Stadt Bayreuth

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22.09.2010

„Nicht zuschauen, sondern zupacken!“

Diesjährige Feuerwehraktionswoche wendet sich gegen die Unart des Wegsehens

Vom 17. bis 26. September ist FeuerwehraktionswocheUnter dem Motto „Zupacken statt Zuschauen!“ findet in diesem Jahr wieder eine bayernweite Feuerwehraktionswoche statt, an der auch die Wehren in Bayreuth teilnehmen. Vom 17. bis 24. September wird bei mehreren Übungen die Einsatzfähigkeit der Abteilungen demonstriert. Abgeschlossen wird die Aktionswoche am Sonntag, 26. September, mit einem „Tag der offenen Tür“ in der Feuerwache.

Was geht mich das an? Was kümmert’s mich? Was kann ich schon tun? Es sind immer die gleichen Fragen und Einwände, mit denen sich „Weggucker“ rechtfertigen, die untätig Zeuge einer Straftat geworden sind oder an Unfallstellen keine Hilfe leisten. Mit der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche möchten die 325.000 Feuerwehrdienstleistenden Bayerns darauf aufmerksam machen, dass sie Zivilcourage zeigen und zupacken statt zuschauen.

Oberbürgermeister Dr. Michel Hohl lädt Bayreuths Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, die Veranstaltungen der Feuerwehraktionswoche zu besuchen und sich selber einen Eindruck von der Arbeit der Einsatzkräfte zu verschaffen. „Die Fragen aus der Gewaltprävention der Polizei lassen sich auch auf die Arbeit der Feuerwehren übertragen, denn viele Feuerwehrleute haben Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit und ein allenfalls von Sensationsgier unterbrochenes Desinteresse am Schicksal des Nächsten an ihren Einsatzstellen angetroffen.“ Die Phänomene des „Wegsehens“ begünstigten ein Klima, in dem es Straftätern leicht falle, weitgehend unbehelligt zu agieren. Trotzdem fühlten sich viele Menschen betroffen und wollten helfen, wenn andere belästigt, beraubt oder bedroht werden. „Es fehlt aber oftmals am Wissen, ob und wenn ja, wie geholfen werden kann. Zudem fürchten sich viele vor Unannehmlichkeiten, die das eigene Engagement mit sich bringen könnte“, so der Oberbürgermeister.

Mit der Feuerwehr-Aktionswoche wollen die rund 7.700 Feuerwehren Bayerns zeigen, dass jeder in unserer Gesellschaft bei einem Unglücksfall durch beherztes Handeln etwas tun kann. Sei es durch das Absetzen eines Notrufes, durch Erste Hilfe vor Ort oder einfach „nur“ durch das Da sein für einen Unfallbeteiligten oder einen Betroffenen. Bei Gewaltverbrechen aber auch bei Verkehrsunfällen kann man zudem durch genaues Hinsehen helfen und später als Zeuge wertvolle Hinweise geben.

Allzeit einsatzbereit

Die Stadt Bayreuth unterhält eine Freiwillige Feuerwehr mit einer Ständigen Wache. In dieser versehen jeden Tag maximal zwölf hauptberufliche Feuerwehrkräfte 24 Stunden Dienst und sind sofort einsatzbereit. Bei größeren Schadensereignissen werden die hauptamtlichen Kräfte von den freiwilligen Feuerwehrleuten unterstützt. Diese werden über Funkmeldeempfänger und Sirenen zuhause oder in der Arbeit alarmiert und stehen in kürzester Zeit zur Verfügung – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit.

Welch hohe Einsatzbereitschaft hiermit verbunden ist, zeigt ein Blick in die Statistik des Jahres 2009: Die Freiwillige Feuerwehr Bayreuth wurde im vergangenen Jahr 780 mal alarmiert. Dahinter stehen 357 Brandeinsätzen und 423 Hilfeleistungen. Bei diesen Einsätzen wurden insgesamt 66 Personen aus lebensbedrohlicher Lage gerettet. Leider mussten auch wieder acht Tote geborgen werden.

Zur Unterstützung der Ständigen Wache wurde die Freiwillige Feuerwehr 2009 insgesamt 248 mal nachalarmiert. Zusätzlich wurden bei insgesamt 374 Veranstaltungen rund 6.098 Stunden für Sicherheitswachen abgeleistet, wozu die Feuerwehren ebenfalls gesetzlich verpflichtet sind.

„Die freiwilligen Feuerwehrleute opfern privat wie auch beruflich viel Zeit und brauchen sehr viel Toleranz und Unterstützung von ihren Familien und Arbeitgebern, um im Ernstfall jedem in unserer Stadt eine fachgerechte und schnelle Hilfe zukommen zu lassen“, betont Dr. Hohl mit Blick auf dieses Engagement. Die Aktionswoche sei eine gute Gelegenheit, um sich über die Arbeit der Wehren zu informieren und selber Neues zur Vermeidung von Gefahren zu lernen. „Ich darf deshalb alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, ob jung oder alt, recht herzlich einladen, die diesjährigen Veranstaltungen der Feuerwehraktionswoche zu besuchen und sich ein Bild vom hohen Leistungsstand und dem großen Einsatzpotential unserer Freiwilligen Feuerwehr zu machen“, so der Oberbürgermeister abschließend.

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