Stadt Bayreuth

20.11.2008

Mehr Regionalfördermittel für Oberfranken

Expertentagung bei der IHK: 2009 Aufstockung der Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe

Die Wirtschaft in Oberfranken kann im kommenden Jahr mit mehr Geldern aus der Regionalförderung rechnen. Dies ist das Ergebnis einer Tagung des Unterausschusses „Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsförderung“, die zwei Tage lang in den Räumen der IHK für Oberfranken in Bayreuth stattfand. Das Geld ist Teil eines von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakets, in dem 200 Millionen Euro zur Aufstockung der Regionalfördermittel der GA vorgesehen sind.

Wie die IHK für Oberfranken Bayreuth mitteilt, einigten sich bei dem Treffen in Bayreuth die Spitzenbeamten aus Bundes- und Länderministerien auf einen Vorschlag an die Politik zur Verteilung der Mittel aus diesem Konjunkturprogramm. Dabei kam es zu einer überraschenden Empfehlung: Während früher die neuen Bundesländer rund 75 Prozent der Mittel zugeteilt bekamen, sollen die Gelder diesmal 50:50 zwischen Ost und West verteilt werden. „Mit dieser Entwicklung können wir mehr als zufrieden sein, denn alleine für Bayern bedeutet das voraussichtlich eine Verdoppelung der GA-Fördermittel in 2009. Wenn sich an der bisherigen Praxis im Freistaat nichts ändert und davon gehe ich auch bei dem neuen Wirtschaftsminister aus, dann wird ein großer Teil dieser Fördergelder auch bei uns in Oberfranken eingesetzt“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans F. Trunzer. Wichtig sei dabei allerdings, dass die Gelder zusätzlich zu den bisher eingeplanten Mitteln verteilt würden. „Es darf nicht sein, dass der Freistaat nun seinerseits bei der Förderung spart.“

Dass die Tagung in Bayreuth stattfand, ist eine Auszeichnung für die IHK: „Erstmals hat dieser Ausschuss bei einer Industrie- und Handelskammer getagt. Dies ist Zeichen der Wertschätzung für die jahrzehntelange intensive und erfolgreiche Arbeit an regionalpolitischen Themen hier in Oberfranken“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans F. Trunzer.

Strukturwandel durch Förderung

Dr. Trunzer nutzte nach Mitteilung der IHK die Veranstaltung, um zur Zukunft der Regionalförderung aus Sicht der oberfränkischen Wirtschaft Stellung zu nehmen. „Regionalförderung muss als regionale Strukturpolitik verstanden werden, sonst bleibt Sie eine reine Alibiveranstaltung“, so Trunzer. Die einzelbetriebliche Förderung sei auch in Zukunft weiterhin unverzichtbar. Die Politik müsse eine Region wie Oberfranken aber auch durch andere Politikbereiche unterstützen. Als ein herausragendes Beispiel nannte er die Errichtung von Hochschulen: „Für die Region Bayreuth war die Gründung der Universität ein enormer Schub.“ Nach Trunzers Ansicht muss die Wissensinfrastruktur in Oberfranken weiter ausgebaut werden. Dies unterstütze die Unternehmen dabei, innovationsfähiger zu werden. „Wir brauchen unbedingt mehr Forschungseinrichtungen in Oberfranken, die Fraunhoferarbeitsgruppen sind hier nur ein Anfang.“ An die Experten aus Bundes- und Landesministerien richtete Trunzer einen eindringlichen Appell: „Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse muss weiterhin Ziel der Politik bleiben“, keinesfalls dürfte der Ländliche Raum von der Entwicklung der Metropolen abgehängt werden.

Gemeinsam mit seinem Kollegen von der HWK Oberfranken, Horst Eggers, stellte Trunzer die Bedeutung der Regionalförderung für Oberfranken heraus. „Ohne die Finanzhilfen aus Brüssel, Berlin und München hätte sich die Wirtschaft der Region nicht so positiv entwickeln können. Wir haben uns von einem vorwiegend auf Textil und Porzellan ausgerichteten Wirtschaftsraum hin zu einer breit aufgestellten und damit relativ krisenstabilen Wirtschaft entwickelt.“ Die Kammervertreter verbanden dies mit einem Dank an die Regierung von Oberfranken, die mit der Abwicklung der Förderanträge befasst ist. Dabei setze sie sich stets engagiert für die Unternehmen in der Region ein.