Stadt Bayreuth

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04.10.2010

Neueste Technik im Löchleinstal

BEW modernisiert noch bis Ende des Jahres Wasseraufbereitung

In der Trinkwasserversorgung gilt das Prinzip Vorsorge. Technische Anlagen werden daher von der BEW Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs- GmbH regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht – wie jetzt das Wasserwerk im Löchleinstal, das seit März 2009 umfassend modernisiert wird. Seit Juli ist die neue Entsäuerungsanlage in Betrieb, jetzt folgte die offizielle Einweihung.

Bei der Besichtigung

Über die gelungene Investition freuen sich (von links) BEW-Geschäftsführer Jürgen Bayer, Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, Landrat Hermann Hübner und der Warmensteinacher Bürgermeister Andreas Voit.

Lediglich Entsäuern nötig
Das am Südhang des Ochsenkopfes aus rund 50 gefassten Quellen gewonnene Wasser hat laut Günter Geist vom Bereich Verteilung der BEW eine hervorragende Qualität. Die Aufbereitung kann aufs Entsäuern beschränkt werden, und auch das wäre aus gesundheitlichen Gründen nicht nötig. „Die im Wasser enthaltene Kohlensäure ist für den Menschen unbedenklich, greift aber die Rohrleitungen an.“

Die alte Entsäuerungsanlage stammte aus den 1970er Jahren, und seitdem sei technisch einiges weiterentwickelt worden, so Geist. Daher habe sich die BEW zu einer komplett neuen Anlage entschlossen, für die auch ein neues Gebäude errichtet wurde. Die Entsäuerung erledigen nun vier mehrere Tonnen schwere Filter, in die ein Kalkstein aus der süddeutschen Albregion eingebracht wurde. Dieser Jurakalk bindet die Teilchen, die das Wasser sauer machen und härtet das Wasser dabei auf. Zuvor wurde dafür halbgebrannter Dolomit verwendet, gegenüber dem der Jurakalk effizienter „arbeitet“ und für ein gleichmäßigeres Ergebnis sorgt.

Nach der Passage der Kalkfilter wird das Wasser mit Hilfe von UV-Licht desinfiziert. Die dafür verwendete Anlage fand auch im Neubau Platz, der außerdem umfangreiche Rohrleitungstechnik, Pumpen, das Kalksilo, den Schaltraum für die Elektrotechnik, den Steuerungsraum und den Sozialraum enthält. Die Behälter fürs Rohwasser, fürs Reinwasser und fürs Wasser zum Rückspülen der Filter sind in einem Bau aus den 1970er Jahren untergebracht. Zwei dieser Behälter hat die BEW saniert.

Ultrafiltration kommt in den Altbau
Die zweite Phase der Modernisierung des Wasserwerks läuft noch und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Bis dahin wird sogenannte Ultrafiltrations-Technik in den denkmalgeschützten Altbau installiert. Diese Anlage konzentriert Partikel wie Huminstoffe aus dem Boden auf und entfernt sie dann aus dem Wasser. Weil die Bedingungen zum Umgang mit oberflächennahem Quellwasser immer wieder verschärft worden waren, ist die Ultrafiltration erforderlich.

Für die komplette Sanierung des Löchleinstaler Wasserwerks investiert die BEW ca. 4 Millionen Euro. Gut angelegtes Geld, wie BEW-Geschäftsführer Jürgen Bayer betont: „Trinkwasservorkommen in der Region sind wertvoll und sollten auf jeden Fall für kommende Generationen bewahrt werden.“ Vom Südhang des Ochsenkopfes strömen jährlich rund eine Million Kubikmeter Trinkwasser in das Wasserwerk Löchleinstal und von dort in den Hochbehälter Hohe Warte, aus dem Haushalte und Betriebe in der Zone Nord des BEW-Trinkwassernetzgebietes beliefert werden.