Stadt Bayreuth

15.11.2016

Mitarbeiter zu betrieblichen Pflegelotsen geschult

Gemeinsames Angebot von Wirtschaftsförderung und Seniorenamt: 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen wurden geschult

Die Pflege von Angehörigen spielt angesichts des demographischen Wandels auch bei der Personalentwicklung der Unternehmen eine zunehmend größere Rolle. Denn für Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen ist es schwierig eine gute Balance zwischen Pflege, Sorge und Beruf zu finden. Mit Blick auf diese Thematik haben die Wirtschaftsförderung und das Seniorenamt der Stadt Bayreuth im Rahmen des Familienbündnisses Bayreuth für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen die Qualifizierung zum betrieblichen Pflegelotsen durchgeführt.

Neben den organisatorischen Problemen sind pflegende Angehörige zusätzlich physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Oft müssen sie ihren Beruf ganz aufgeben. Doch es muss beides möglich sein: Zeit für die Pflege in der Familie und Zeit für den Beruf. Das ist wichtig für die Pflegebedürftigen und für die Angehörigen. In solchen Situationen benötigen sie Unterstützung durch den Arbeitgeber.

Bayreuther Pflegelotsen

Die frisch qualifizierten Pflegelotsen.

Die Qualifizierung zum Pflegelotsen widmete sich an vier Schulungsterminen genau dieser Thematik. Die Informationsveranstaltung gab zum einen einen Überblick, warum dem Thema Pflege zukünftig auch innerhalb von Unternehmen ein höherer Stellenwert zugemessen werden sollte, zum anderen wurden regionale Beratungsangebote, gesetzliche Regelungen in Unternehmen und ausgewählte Praxisbeispiele, wie Unternehmen mit dieser Thematik umgehen, vorgestellt.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

In den Workshops wurde näher auf die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade, die Leistungen der gesetzlichen sowie privaten Pflegeversicherung, das Betreuungsrecht beziehungsweise die rechtlichen Vorsorgemöglichkeiten und auf die Pflegebegutachtung eingegangen. Aber auch der Praxisbezug durfte nicht fehlen. Hierzu wurden Möglichkeiten diskutiert, wie eine Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in die Unternehmenskommunikation und die Personalentwicklung eingebaut werden kann.

Matthias Mörk, Fachkräftemanager der Wirtschaftsförderung, ist sich sicher, dass das Thema Pflege künftig einen höheren Stellenwert beim Arbeitgebermarketing bekommen wird. „Schon jeder zehnte Beschäftigte ist in die Pflege der Angehörigen eingebunden. Unternehmen, die hier auf Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen, werden in Zukunft einen klaren Vorteil bei der Suche nach Arbeitskräften haben.“

Langfristige Begleitung der Pflegelotsen

An den Workshops haben 19 Personen aus überwiegend mittelständischen Unternehmen teilgenommen. Die Teilnehmer können nun als Pflegelotsen starten und individuelle Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen. Einige Ideen wurden bereits genannt. So soll beispielsweise eine Bedarfsermittlung durchgeführt, die Mitarbeiter im Unternehmen über den Pflegelotsen informiert sowie eine Checkliste erstellt werden.

Die Wirtschaftsförderung wird die Teilnehmer der Qualifizierung über die Workshops hinaus begleiten. Denn die Lotsen sollen sich langfristig in den Unternehmen der Region Bayreuth etablieren. „Wir wollen die Erfahrungen der Pflegelotsen nutzen, damit zukünftig weitere Unternehmen Pflegelotsen als selbstverständliches Angebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzen“, so Eva Rundholz von der Wirtschaftsförderung.