Stadt Bayreuth

IM FOKUS

16.08.2011

Markgräfliches Opernhaus bald Unesco-Weltkulturerbe?

Bewerbung ist auf einem guten Weg – Umfassende Sanierung

Opernhaus von innenDas Markgräfliche Opernhaus Bayreuth hat Weltruf, es hat weltweite Einzelstellung durch seinen original erhaltenen Innenraum. Was jetzt noch fehlt, ist der Rang eines Unesco-Weltkulturerbes. Der Weg dorthin ist schwer, aber das Opernhaus ist nach Angaben der Verantwortlichen auf einem guten Weg. Im Sommer 2011 soll eine Gutachtergruppe nach Bayreuth kommen, um das Opernhaus auf seine Welterbetauglichkeit zu untersuchen.

Unabhängig von der Entscheidung der Unesco, die im kommenden Jahr erwartet wird, steht das Opernhaus vor der umfassendsten Sanierung in seiner mehr als 250-jährigen Geschichte seit der Erbauung durch die Barockmeister der Familie von Giuseppe und Carlo Galli-Bibiena (innen) und Joseph Saint-Pierre (außen). Das Spannende an der Sanierung, die 18,9 Millionen Euro kosten und im Januar 2013 beginnen wird: Das Opernhaus wird wieder so aussehen, wie es Markgräfin Wilhelmine 1750 selbst erlebt hat.

Der Restaurator Martin Hess, der in den vergangenen Monaten bei den umfassenden Voruntersuchungen, die seit 2009 laufen,  Musterachsen im Opernhaus angelegt hat, die den späteren Zustand erahnen lassen, sagt: Die ursprünglich angestrebte Sanierung, bei der die jetzige Farbgebung beibehalten werden könnte, sei nicht möglich. Der Grund liege darin, dass die Farbe, die bei der Überarbeitung des Hauses 1936 verwendet wurde, so viel Spannung mit dem Untergrund aufgebaut habe, dass das darunter befi ndliche Holz weiter reißen könnte. Das Haus wird einen Wechsel vollziehen, der deutlicher nicht sein kann: „Das Haus wechselt von Nato-Oliv zu Smaragdgrün“, wie es der Leiter der Bauabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung, Martin Pfeil, nennt. Pfeil zeigte sich im Rahmen eines Pressegesprächs mehr als begeistert von der Planung und dem vermutlichen Gesamteindruck, den das Haus einmal ausstrahlen soll: Das Haus werde nicht nur den Eindruck von 1750 wiedergeben, „wir werden auch auf die originale Bühnenöffnung zurückgehen. Die dann zu sehende durchgehende Raumflucht wird berauschend sein. Das wird nicht nur von der Bausubstanz, sondern auch vom Eindruck her unvergleichlich werden“.

Die Chancen, die die Bayreuther Welterbe-Bewerbung haben wird, seien als hoch einzuschätzen, vermutet der Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, Johannes Erichsen, bei einem Rundgang im Opernhaus. Die Bewerbung sei auf der Zielgeraden angekommen – was dem Haus als „bedeutendstes und besterhaltenes Beispiel höfischer Opernhausarchitektur und Opernkultur des Barock“ auch durchaus gerecht werde.  Bis September 2012 kann das Opernhaus jedoch noch besichtigt werden. Erst dann beginnen die Einrüstarbeiten.