Stadt Bayreuth

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11.11.2009

Musik für den Weltfrieden

Bayreuther Zamirchor singt am Internationalen Holocaust-Gedenktag in New York

Der Bayreuther Zamirchor ist von den Vereinten Nationen (UN) eingeladen worden, am internationalen Holocaust-Gedenktag, am 27. Januar 2010, in New York aufzutreten. Unter der Leitung des israelischen Dirigenten Issak Tavior wird der Chor zusammen mit dem Jerusalemer Oratorio Chamber Choir und den Nürnberger Philharmonikern ein Konzert vor Gästen aus 192 Nationen in der “United Nations General Assembly Hall” geben.

Der Zamirchor ist der erste deutsche Chor, der an diesem renommierten Ereignis singen wird. Auf den Chor aufmerksam geworden sind die Vereinten Nationen durch einen Livemitschnitt der Kompositionen von Issak Tavoir, die er im Mai 2008 zusammen mit dem Zamirchor und dem Jerusalemer Oratorio Chamber Choir in der Bayreuther Stadthalle sowie im Staatstheater Nürnberg präsentierte.

Die Tatsache, dass gerade der Zamirchor ausgewählt wurde, darf als kleine Sensation betrachtet werden, denn das Auswahlverfahren für die musikalischen Künstler, die am Internationalen Holocaust-Gedenktag auftreten dürfen, ist nicht unkompliziert. Zunächst muss eine politische Institution ihrer jeweiligen Botschaft in New York einen Künstler vorschlagen. Diese leitet die Empfehlungen an ein UN-Komitee weiter, welches letztendlich entscheidet, wer eine offizielle Einladung erhält.

Dass nun mit dem Bayreuther Zamirchor und den Nürnberger Philharmonikern zwei regionale Ensembles an dieser bedeutsamen Feierlichkeit mitwirken dürfen, ist nach Angaben der Verantwortlichen unter anderem auch der Hilfe von Bundes-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu verdanken, der in einem Schreiben an die Deutsche Botschaft vor dem HIntergrund der deutsch-jüdischen Vergangenheit eine Teilnahme beider Ensembles ins Spiel gebracht hatte.

Auch Bayreuths Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl hat das Projekt unterstützt. Der Auftritt des Zamirchores und der Nürnberger Philharmoniker hätte eine “sehr starke symbolische Wirkung”, schrieb er im März an den Deutschen Botschafter und fügte hinzu: “Beide Städte bemühen sich permanent um die lückenlose Aufarbeitung ihrer Geschichte und um die Aussöhnung mit den Opfern des Holocaust.” Darüber hinaus unterstützt der Oberbürgermeister den auf finanzielle Hilfe angewiesenen Chor bei der Suche nach Sponsoren.

Insgesamt benötigt der Chor nach eigenen Angaben 100.000 Euro. Bisher erhielt er Zuschüsse von der Oberfrankenstiftung, der Staatskanzlei, der Sparkasse Bayreuth, dem Bayerischen Musikfond, der Israelischen Botschaft und der Sparkassenstiftung. Der Chor hofft auf weitere Sponsorengelder.