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07.07.2011

Liszts Oper “Don Sanche” im Jubiläumsjahr

Eine Rarität aus Liszts Repertoire wird wiederentdeckt – Am 7./8. Juli in der Stadthalle

Szene aus Der Juli 2011 bringt zahlreiche Programm-Höhepunkte im Rahmen des Bayreuther Franz-Liszt-Jubiläums. Eine musikalische Rarität ist die Neuinszenierung von Liszts einziger Oper „Don Sanche ou Le chateau d’amour“ („Das Schloss der Liebe“) am 7. und 8. Juli in der Stadthalle.

Mit “Le chateau d’amour“ wird ein magischer Ort geschaffen. Turbulenzen und der Öffentlichkeit trotzend, steht das Schloss für die Idee des lebenslangen Liebesbundes. Während außerhalb des Schlosses der Gedanke von leidenschaftlicher Liebe im dauerhaften Bund der Ehe zu verblassen droht, gleicht das Schloss der Liebe einem Reservoir, in dem der Moment zur Ewigkeit wird.

Vertreten wird diese märchenhafte Wunschvorstellung in der Musik des 13-jährigen Franz Liszt. Eindeutig ist es das Bild eines jungen Komponisten, dessen Erfahrungsschatz noch begrenzt ist. Mit entsprechend naiven Theatermitteln drückt sich die Neuinszenierung aus, möchte hinter die kindliche Kulisse blicken und einen Einblick in das Schloss gewähren. Die gute und die erschreckende Seite des Paarseins wird gezeigt, das Glück der gepaarten Wesen auf dem roten Teppich präsentiert.

Das Produktionsteam für die Neuinszenierung der Liszt-Oper ist prominent besetzt. Regie führt Julia Glass. Die Zwischenmusiken wurden vom burgenländischen Komponisten Gerhard Krammer neu geschrieben. Mit herausragenden internationalen Sängerinnen und Sängern konnten die Solopartien besetzt werden. Dirigiert wird das Nordungarische Symphonieorchester Miskolc sowie der Chor der Staatsoper Koŝice (Slowakei) von Nicolaus Richter, zugleich Kulturbeauftragter für Musik und Theater der Stadt Bayreuth.

Die Oper feierte am 11. Juni 2011 in Ungarn im Rahmen des Internationen Opernfestivals Miskolc Premiere. Produzent ist Festspielleiter Tamás Bátor. Realisiert wird das Projekt in Kooperation mit der Stadt Bayreuth. Katharina Wagner, Leiterin der Bayreuther Festspiele, begleitet die Inszenierung als künstlerische Beraterin.

“Don Sanche ou Le chateau d’amour”

Oper von Franz Liszt in einem Akt
in französischer Sprache

Libretto: Théaulon de Lambert und de Rancé,
nach Claris de Florian

Musikalische Leitung: Nicolaus Richter
Regie: Julia Glass
Regieassistenz: Marc Philipp Gabriel
Bühnenbild, Kostüm: Friedrike Meese
Dramaturgie: Roman Lemberg

Musikalische Neueinrichtung,
Übersetzung der deutschen Partien: Gerhard Krammer

Künstlerische Beratung: Katharina Wagner 

   
 

Termine
Donnerstag, 7.7.2011, 19.30 Uhr, Stadthalle Bayreuth  / 18.00 – 18.30 Uhr Einführung zur Bayreuther Premiere mit Gerhard Krammer, Stadthalle Bayreuth

Freitag, 8.7.2011, 19.30 Uhr, Stadthalle Bayreuth

Beide Vorstellungen jeweils mit Pause

Vorverkauf
Theaterkasse Bayreuth
Opernstraße 22, 95444 Bayreuth
Telefon (09 21) 6 90 01, Fax: (09 21) 29 48 56
E-Mail: info@kurier-tickets.de 
Online: www.tickets-bayreuth.de oder www.eventim.de 

 
 

 

Hintergrundinformation

Zur Oper “Don Sanche”

Das Pianisten-Wunderkind Franz Liszt schrieb diese Oper 13-jährig bei seinem ersten Studienaufenthalt in Paris in den Jahren 1824/25. Die Thematik ist einer der damals beliebten romantischen Ritter-Novellen entnommen. Eindeutig handelt es sich bei Don Sanche um ein Frühwerk und Einflüsse von Mozart, Gluck und Beethoven sowie Impulse seines Lehrers Ferdinando Paer lassen sich nur schwer verkennen. Dennoch scheint in der Musikalität und im individuellen Tonfall der Partitur ein großes Talent durch.

Der Zauberer Alidor errichtet nach Verlust seiner Geliebten ein Schloss als Tempel der immerwährenden Liebe. Nur liebende Paare dürfen dort einziehen, wie der Page, der Wächter des Schlosses, erklärt. Don Sanche, ein Ritter aus einem fernen Land, möchte ins Schloss hinein, was ihm verwehrt wird, da seine Angebe­tete, Prinzessin Elzire, seine Gefühle nicht erwidert. Alidor hat Mitgefühl mit Don Sanche und verspricht, ihm zu helfen. Er beschwört einen Sturm herauf und lenkt Elzire von ihrem Weg zu einem königlichen Gemahl ab, hin zum Schloss der Liebe. Er wendet alle Mittel an, sie für die Liebe zu gewinnen und verführt sogar ihre Vertraute Zélis, ihn zu unterstützen. In einer Vision lässt er Elzire die Freuden des verzau­berten Schlosses erscheinen, aber alles bleibt vergeblich. Schließlich nimmt er die Gestalt des bösen Ritters Romualde an, stürzt sich auf Elzire und bedrängt sie. Der treue Don Sanche will die Dame be­schützen, wird aber scheinbar im folgenden Kampf schwer verwundet. Dies trifft Elzire schwer und entfacht in ihr die lang verdrängte Liebe. Alidor deckt seine Manipula­tionen auf und zieht sich zurück. Hand in Hand ziehen Don Sanche und Elzire als neues Königspaar ins Schloss der Liebe ein.

Zu den Mitwirkenden und Darstellern

Nicolaus Richter / Musikalische Leitung
Nicolaus Richter, Kulturbeauftragter für Musik und Theater der Stadt Bayreuth, studierte Violine an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Zunächst schlug er eine Orchesterlaufbahn ein, die ihn u.a. in das Gürzenich-Orchester Köln und schließlich in das Orchester der Bayreu­ther Festspiele führte. Seit 1980 ist Richter Direktor der Städtischen Musikschule Bayreuth und leitet seit über 20 Jahren das deutsch französische forum junger kunst in den Bereichen Musik­theater und Symphonieorchester. In Zusammenarbeit mit dem Regisseur Philippe Arlaud dirigierte er 2006/2008 „Der Ring an einem Abend“ in Bayreuth/ St. Pölten und 2007 Prokofjews „Verlobung im Kloster“ (deutsche Ersteinspielung durch den BR). Im Jahr 2008 leitete Richter das Orchester des Feldkirch-Festivals bei Arlauds Neuin­szenierung von Mozarts „Così fan tutte“.

Julia Glass / Regie
Julia Glass studierte Klavier an der Universität der Künste Berlin sowie Regie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Im Jahr 2004 absolvierte sie ein Praktikum an der Staatsoper unter den Linden im Bereich Korrepetition. Im Rahmen des Studiums, das sie im Jahr 2008 erfolgreich abschloss, inszenierte sie Szenen aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß und realisierte die Produktion „Der Zauberbaum“ von Christoph Willibald Gluck sowie Boris Blachers „Abstrakte Oper Nr. 1“. Glass nahm an Meisterkursen u.a. bei Vera Nemirova und Katharina Wagner teil.

Marc Philipp Gabriel / Regieassistenz
Marc Philipp Gabriel studierte, nach einem internationalen Bachelorstudium in Cambridge, Architektur in Dresden und Berlin. Parallel zum Studium absolvierte er im Jahr 2007 das Dance Intensive-Programm an der Tanzfabrik Berlin und zeigte sein Solo-Stück „Selbstanleitung“ bei den Tanztagen 2008 in den Berliner Sophien­saelen. Er übernahm Regie- und Projektassistenzen, u.a. am Festspiel­haus Hellerau, an der Kölner Oper und bei Education-Projekten der Berliner Philharmoniker. Im Jahr 2008 gewann er den 1. Preis in der Kategorie „Flöte solo“ beim Amateurwettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Flöte in Frankfurt. Zurzeit ist er freier Mitarbeiter für Musiktheater­pädagogik an der Komischen Oper Berlin.

Friederike Meese / Bühnenbild, Kostüm
Friederike Meese schloss im April 2010 ihr Bühnenbildstudium bei Harmut Meyer an der Universität der Künste in Berlin ab. Als Assistentin beteiligte sie sich an verschiedenen freien Theaterprojekten im Ausland und war dafür längere Zeit in Alaska, Tschechien und Russland unterwegs. In Berlin gestaltete sie Bühne und Kostüme für diverse Musiktheaterinszenierungen wie für die Kurzoper „Der Fall des Hauses Usher“ (Poe/Débussy) und das Projekt der Akademie der Künste „ohrenstrand.net“. Meese lebt als freischaffende Bühnenbildnerin in Berlin.

Roman Lemberg / Dramaturgie
Roman Alex Lemberg studierte zunächst Musikwissenschaft und Romanistik in Freiburg und Tübingen. Sein Studium der Musik­theater­regie an der Theaterakademie der Musikhochschule Hamburg sowie an der Hoch­schule für Musik Hanns Eisler in Berlin befindet sich derzeit im Abschluss. Lemberg arbeitete bereits als Regieassistent und Korrepetitor, kreierte Bühnen- und Filmmusiken und arrangierte Opern für kammermusikalische und experimen­telle Auf­führungen. Darüber hinaus ist er auch als Dramaturg tätig.

Gerhard Krammer / Musikalische Neuausrichtung

Gerhard Krammer studierte Orgel und Kirchenmusik an der Expositur Oberschützen und absolvierte sein Studium der Musikpädagogik und Germanistik in Graz. Krammer ist seit vielen Jahren als Komponist und Interpret im Bereich der Neuen Musik tätig. Als Lehrbeauftragter doziert er am Musik­gymnasium Oberschützen der Kunstuniversität Graz. Der mit zahlreichen Auszeichnungen geehrte Komponist und Arrangeur erhielt Kompositions­aufträge, u.a. vom ORF. Vor allem das Spätwerk von Franz Liszt hat ihn immer wieder zu sehr individuellen Sichtweisen und Interpretationen inspiriert.

Byoungnam Hwang, Tenor / Don Sanche
Byoung Nam Hwang aus Seoul, Südkorea, studierte Gesang an der Chu-Gye University of Arts seiner Heimatstadt und der Arena Akademia in Rom sowie an der Hochschule für Musik Detmold. Der Künstler ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, u.a. des „Gagopa Lieder-Gesangswettbewerb“ in Südkorea und des „Ferrucio Tagliavini“ in Graz. Im Jahr 2007 war er Finalist der Wettbewerbe „Citta di Alcamo“ und „Principessa Cristina Trivulzio di Beglioioso“ in Mailand. Sein Bühnendebüt gab er 2001 als Gastone in „La Traviata“ an der Oper von Seoul. Es folgten weitere Engagements im In- und Ausland, z.B. am Landestheater Detmold und bei den Bad Hersfelder Festspielen.

Martin Gerke, Bassbariton / Alidor
Martin Gerke, geboren 1982 in Hildesheim, studierte Gesang an der Hochschule für Musik Detmold und der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Weitere künstlerische Impulse folgten im Rahmen eines Meisterkurses mit Prof. Thomas Quasthoff in der Carnegie Hall, New York. Es folgten zahlreiche Auftritte, u.a. am Stadttheater Hildesheim, am Theater an der Rampe in Stuttgart, am Landestheater Detmold und als Solo-Bariton bei der Ruhrtriennale. Im Jahr 2010 debütierte er als Figaro in „Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart am Theater für Nieder­sachsen und als „Don Giovanni“ an der Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Ana Maria Pinto, Sopran / Elzire
Ana Maria Pinto, 1981 in Porto, Portugal geboren, studierte Gesang bei Rui Taveira an der hiesigen Musikhochschule und setzte ihre Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin fort. Sie besuchte Meisterklassen, u.a. bei Antonie Denygrova, José Campos und Wolfram Rieger. Pinto arbeitete bereits mit Dirigenten wie Marc Tardue, Cesário Costa und Ferreira Lobo zusammen und trat in Opern sowohl in Deutschland als auch in Portugal auf, darunter in der Hauptrolle in Ruperto Chapís Zarzuela „La revoltosa“, in Mozarts „Le nozze di Figaro“ und in Puccinis „La Bohème“. Im Jahr 2009 veröffentlichte sie eine CD mit Liedern des portugiesischen Komponisten Fernando Lopes Graça.

Melinda Heiter, Mezzosopran / Zélis
Melinda Heiter, 1980 in Budapest, Ungarn geboren, begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von sechs Jahren. Nach langjährigem Klavierunterricht und diverser Chorerfahrung entschied sie sich für eine Gesangsausbildung an der Franz-Liszt-Musikakademie Budapest, die sie im Jahr 2008 beendete. Heiter nahm an verschiedenen Wettbewerben und Meisterklassen im In- und Ausland teil, u.a. bei Júlia Hamari und Walter Moore, und sang bereits während ihres Studiums an verschiedenen ungarischen Theatern. Seit 2009 arbeitet sie mit Bernadett Wiedemann zusammen.

Mónika Fischl, Sopran / Page
Mónika Fischl debütierte als „Norina“ in „Don Pasquale“ in der Ungarischen Staatsoper, mit der sie auch regelmäßig auf Konzert­reisen in Europa und Japan war. Sie trat in verschiedenen Operetten auf, darunter „Die Fledermaus“ und „Die Csárdásfürstin“. Ihre erste Hauptrolle spielte Fischl in der Produktion „Das Veilchen von Montmartre“ des Operettentheaters Budapest, mit dem sie weltweit auf Tournee ging.

Lóránt Gál, / Tänzer
Lóránt Gál, geboren 1984 in Miskolc, Ungarn, schloss seine Theatertanzausbildung an der Szemere Bertalan Vocational and Art School im Jahr 2004 ab. Seit 1999 ist er in verschiedenen Positionen am Nationaltheater Miskolc tätig und war dort bereits in zahlreichen Rollen zu sehen. Seit 2004 ist er Mitglied des Nationaltheaterballetts.

Renáta Czipóné Varga / Tänzerin
Renáta Czipóné Varga, 1984 in Miskolc, Ungarn geboren, absolvierte eine Ausbildung zur Theatertänzerin an der Szemere Bertalan Vocational and Art School sowie eine Weiterbildung im Bereich Marketing und Werbung. Czipóné Varga arbeitete am Móricz Zsigmond Theater und ist seit 2004 am National­theater Miskolc tätig, wo sie bereits zahlreiche Rollen übernahm.

Nordungarisches Symphonieorchester
Das Nordungarische Symphonieorchester Miskolc wurde vor vier Jahrzehnten gegründet und besteht aus 84 hoch qualifizierten Musikern. Ihr künstlerischer Leiter ist der Dirigent László Kovács – ein Liszt- und Bartók-Pásztory-Preisträger, dessen Arbeit von der Stadt Miskolc mit dem Pro-Urbe-Preis ausgezeichnet wurde. Jährlich gibt das Orchester landesweit bis zu 90 Konzerte, die regelmäßig vom Ungarischen Rundfunk übertragen werden. Das Repertoire des Ensembles ist breit gefächert und umfasst viele Stile und Gattungen, die vom Barock bis zur Gegenwart reichen. Das Nordungarische Symphonieorchester tritt alljährlich beim Internationalen Opernfestival Miskolc auf.

Chor der Staatsoper Košice
Das Staatstheater Košice wurde im Jahr 1945 unter dem Namen „Ostslowakisches Theater“ gegründet. Es unterhält die drei Sparten Schauspiel, Ballett und Oper mit eigenem Opernchor.

Tamás Bátor / Produzent
Tamás Bátor ist Leiter der Internationalen Opernfestspiele Miskolc und Künstlerischer Berater der Ungarischen Staatsoper sowie der Nationalen Philharmonie in seiner Heimatstadt Budapest, wo er auch sein Musik­studium absolvierte. Sein Debüt als Opernsänger feierte er an der Mailänder Scala. In seiner Gesangskarriere kann er auf zahlreiche Engagements auf der ganzen Welt zurückblicken. Bei namhaften internationalen Wettbewerben ist Bátor zudem immer wieder als Jurymitglied gefragt.