gegenüber dem Vorbild in der Natur. 

Im Jahr 1966 vollzog sich in der künstlerischen Entwicklung Ackermanns ein Bruch, der in seiner Radikalität mit keinem früheren vergleichbar ist. Ackermann entdeckte für sich die damals neu auf den Markt gekommenen, schnell trocknenden Acrylfarben. Im Gegensatz zu Ölfarben ermöglichen Acrylfarben spontanes, schnelles Arbeiten, weil sich die Farbschichten nicht miteinander mischen. Neben Werken von Ernst Wilhelm Nay, die Ackermann 1966 in einer Ausstellung des Württembergischen Kunstvereins in Stuttgart ausführlich studierte, waren es die amerikanischen Hard-Edge-Künstler wie Frank Stella, Ellsworth Kelly oder Kenneth Noland, die ihn in dieser Zeit stark beeinflussten.

Ergänzende Ausstellung des Plakatmuseums

Zur Max Ackermann-Ausstellung im Bayreuther Kunstmuseum präsentiert das  Plakatmuseum eine kleine Auswahl mit Plakaten zu Künstlern, die mit Ackermann länger oder kurzfristig in Verbindung standen. Bei Franz von Stuck und Henry van de Velde hat Ackermann studiert, mit Kandinsky und George Grosz hat er zusammen ausgestellt. 1918/19 gehörte er dem Blauen Reiter an. Den Künstlern des Bauhauses stand er nahe. Willi Baumeister war zwar einerseits Konkurrent auf dem Gebiet der abstrakten Kunst, gleichermaßen aber auch mit Ackermann befreundet, der ihm als Gast in seinem Haus aufgenommen hat. Für den Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, hat sich Ackermann eine zeitlang begeistert, andere Maler (z. B. Otto Dix) haben sich wie Ackermann (zeitweise) am Bodensee, auf der Halbinsel Höri, niedergelassen.

10 Jahre Kunstmuseum: Freier Eintritt im Dezember

Außerdem gibt es zum Museumsgeburtstag eine kleine Ausstellung zu den vielen unterschiedlichen Sammlungsbeständen im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen. Und – wie vor 10 Jahren – gibt es wieder den ganzen Dezember lang freien Eintritt im Kunstmuseum!


02.12.2009 – 07.02.2010
Max Ackermann:
“ Nach meinem Tod wird man vielleicht erkennen, dieses Bayreuth der Malerei“

Kunstmuseum im Alten RathausKunstmuseum Bayreuth
im Alten Rathaus
Maximilianstraße 33
95444 Bayreuth

Lageplan

Tel.: (09 21) 76 45 310
Fax: (09 21) 76 45 320
E-mail: info@kunstmuseum-bayreuth.de

geöffnet:
Dienstag – Sonntag: 10 bis 17 Uhr

www.kunstmuseum-bayreuth.de