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24.08.2010

Neues Wasserwerk am Netz

BEW hat Neubau im Löchleinstal in Betrieb genommen

In den Filtern sorgt Jurakalk für die Entsäuerung des Wassers.Mit einem Mausklick wurde vor kurzem der Neubau des Wasserwerks im Löchleinstal in Betrieb genommen. „Seitdem läuft das Wasser über die neue Entsäuerungsanlage in Richtung Bayreuth“, berichtet Klaus Markolf vom Bereich Verteilung der BEW Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs- GmbH.

Die BEW modernisiert das Wasserwerk im südlichen Fichtelgebirge seit März 2009 umfassend. Notwendig geworden war dies wegen des hohen Alters der Anlage, die Wasser aus den 60 Quellfassungen am Südhang des Ochsenkopfs entsäuert. „Wir haben nun hochmoderne Technik zur Verfügung und sind damit zukunftsfähig“, erklärt BEW-Geschäftsführer Jürgen Bayer.

Entsäuerung mit Jurakalk

Der Neubau hat ein gegenüber dem denkmalgeschützten Altbau eigenständiges architektonisches Profil erhalten. Im neuen Gebäude wurde die Technik untergebracht, die der Entsäuerung dient. Das im Fichtelgebirge gewonnene Wasser ist sauer, was von der Kohlensäure herrührt. Markolf: „Wir könnten das Wasser zwar trinken, aber in den Wasserrohren wirkt es aggressiv.“

Um das zu vermeiden, wird das Wasser entsäuert. Das leisten vier mehrere Tonnen schwere Filter, in die ein Kalkstein aus der süddeutschen Albregion eingebracht wurde. Dieser Jurakalk bindet die Teilchen, die das Wasser sauer machen und härtet das Wasser dabei auf. „Und das noch effizienter und gleichmäßiger als das zuvor verwendete Material“, freut sich Markolf.

Nach dem Durchlaufen des Kalks wird das Wasser mittels UV-Licht desinfiziert. Neben den Filtern und der UV-Licht-Anlage befinden sich im Neubau noch sehr viel Rohrleitungstechnik inklusive der Pumpen sowie das Kalksilo, ein Schaltraum für die Elektrotechnik, der Steuerungsraum und ein Sozialraum. In einem Bau aus den 1970er-Jahren sind die drei Wasserbehälter untergebracht, von denen zwei umfassend saniert wurden.

Ultrafiltration bis Ende 2010

Bis Ende 2010 wird die sogenannte Ultrafiltrations-Technik in den Altbau einziehen. Damit können Partikel – wie zum Beispiel Huminstoffe aus dem Boden – aufkonzentriert und dann abgetrennt werden. Die BEW erfüllt so die immer wieder verschärften Bedingungen zum Umgang mit oberflächennahem Quellwasser. Ca. vier Millionen Euro werden insgesamt für die Sanierung investiert.

Rund eine Million Kubikmeter Trinkwasser hoher Qualität fließen jährlich aus dem Löchleinstal in Richtung Bayreuth. Dank der derzeit laufenden Sanierung wird dieses Reservoir von Wasser aus der Region auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen.