Stadt Bayreuth

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26.09.2008

Naturerlebnis Grunauer Weiher

Neue Infotafel des Stadtgartenamtes informiert über den Wert von totem Holz für Flora und Fauna

Öffentliche Grünflächen im Stadtbereich haben vielfältigste Funktionen zu erfüllen. Sie sind gleichsam das Aushängeschild einer lebendigen Stadt. Bayreuth hat in dieser Hinsicht neben den gärtnerisch angelegten Flächen ein großes Potential interessanter naturnaher Erholungsräume zu bieten. Ein Beispiel unter vielen ist der Grunauer Weiher. Dort hat das Stadtgartenamt jetzt eine Infotafel aufgestellt, von der man mehr über diesen interessanten Naturraum erfährt.

Mit einer neuen Infotafel macht das Stadtgartanamt am Grunauer Weiher auf Flora und Fauna aufmerksam

Die Tafel für Anwohner wie Ausflügler befindet sich am Magdalenenweg am Westufer des künstlich angelegten Grunauer Weihers, der eigentlich Knochenmühlweiher heißt. Er diente in früheren Zeiten als Mühlweiher der gleich unterhalb gelegenen Knochenmühle oder „Bühlersmühle“. Das alte Mühlgebäude an der Schwarzwaldstraße 32 steht noch heute. Die Mühle gehörte einst zum Gut Grunau. Verschiedenen Eigentümern diente sie zur Herstellung von Knochenmehlen als Zusatz für Dünger und Tierfutter, zuletzt auch als Spiritusbrennerei und Essigfabrik.

Die neue Infotafel des Stadtgartenamtes erläutert anschaulich den Wert von sogenanntem Totholz in Waldbeständen. Am Fußweg wurden tote Äste und Stammstücke abgelegt, um die Beobachtung einiger ihrer Bewohner zu ermöglichen.

Überhaupt ist der vordere Teichrandbereich mit seinen gut ausgebauten Fußwegen eine ideale Warte zur Naturbeobachtung. Hier ergeben sich interessante Ausblicke auf das Gewässer mit dem anschließenden Waldbestand. Der aufmerksame Beobachter kann verschiedene Fischarten im Wasser entdecken, aber auch den Eisvogel auf seiner Warte, einer in den Teich gestürzten Eiche. Spechten kann man ebenfalls bei ihrer Arbeit zusehen und an so manchem Sommerabend streichen Fledermäuse wie die Zwerg- oder die Wasserfledermaus auf der Jagd über das Gewässer.

Während an den Fußwegen die Sicherheit für Fußgänger regelmäßig durch Kontrollen und Pflegemaßnahmen am Baumbestand gewährleistet wird, ist der angrenzende Wald ein wichtiges Biotop mit stattlichen Baumriesen und Beständen an totem Holz. Hier ist Raum für die Entwicklung von höhlenbrütenden Vogelarten, Baumpilzen und Insekten. Rund ein Viertel der in Deutschland vorkommenden Käferarten sind beispielsweise zwingend auf totes Holz angewiesen.

Immer mehr Bewohner von Totholz befinden sich auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzarten. Der Nutzungsdruck in den Wäldern, aber auch übertriebene Ordnungsliebe führen dazu, dass zu wenig altes und totes Holz in der Natur verbleibt. Das Waldstück am Grunauer Weiher weist dagegen alle wichtigen Stadien vom sogenannten Trockenholz, also stehenden toten und absterbenden Baumkörpern, bis zum Moderholz, also am Boden liegenden Stämmen, auf. Ein Besuch am Grunauer Weiher lohnt sich also für jeden Naturfreund!