Stadt Bayreuth

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22.11.2007

Mehr Freiraum für die Rollwenzelei

RollwenzeleiHistorische Fotografien zeugen von einer Idylle. Die Rollwenzelei, der Rückzugsort für Bayreuths große Dichterpersönlichkeit Jean Paul, lag einst mitten im Grünen. Heute rauschen die Autos direkt an dem Gebäude vorbei. Jetzt hat die Rollwenzelei etwas mehr Freiraum bekommen. Für rund 25.000 Euro hat die Stadt in den vergangenen Wochen den Vorplatz der Rollwenzelei umgestaltet und Platz für eine kleine Grünfläche geschaffen. Soweit die Witterung es zulässt, wird das Stadtgartenamt dort voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche zwei Kaiser-Linden, Rosen und Bodendecker pflanzen.

Angestoßen hatte die Umgestaltungsarbeiten im Sommer vergangenen Jahres ein Antrag von CSU-Stadtrat Bruno Hauck. Angesichts des Baus der Umgehungsstraße bei Aichig, die die Königsallee und die Kemnather Straße entlasten soll, entstehe auch der benötigte Spielraum, um die Asphaltflächen an der Rollwenzelei zu verkleinern und Platz für eine Grünfläche zu schaffen. So könnte dann zumindest teilweise der ursprüngliche Charakter des Gebäudes wieder hergestellt werden. Eine Argumentation, der schließlich auch der Bauausschuss folgte und im Herbst 2006 grünes Licht für die Arbeiten gab.

Inzwischen ist die B 22 neu bei Aichig fertiggestellt, so dass die optische Verschönerung des Umfeldes der Rollwenzelei nun in Angriff genommen werden konnte. Zur gestalterischen Verbesserung wurden über 200 Quadratmeter Asphaltfläche ausgebaut und durch einen gepflasterten Gehweg sowie eine Pflanz- und Grünfläche ersetzt. Im Zuge der Verschönerungsarbeiten wurden auch eine neue, 60 Meter lange Wasserleitung sowie ein 161 Meter langer dreizügiger Kabelkanal für die Stromversorgung der Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs GmbH (BEW) verlegt. Außerdem installierte die Stadt an der Einmündung Kemnather Straße (B 22)/Königsallee eine sogenannte Auffangampel.

Die Kosten für die Umgestaltung vor dem historischen Gebäude, in dem einst Jean Paul seinen Durst löschte und schrieb, betragen 25.800 Euro. Die Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener e.V. hat in Regie ihrer Vorsitzenden Brigitte Hohlbach-Jenzen zu Ehren Jean Pauls außerdem eine Granitbank gestiftet, die nun Spaziergänger vor der Rollwenzelei zum Verweilen und Ausruhen einlädt. Auf der Vorderseite der Bank wird Jean Paul mit den Worten „Die nicht trinken, kennen die Welt nicht“ zitiert.