Stadt Bayreuth

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17.11.2006

Modellprojekt Menzelplatz abgeschlossen

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOG hat in den vergangenen Jahren im Quartier “Altstadt” eine ganze Reihe von Modernisierungsvorhaben realisiert. Einer der Schwerpunkte war der Menzelplatz. Bei der Verbesserung der Wohnqualität geht es aber nicht nur um bauliche Maßnahmen an Gebäuden, sondern auch um die Aufwertung des Wohnumfeldes insgesamt. Jetzt wurde das ehrgeizige Projekt mit dem Abschluss der Arbeiten an den letzten Bausteinen abgerundet. Gemeinsam mit zahlreichen geladenen Gästen weihte Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl am Freitag, 17. November, den neu gestalteten Menzelplatz ein. Und auch der schon im Mai eröffnete neue Service- und Beratungspunkt für die Bewohner der Altstadt hat mit dem Familientreff “Schatzkiste” der Evangelischen Bildungsstätte sowie den neuen Seminarräumen der Volkshochschule wichtigen Zuwachs bekommen.

Zur Vorgeschichte: Das GEWOG-Projekt Menzelplatz wurde Ende 2003 in das vom Bayerischen Innenministerium entwickelte Förderprogramm “Lebendige Wohnquartiere für Jung und Alt” (LWQ) aufgenommen. Dessen Zielsetzung ist es, Wohnquartiere mit erkennbaren sozialen Problemen, aber noch stabiler Bewohnerstruktur frühzeitig vorbeugend durch bauliche und soziale Maßnahmen zu stärken.

Bei der Einweihung des neu gestalteten Menzelplatzes zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl beeindruckt von der architektonischen Umsetzung des Gesamtprojektes. Innerhalb des Platzes ergeben sich durch die Aufteilung in verschiedene Zonen unterschiedlichste Möglichkeiten zur Nutzung – vom kommunikativen Sitzforum für viele bis zur privat gehaltenen Laube aus Rosenstelen. Zudem wurden fließende Übergänge zum Allwetterplatz und zu den Service- und Beratungsangeboten am Menzelplatz geschaffen.

Schlüssiges Konzept

“Alles in allem ist so ein in sich schlüssiges und zukunftsweisendes Konzept entstanden, auf das wir zusammen mit den Bewohnern der Altstadt stolz sein dürfen”, so Dr. Hohl. Den Anwohnern wird durch das Engagement der Volkshochschule vor Ort die Gelegenheit geboten, direkt vor der Haustür ihren Horizont zu erweitern und  – zum Beispiel durch das Belegen von Sprachkursen – ihren Beitrag für ein erfolgreiches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen zu leisten. “Ein echtes Vorzeigeprojekt für unsere Stadt und die soziale Kompetenz, die wir hier in beispielhafter Form bündeln konnten”, betonte der Oberbürgermeister.

Die Arbeit am Menzelplatz zeichnet sich vor allem durch eine enge Zusammenarbeit zwischen GEWOG, Volkshochschule, Caritas, Treff e.V., der Kirche und der Familienbildungsstätte aus. Der Umstand, dass es dabei gelungen ist, den Sachverstand vieler Beteiligter mit den Wünschen der Anwohner zu verzahnen, zeigt nach Einschätzung des Oberbürgermeisters zudem, wie wichtig die Bildung von Netzwerken sein kann und welch positive Ergebnisse dabei zu erzielen seien.

Der Allwetterplatz Der bereits im Mai fertiggestellt Allwetterplatz “Treffer” erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit und wurde innerhalb kurzer Zeit als Treffpunkt bei den Jugendlichen etabliert. Um die Identifikation der jungen Leute mit “ihrem” Platz zu erhöhen, werden die angrenzenden Garagenwände derzeit in enger Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen von Graffiti-Künstlern gestaltet.
Zudem hat das soziale Umfeld des Menzelplatzes durch die Einrichtung des Familientreffs “Schatzkiste” in Regie der Familienbildungsstätte und durch den Treffpunkt der vhs erheblich an Attraktivität gewonnen. Beide Einrichtungen sehen ihre Angebote als Teile eines stadtteilbezogenen Konzept, das den Menzelplatz zu einer zentrale Anlaufstelle für die Wohnbevölkerung werden lässt. Im Mittelpunkt stehen dabei Integrationsangebote, die fehlende Bildungschancen oder sonstige soziale Nachteile ausgleichen und mögliches Konfliktpotential frühzeitig entschärfen wollen. Der Menzelplatz soll sich so vom sozialen Brenn- zum zentralen Treffpunkt wandeln. Hier soll das soziale Herz der Altstadt schlagen.

Das Engagement der GEWOG in der Altstadt

Die 1 550 GEWOG-Wohnungen in der Altstadt wurden größtenteils in den 50er Jahren gebaut. Bauweise, Wohnungszuschnitt und sanitäre Einrichtungen entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. In der Altstadt hat sich daher ein großer Modernisierungs- und Sanierungsbedarf ergeben. Von 1997 bis heute hat die GEWOG 326 Wohnungen renoviert. Dies umfasst unter anderem den Einbau neuer Bäder und Küchen, die Erneuerung der gesamten Installation und Innenausstattung, den Anbau von Balkonen, neue Fenster und die Sanierung der Dächer. Durch moderne Heizanlagen wird der Kohlendioxid-Ausstoß verringert und durch die Dämmung der Keller- und Dachgeschossdecken Heizenergie gespart. Die Investitionskosten betrugen bisher rund 14,4 Millionen Euro, die zu zwei Drittel aus Eigenmitteln finanziert wurden.

Insgesamt hat die GEWOG am Menzelplatz rund drei Millionen Euro ausgegeben – 960 000 Euro für die Gestaltung des Wohnumfeldes und 2,13 Millionen Euro für die Modernisierung der Wohnungen. Aus dem Modellprogramm LWQ wurden der GEWOG für den Menzelplatz 282 900 Euro bewilligt. Die Modernisierungsmaßnahmen können mit Mitteln aus dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm in Höhe von 781 500 Euro realisiert werden. Die Arbeiten wurden überwiegend durch heimische Firmen ausgeführt, so dass die damit verbundene Wertschöpfung im Raum Bayreuth verblieb.