Stadt Bayreuth

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30.06.2005

Mit GIS zu noch mehr Effizienz in der Verwaltung

Im Rathaus laufen die Arbeiten an der Einführung eines Geographischen Informationssystems auf Hochtouren

BAYREUTH – Das Zauberwort heißt GIS: Sogenannte Geographische Informationssysteme sind inzwischen anerkannte und auf Dauer unersetzliche Grundbausteine für eine effiziente öffentliche Verwaltung. Auch im Rathaus hat man bereits vor geraumer Zeit die Weichen für ein städtisches GIS gestellt.

Wie Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz mitteilt, laufen die Arbeiten für die schrittweise Einführung des neuen Informationssystems in den relevanten städtischen Dienststellen auf vollen Touren. Grundstückgrenzen, Gebäudebestand, Straßen-, Wege- oder Kanalnetze bis hin zum kartierten Baumbestand werden mit Hilfe des GIS auf dem PC-Bildschirm in frei wählbaren Ausschnitten, Maßstäben und Größenordnungen für die Belange der Stadtentwicklung, des Umweltschutzes und der Infrastrukturplanung verfügbar.

Ende vergangenen Jahres hat der Stadtrat sein grundsätzliches grünes Licht für die Beschaffung einer GIS-Software im Rathaus gegeben. Seither wird konkret an der Systemeinführung gearbeitet. Und weil Informationen beziehungsweise Informationssysteme bekanntlich immer nur so gut sind, wie die dahinter stehenden Daten, dreht sich zur Zeit nach Angaben des Oberbürgermeisters alles ums Einpflegen der notwendigen Geo-Basisdaten. Hinzu kommen die jeweiligen Fachdaten, die dann schrittweise einzelnen Dienststellen der Stadtverwaltung zugänglich gemacht werden. Der Schwerpunkt liegt hier bei den technischen Ämtern im Stadtbau- und Tiefbaureferat, aber auch beim Umwelt- und beim städtischen Grundstücksamt.

Das in das Geo-Informationssystem investierte Geld sieht der Oberbürgermeister gut angelegt: „Auf der Grundlage der digitalen Flurkarte des Landesvermessungsamtes, des bestehenden und des in der Aufstellung befindlichen Flächennutzungsplanes sowie vorhandener Luftbilder entsteht mit dem Geographischen Informationssystem sukzessive eine Datenbank, die in völlig neuer Form graphische Daten und textliche Information miteinander verknüpft.“ Detaillierte räumliche Analysen etwa im Bereich der Stadt-planung, des Natur- oder Gewässerschutzes können so in der Verwaltung als verlässliche Planungshilfen herangezogen werden.

Der Nutzen für den Bürger liegt auf der Hand: Geographische Informationssysteme ermöglichen der Verwaltung eine kurzfristige, aktuelle Gesamtschau aller relevanten Faktoren für das jeweilige Planungsvorhaben. Sie sparen damit Zeit ein und sorgen für präzise Grundlagen, so zum Beispiel bei der Sanierung von Kanalisationssystemen, bei der Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbegebiete oder bei der Abgrenzung von Wasserschutzgebieten.

Die Anwendungsbereiche Geographischer Informationssysteme sind schier unbegrenzt und beschränken ihren Nutzen bei weitem nicht nur auf verwaltungsinterne Abläufe. Langfristig schlummert in ihnen sogar das Potential für umfassende Stadtinformationssysteme, auf denen jedermann die gewünschten Informationen abrufen kann – vom aktuellen Baulückenkataster bis hin zur städtischen Übersichtskarte, die unter anderem mit touristisch relevanten Infos gespickt sein könnte. Im neuen Bayreuther GIS sieht der Oberbürgermeister daher auch nicht den Abschluss, sondern vielmehr den Ausgangspunkt einer Entwicklung, die vor dem Hintergrund sich rasant verändernder technischer Möglichkeiten auf noch mehr Bürgerservice in den öffentlichen Verwaltungen setzt.