Stadt Bayreuth

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18.02.2008

“Notinseln” bald auch in Bayreuth

Damit für Kinder der Heimweg nicht zum Risiko wird

Das Lokale Bündnis für Familien in Bayreuth setzt sich dafür ein, dass in Bayreuth sogenannte “Notinseln” eingerichtet werden. Bei diesen handelt es sich um Geschäfte, Banken oder Behörden, in denen Kinder bei Gefahr erste Zuflucht finden. Zu erkennen sind die “Notinseln” an bundesweit einheitichen Aufklebern an den Türen.

Überall – auf dem Weg zur Schule, zu Freunden oder auf dem Spielplatz – können Gefahren für Kinder auftreten. So können sie zum Beispiel von älteren Kindern gehänselt werden, mi dem Fahrrad stürzen oder den Bus nach Hause verpasst haben. In den “Notinseln” bekommen die Kinder dann sofortige Hilfe. “Wo wir sind, bist Du sicher”, lautet nicht umsonst das Motto der “Notinseln”.

Erste Stadt in Bayern

Das Projekt ist eine bundesweite Initiative der Hänsel und Gretel-Stiftung. Viele Städte und Landkreise in Deutschland haben es bereits übernommen, in Bayern gibt es bisher nur in den Landkreisen Aschaffenburg und Weilheim-Schongau “Notinseln”. “Bayreuth wäre dann die erste kreisfreie Stadt in Bayern und somit Vorreiter bei den Notinseln”, erklärt 2 Bürgermeister Thomas Eberberger, Vorsitzender der Lenkungsgrupe des Lokalen Bündnisses für Familien in Bayreuth. Bewusst habe sich das Bündnis für ein bundesweites Projekt entschieden – wegen des Wiedererkennungswertes. “Wenn Kinder aus einer anderen Stadt, in der es bereits Notinseln gibt, nach Bayreuth ziehen, wissen sie auch bei uns sofort, wo sie Hilfe finden”, so Ebersberger.

Viel Arbeit wartet auf das Bündnis

Bis es allerdings so weit ist, hat das Bayreuther Bündnis für Familien erst mal viel Arbeit vor sich: so müssen Geschäfte gefunden werden, die daran teilnehmen möchten und als “Notinsel” auch geeignet sind. Büroräume im zweiten Stock, Ein-Mann-Betriebe, Hinterhof-Läden oder große, unübersichtliche Supermärkte beispielweise geben keine passenden “Notinseln” ab, weil das Kind ja schnell Hilfe bekommen und sich vor allem sicher fühlen soll. Häufige “Notinseln” sind zum Beispiel Bäckereien, Metzgereien, überschaubare Einzelhandelsgeschäfte oder Banken. Als Partner stehen dem Bayreuther Bündnis für Familien das Jugendamt der Stadt, aber auch die Hänsel und Gretel-Stiftung zur Seite. Letztere versorgt die Stadt mit den benötigten Aufklebern, Flyern oder Informationsbroschüren. Die werden in nächster Zeit häufig gebraucht werden – schließlich gilt es, dann auch die Bayreuther Kinder über die “Notinseln” zu informieren. Geplant sind dafür Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten sowie Elternbriefe.

Abschreckung und Beruhigung zugleich

“Die Notinseln sind Abschreckung und Beruhigung zugleich. Zum einen schrecken sie einen möglichen Täter ab – vor allem, wenn es viele “Notinseln” in einer Straße gibt -, zum anderen geben sie Kindern und Eltern Sicherheit und das Wissen, dass ihnen jederzeit geholfen wird”, ist Thomas Ebersberger von dem Projekt überzeugt.

Einsatz für ein familienfreundliches Bayreuth

Im Jahr 2005 gründete die Stadt Bayreuth gemeinsam mit Vertretern sozialer und karitativer Verbände, der Wirtschaft und des Bildungswesens das Lokale Bündnis für Familien. Sinn und Zweck dieses Bündnisses ist es, die Stadt in ihrem Bestreben, noch familien- und kinderfreundlicher zu werden, mit konkreten Maßnahmen zu unterstützen – ganz nach dem Motto: “Was gut ist, kann auch noch besser werden”. Dazu wurden insgesamt acht Abeitskreise gebildet, die sich jeweils einem Schwerpunktthema widmen:

  • Alleinerziehende Familien
  • familienfreundliches Klima
  • Familien mit Migrationshintergrund
  • Wirtschaft, Schule und Ausbildung
  • Familien und Bildung
  • Familien mit behinderten Angehörigen
  • familienfreundliche Arbeitgeber
  • Familie und Wohnen, Wohnumfeld, Verkehr und Kriminalität.