Stadt Bayreuth

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10.01.2008

Neues Integrationskonzept für Bayreuth

Die Stadt Bayreuth will ihre Integrationspolitik auf veränderte konzeptionelle Füße stellen. Hierzu soll ein neues Integrationskonzept erstellt werden. Wissenschaftlich begleitet werden die hierfür notwendigen Arbeiten zum einen durch den Fachbereich Sozialgeographie der Universität Bayreuth, zum anderen durch die Universität Southampton in Großbritannien, mit der ein enger wissenschaftlicher Austausch besteht.

Die erfolgreiche und schnelle Integration von Spätaussiedlern und Ausländern war seit jeher eines der vorrangigen Ziele der Stadt Bayreuth. Unter der Federführung des neu geschaffenen Amtes für Integration soll nun im Dialog mit jenen Institutionen, die sich in Bayreuth mit der Integrationsarbeit befassen, ein neues Eingliederungskonzept erarbeitet werden. „Dabei gilt es, die vorhandenen Ressourcen zu bündeln und durch neue Angebote zu optimieren. Die Pflege bereits bestehender Netzwerke und ihr weiterer Ausbau hat hierbei oberste Priorität“, betont Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl.

Inzwischen wurde unter der Leitung des Integrationsbeauftragten der Stadt Bayreuth, Gerhard Eggert, eine Steuerungsgruppe gebildet, die sich aus der städtichen Ausländerbeauftragten, Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Regierung von Oberfranken , des Caritas-Verbandes, der Arbeitsgemeinschaft Stadt Bayreuth (ARGE), dem Verein „Horizonte“ und der Universität Bayreuth zusammensetzt. Vier Handlungsfelder wurden definiert, die gleichzeitig vier Arbeitsgruppen darstellen:

  • sprachliche Integration und Bildung
  • berufliche Integration, Arbeit und Wirtschaft
  • gesellschaftliche und kulturelle Integration
  • soziale Integration

Außerdem sollen sich die Arbeitsgruppen mit den verschiedenen Querschnittsthemen, wie etwa die interkulturelle Öffnung der Verwaltung, dem ehrenamtlichen Engagement und dem Beschwerdemanagement auseinander setzen.

Die Arbeitsgruppe „Sprachliche Integration und Bildung“ hat sich bereits mit den bestehenden Sprach- und Bildungsangeboten für Menschen mit Migrationshintergrund in Bayreuth befasst. Demnächst sollen die verschiedenen Angebote in einer Informationsbroschüre zusammengefasst werden.

Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth

Um aus akademischer Sicht einen Beitrag zum Integrationskonzept in Bayreuth zu liefern, haben 20 Studierende der Geographie im Sommersemester 2007 ein erstes Forschungspraktikum mit dem Titel „Integration in Bayreuth“ durchgeführt. In mehreren Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Situation von Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern.

Vor diesem Hintergrund wurde für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit von Stadt und Universität vereinbart. Professor Dr. Detlef Müller-Mahn, Lehrtsuhl für Bevölkerungs- und Sozialgeographie der Universität Bayreuth, hat sich bereit erklärt, das geplante neue Integrationskonzept weiterhin wissenschaftlich zu begleiten. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde bereits eine Fragebogenaktion unter den hier lebenden Spätaussiedlern und Migranten durchgeführt. Dabei wurde unter anderem mit Repräsentanten der muslimischen Gemeinde in der Friedrich-Puchta-Straße, der russlanddeutschen Landsmannschaft, der Caritas und dem Verein „Bunt statt braun“ zusammengearbeitet. Der Ergebnisbericht liegt inzwischen vor und wurde jetzt Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl übergeben.

In einem weiteren Schritt wird in Kürze eine Befragung unter der Bayreuther Bevölkerung vorgenommen, um Meinungen und Einstellungen zu den Themenbereichen Migration und Integration zu erfassen. Im Sommersemester folgt dann eine Untersuchung über die Lebensbedingungen von Migranten in der Stadt.

Zusammenarbeit mit der Universität Southampton

Frau Professorin Ulrike Meinhof von der Universität Southampton nahm erstmals im Juli 2007 mit dem Amt für Integration Kontakt auf. Im Rahmen einer Sitzung der Arbeitsgruppe „Sozialstruktur“ der Sozialen Stadt St. Georgen stellte Frau Professorin Meinhof das von der Europäischen Union finanzierte Forschungsprojekt „SeFoNe“ vor, das sich mit der Frage von nachbarschaftlichen Beziehungen in den Grenzregionen der EU-Länder befasst. Die Integrationslandschaft in ausgewählten EU-Städten soll im Rahmen von Feldpraktika untersucht werden. Beteiligte Städte sind Nikosia/Zypern, Catania/Sizilien, Budapest/Ungarn sowie die deutschen Städte Chemnitz und Bayreuth.

Für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes in Bayreuth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Hauke Dorsch zuständig. Geplant ist, räumliche Aktivitäten auf dem Gebiet der Integration in Bayreuth zu erfassen. Nach Abschluss des Projekts im Sommer 2008 ist zudem eine Abschlussveranstaltung im Oktober 2009 vorgesehen.

Seitens der Universität Bayreuth wurde mit den beiden Universitäten eine enge und kooperative Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Integration, insbesondere bei der Erstellung des städtischen Integrationskonzeptes vereinbart.