Stadt Bayreuth

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28.01.2008

Markgrafenkaserne: Stadt setzt auf Logistik

Expertenhearing bestätigt Bayreuth das Potential für ein regionales Logistikzentrum

In Bayreuth werden derzeit die Weichen für ein bedeutsames Konversionsprojekt gestellt. Das annähernd 30 Hektar große Areal der Markgrafenkaserne – bis vor wenigen Jahren Heimat eines großen Bundeswehrstandorts – soll in eine für die weitere Stadtentwicklung zukunftsweisende gewerbliche Nachfolgenutzung überführt werden. Vor allem die verkehrsgünstige Lage der militärischen Brachfläche eröffnet hierfür vielversprechende Optionen im Bereich Logistik. Ein Expertenhearing im Rathaus hat der Stadt jetzt gute Chancen bescheinigt, sich als Logistik-Regionalzentrum erfolgreich am Markt zu positionieren.

Konversionsprojekt Markgrafenkaserne

Um in Sachen Nachfolgenutzung einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen, hat die Stadt inzwischen ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) in Auftrag gegeben, das die Grundlage für weitere Maßnahmen sein wird. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl: “Wir wollen die anstehende Konversion offensiv als Chance nutzen, um die oberzentrale Funktion Bayreuths nachhaltig zu stärken.”

Die Frage, was aus dem 280.000 Quadratmeter großen Areal werden soll, ist zu einem der wichtigsten kommunalpolitischen Themen geworden. Dabei geht es um die Ansiedlung von Gewerbe, das auf eine zentrale Lage im überregionalen Verkehrsnetz angewiesen ist. Für die Stadt, so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, stehe daher eine Verwertungsoption im Bereich Logistik eindeutig im Vordergrund, da diese von der hervorragenden Verkehrsanbindung der Markgrafenkaserne besonders profitieren würde.

Das beauftragte ISEK-Gutachterteam arbeitet derzeit unter Hochdruck an einer sozialräumlichen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Bestandsaufnahme. Die Wirtschaftsanalyse der Gutachter erkennt für Bayreuth unter anderem erhebliche Potentiale im Bereich der Neuen Materialien, der Gesundheitswirtschaft, der Logistik und der sonstigen Dienstleistungswirtschaft. Nach Auffassung der Gutachter sollte auf dem Kasernengelände insbesondere der Bereich Logistik entwickelt werden. “Mit dieser Ausrichtung übernimmt ein solches Projekt auch eine wichtige strukturpolitische Funktion für den Wirtschaftsstandort Bayreuth”, so Gutachter Dr. Stefan Leuninger von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) München.

Vor diesem Hintergrund diskutierte jetzt eine Expertenrunde im Rathaus die Entwicklungspotentiale des Kasernengeländes als Logistikstandort und erörterte konkrete Umsetzungsschritte. Neben Praktikern aus Logistik-Unternehmen, regionalen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, Vertretern der Regierung von Oberfranken und der Verwaltung waren auch der bayerische Clustermanager im Bereich Logistik, Professor Dr. Peter Klaus von der Universität Erlangen-Nürnberg, und Professor Dr. Torsten Eymann, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Bayreuth, an dem Hearing beteiligt.

Die Experten bestätigten die von den ISEK-Gutachtern erkannten Potentiale. Auch ihrer Einschätzung nach hat Bayreuth gute Chancen, sich als Regionalzentrum Logistik erfolgreich am Markt zu positionieren. Bedient wird durch ein solches Regionalzentrum insbesondere die lokal und regional ansässige Wirtschaft. Es schafft zum einen die Voraussetzungen, verlagerungswilligen Logistikunternehmen in Bayreuth ideale Standortbedingungen anzubieten, zum anderen neue Unternehmen dieser Branche anzusiedeln.

Die Effizienz der Logistik beeinflusst mittlerweile nicht nur in der Industrie und im verarbeitenden Gewerbe, sondern auch in vielen Dienstleistungsbereichen wesentlich den Unternehmenserfolg. Den hohen Anforderungen an ihren Logistik-Service können viele Unternehmen nicht mehr gerecht werden. Für komplexe Logistikaufgaben müssen die Hersteller Spezalisten heranziehen. In der Konsequenz nimmt das Outsourcing von Logistikbereichen in Deutschland jährlich um sieben Prozent zu. Für Bayreuth ist es daher wichtig, ideale Standortbedingungen  für Logistikunternehmen zu schaffen. Durch zusätzliche Angebote können sich die ansässigen Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen ausrichten und wichtige Effizienzsteigerungen ohne Einbußen im Bereich der Qualität erreichen.

Im Rathaus will man jetzt zügig die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen und versuchen, eine schnelle Verwertung der Immobilie zu erreichen. Nach Angaben von OB Dr. Hohl steht die Stadt in engem Dialog mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), in deren Eigentum sich das Areal befindet. “Bis Ende 2008 sollen die Umsetzungsschritte soweit vollzogen sein, dass die Markgrafenkaserne als Logistikstandort genutzt werden kann”, so das Stadtoberhaupt.