Stadt Bayreuth

26.10.2009

Noch engere Zusammenarbeit angepeilt

Deutsch-tschechisches Symposium zum Schienenverkehr im Bayreuther Rathaus

Im Bayreuther Rathaus fand dieser Tage in Kooperation mit dem Sächsisch-Bayerischen Städtenetz ein Symposium zu den neuen Herausforderungen im grenzüberschreitenden Schienenverkehr im Sächsisch-Bayerisch-Böhmischen Grenzgebiet statt. An der Tagung nahmen rund 60 Verkehrsexperten und Vertreter aus Politik und Verwaltung aus Deutschland und Tschechien teil.

Quintessenz aus kommunaler Sicht ist die folgerichtige, aber nicht einfach umzusetzende Erkenntnis, für grenzüberschreitende Verkehrsprojekte auch gemeinsame Forderungen und Lösungsvorschläge durch die betroffenen Städte und Regionen zu formulieren und damit ein grenzüberschreitendes Lobbying zu betreiben. Damit sind auch schon die großen Herausforderungen angeschnitten, die mit einer internationalen Zusammenarbeit verbunden sind: Es sind einerseits die erheblichen Unterschiede in der Verkehrspolitik und Verkehrsplanung, die im deutsch-tschechischen Vergleich gegeben sind. Es sind aber auch die unterschiedlichen kommunalen Strukturen und Aufgaben der betroffenen Städte und Regionen.

Konkret befasste sich die Tagung mit der Sachsen-Franken-Magistrale sowie der Strecke Nürnberg-Eger-Prag (mit Abzweig nach Karlsbad) als europäisch bedeutsame Schienenverkehrsachsen sowie regionalen Strecken wie der Reaktivierung von Selb nach Asch. Dabei wurden die jüngsten Entwicklungen beim Streckenausbau sowie die angestrebten beziehungsweise erforderlichen Fahrplankonzepte erörtert.

Beides wird von der aktuellen Wirtschaftskrise beeinflusst: Während der Infrastrukturausbau wie die Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale begünstigt und beschleunigt wird, hoffen die Verantwortlichen für die Bestellung des Schienennah- und Regionalverkehrs, dass es hier zu keinen Mittelkürzungen kommt.

Für die Metropolregion Nürnberg positive Äußerungen kamen vom Bayerischen Wirtschaftsministerium: Die Staatsregierung will die Elektrifizierung von Hof nach Nürnberg und Regensburg gleichberechtigt vorantreiben, obwohl nach Nürnberg die Kosten höher sind und die Bahn die Strecke nach Regensburg zur Komplettierung des Güterverkehrskorridors Ost ausbauen möchte.

Das Sächsisch-Bayerische Städtenetz will künftig noch enger mit den tschechischen Nachbarstädten zusammenarbeiten und seine verbindende Rolle zwischen den Metropolregionen Nürnberg, Mitteldeutschland und Prag noch stärker ausfüllen.

Die Fachvorträge des Symposiums können unter www.saechsisch-bayerisches-staedtenetz.de eingesehen werden.

Symposium zum deutsch-tschechischen Schienenverkehr im Bayreuther Rathaus