Stadt Bayreuth

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11.07.2006

Millionen fürs gute Trinkwasser

Bayreuths Haushalte müssen sich auf eine moderate Erhöhung des Trinkwasserpreises einstellen. Wie die Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs GmbH (BEW) mitteilt, sieht sich das Unternehmen gezwungen, den Netto-Verbrauchspreis zum 1. August um zehn Cent pro Kubikmeter auf 1,89 Euro zu erhöhen. Hintergrund der Tariferhöhung sind millionenschwere Investitionen in die Sicherung und den qualitativen Ausbau der Bayreuther Trinkwasserversorgung, die die BEW aktuell und auch in den kommenden Jahren bewältigen muss.

Bayreuths Trinkwasser ist qualitativ Spitze, wie bundesweite Vergleichstests immer wieder belegen. Dahinter steckt ein Aufwand, der seinen Preis hat. Dennoch fällt die jüngste Tariferhöhung moderat aus. Für den Durchschnittsverbraucher bedeuet sie eine Preissteigerung von 5,27 Prozent, für einen Industriebetrieb von 5,55 Prozent. Damit bewegt sich das für den Verbraucher relevante Paket aus Trinkwaser-Verbrauchspreis und Abwassergebühr weiterhin im vergleichbaren Rahmen vieler anderer nordbayerischer Städte.

10 Millionen Euro für die Trinkwasserversorgung 

Dass eine Tariferhöhung in diesem Jahr unumgänglich wurde, liegt an den umfangreichen Investitionen, die die BEW aktuell und in naher Zukunft für den weiteren qualitativen Ausbau der Bayreuther Trinkwasserversorgung schultern muss. Auf mehr als zehn Millionen Euro beziffert BEW-Geschäftsführer Hans Nestmann die Aufwendungen, die beispielsweise in den Neubau von Anlagen zur Entsäuerung von Fichtelgebirgswasser und für das Wasser aus den BEW-Brunnen am Eichelberg gesteckt werden müssen. Umfangreiche Investitionen und Wartungsarbeiten stehen auch für die Anlagen Osterbrunnen und Quellhof an. Nicht zu vergessen die derzeit laufenden Erkundungsbohrungen der BEW im Heinersreuther Forst, von denen sich der BEW-Geschäftsführer eine Jahresmenge von bis zu einer Millionen Kubikmeter an Trinkwasser verspricht. Aber auch notwendige Arbeiten am Versorgungsnnetz, so beispielsweise der Bau einer neuen Verbindungsleitung zwischen den beiden Druckzonen Hohe Warte und Eichelberg stehen auf der Agenda der kostenträchtigen Baumaßnahmen; ebenso das im Frühjahr erweiterte Trinkwasser-Bezugskontingent der BEW bei der Fernwasserversorgung Oberfranken.

Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl betont vor allem die notwendige Zukunftsvorsorge für eine auf lange Sicht garantierte, hochwertige Trinkwasserversorgung der Stadt und ihrer Menschen, der sich die BEW zu stellen habe: „Zur Sicherung all dieser Invstitionen in das so wichtige Lebensmittel Trinkwasser ist eine moderate Preisanpassung, wie wir sie jetzt vornehmen müssen, unerlässlich.“ Bayreuth sei aufgrund der geographischen Gegebenheiten eben leider nicht in einer vergleichsweise günstigen Lage, wie etwa das benachbarte Kulmbach. „Wir müssen mehr Geld investieren als andere, um Trinkwasser zu gewinnen und können uns diesem Einfluss nicht entziehen“, so Dr. Hohl.

Was bedeutet die Tariferhöhung für die Haushalte in Cent und Euro? Für ein Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 200 Kubikmeter steigen die Gesamtkosten im Jahr um 20 Euro (netto). Bei einem Industriebetrieb (Jahresverbrauch rund 20 000 Kubikmeter) sind es dementsprechend 2 000 Euro.