Stadt Bayreuth

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22.04.2009

Neues jüdisches Kultur- und Gemeindezentrum geplant

Israelitische Kultusgemeinde plant jüdisches Kultur- und Gemeindezentrum mit Mikwe in der Münzgasse sowie Sanierung der Synagoge

Perspektivische Ansicht der SynagogeDie Regierung von Oberfranken und die Stadt Bayreuth unterstützen die Israelitische Kultusgemeinde nachdrücklich bei ihrem Vorhaben. “Angesichts der historischen Schuld, die auch die Stadt Bayreuth in der Zeit der Nazi-Diktatur mit Blick auf ihre jüdischen Mitbürger auf sich geladen hat, ist dieses Projekt ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der Aussöhnung und der Verständigung”, so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. Das neue jüdische Kultur- und Gemeindezentrum sei geeignet, ein Vorzeigeprojekt für ein tolerantes und weltoffenes Bayreuth zu werden.

Die Bayreuther Synagoge liegt im Herzen der Innenstadt in der Münzgasse. “Zusammen mit dem Markgräflichen Opernhaus und dem benachbarten Redoutenhaus, dem heutigen Operncafe, bildet sie ein Ensemble von höchstem Wert, das durch die geplanten Maßnahmen städtebaulich weiter aufgewertet werden soll,” betont Regierungspräsident Wilhelm Wenning. Damit sei das Projekt rund um das neue jüdische Kultur- und Gemeindezentrum geeignet, überregionale Bedeutung zu erlangen. Auch bei der derzeit laufenden Bewerbung Bayreuths um Aufnahme ins UNESCO-Welterbe könnte das Projekt eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Perspektivische Ansicht der MikweDie Israelitische Kultusgemeinde begeht im kommenden Jahr das 250jährige Bestehen der Synagoge in Bayreuth. Ihre Einweihung erfolgte am 15. März 1760. Dies war für die Gemeinde Anlass, über eine deutliche Aufwertung des Gebäudes, des Umfeldes und der Nutzung nachzudenken.

Die Bayreuther Synagoge ist zwar äußerlich als Gebäude erhalten, wurde aber von den Nazis in der Reichspogromnacht 1938 innen vollständig zerstört. Der Wiederaufbau nach dem Krieg erfolgte mit einer völlig veränderten Fassade und einem verkleinerten Betsaal sowie verschiedenen neuen Nebenräumen. Mittlerweile ist das Gebäude dringend sanierungsbedürftig. Die Israelitische Kultusgemeinde benötigt zudem für ihr vielfältiges Gemeindeleben in Bayreuth bereits seit geraumer Zeit besser geeignete Räumlichkeiten.

Sanierung der Synagoge und Schaffung eines Kultur- und Gemeindezentrums

Das jetzt vorgestellte Konzept sieht daher zum einen vor, das Innere der Synagoge räumlich wieder auf den ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Zum anderen soll in den Räumen des benachbarten Iwalewa-Hauses ein jüdisches Gemeindezentrum entstehen. Das Afrikazentrum der Universität Bayreuth wird aus dem bisherigen Domizil ausziehen, wenn das Gebäude der ehemaligen Oberforstdirektion an der Ecke Münzgasse/Wölfelstraße für die Zwecke des Iwalewa-Hauses dauerhaft zur Verfügung gestellt wird.

Die Israelitische Kultusgemeinde hat inzwischen das renommierte und im Synagogenbau erfahrene Architekturbüro Wandel-Höfer-Lorch und Hirsch aus Saarbrücken mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, in der folgende Entwurfsbausteine untersucht werden sollen:

  • die Fassade
  • der Innenausbau
  • der Neubau eines in die Umfassungsmauer integrierten Ritualbades – Mikwe genannt
  • die Verlagerung von Einrichtungen des Gemeindehauses in das ebenfalls in der Münzgasse gelegene Iwalewa-Haus für afrikanische Kunst und Kultur der Universität Bayreuth. Dieses Gebäude soll zu einem jüdischen Kulturzentrum umgebaut werden, und schließlich
  • die Schaffung einer “Kulturmeile Münzgasse” als städtebauliche Schlüsselaufgabe.

Die Machbarkeitsstudie und voraussichtlich auch die Baumaßnahme selbst werden von zahlreichen Fördergebern unterstützt:

  • Regierung von Oberfranken, Städtebauförderung
  • Stadt Bayreuth
  • Oberfrankenstiftung
  • Landesamt für Denkmalpflege(Baumaßnahme).

Die Finanzierung der eigentlichen Bauarbeiten wird nach abschließender Entscheidung über das Konzept und Kostenschätzung mit den verschiedenen Fördergebern abgestimmt.

 Lageplan