Stadt Bayreuth

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01.02.2007

Neue Wege zur Integration

Die Zahl der in der Bayreuth aufgenommenen Aussiedler hat sich im vergangenen Jahr außerordentlich stark verringert. Lediglich 44 Spätaussiedler wurden in 2006 dem Bayreuther Übergangswohnheim in der Himmelkronstraße zugewiesen. Damit macht sich ein nun schon seit mehreren Jahren rückläufiger bundesweiter Trend auch in Bayreuth deutlich bemerkbar.

Der Zuzugsstrom der Spätaussiedler nach Deutschland ebbt offensichtlich immer mehr ab: Wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung erläutert, wurden 2006 auf Bundesebene 78 Prozent weniger Aussiedler aufgenommen als noch im Vorjahr. Und: Zählte der Regierungsbezirk Oberfranken im Jahr 1994 noch 4.301 Aussiedler, die es aufzunehmen galt, so waren es 2006 nur noch 167, von denen 44 Bayreuth zugewiesen wurden.

Trotz dieser rückläufigen Zahlen bleibt eine engagierte und zielgerichtete Integrationspolitik für die neuen Mitbürger aber auch für die kommenden Jahre eine gesellschaftspolitische Herausforderung. In einem eigens eingerichteten Arbeitskreis zur Integration von Spätaussiedlern diskutierten jetzt Vertreter von Behörden und öffentlichen Einrichtungen, der ARGE, der Polizei sowie verschiedener sozialer und karitativer Initiativen mit dem Aussiedlerbeauftragten der Stadt, Gerhard Eggert, über neue Wege der Integrationspolitik.

Die Stadt Bayreuth hat die Notwendigkeit  zielgerichteter Bemühungen zur Integration von Aussiedlern und ausländischen Mitbürgern früh erkannt und bereits in den 80er Jahren eine Ausländer- und einen Aussiedlerbeauftragten als zentrale Anlauf- und Beratungsstelle installiert. Begleitet wurden diese personellen Weichenstellungen durch ein ganzes Bündel von Eingliederungsmaßnahmen – vom Sprachkurs bis zur Kulturveranstaltung, vom Ausstellungsprojekt bis zu Begegnungstagen. Jüngstes Beispiel: Am neu gestalteten Menzelplatz hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOG im vergangenen Jahr ein Servicezentrum initiiert. Dort gibt jetzt gleich eine ganze Reihe von Beratungsangeboten, so zum Beispiel eine Migrationsberatung des Caritasverbandes, des Sozialen Dienstes der Stadt sowie des Aus-siedlerbeauftragten. Und auch die städtische Volkshochschule ist vor Ort mit Deutsch-Sprachkursen für Aussiedler präsent. Zusätzlich werden zwei Mutter-Kind-Gruppen der Evangelischen Familienbildungsstätte angeboten.

Doch was gut ist, kann auch noch besser werden. Mit dem Ziel, die bestehenden Angebote und Strukturen künftig noch besser zu vernetzen, soll Bayreuth daher ein Integrationsforum bekommen. Es soll die Eingliederung von Spätaussiedlern ebenso wie von ausländischen Mitbürgern noch zielgerichteter angehen und die unterschiedlichen Angebote besser aufeinander abstimmen. Besonderes Augenmerk will man dabei den Bereichen Sprache, Bildung, Schule und Soziales schenken. Begleitend hierzu ist die Herausgabe einer Informationsbroschüre für Spätaussiedler und Ausländer geplant, die über die Vielzahl der bestehenden Integrationsangebote informiert.