Stadt Bayreuth

24.04.2013

Oberfränkische Wirtschaft überrascht mit hoher Dynamik

Investitionsvolumen steigt und 5.500 Neueinstellungen geplant
Die oberfränkischen Unternehmen haben ihre Zuversicht wieder gewonnen. Überwogen zur Jahreswende in Bezug auf die weitere Konjunkturentwicklung noch die negativen Erwartungen, rechnen in der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth nur noch 17 Prozent mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung, aber 30 Prozent mit einem Aufwärtstrend. So ist es nicht überraschend, dass auch das Investitionsvolumen der IHK-Mitgliedsunternehmen in den kommenden Monaten steigen und die Beschäftigtenzahl um weitere 5.500 Mitarbeiter wachsen soll.

Der IHK-Konjunkturklimaindex stieg seit der Jahreswende von 110 auf 115 Punkte. Dass der Index trotz verbesserter Zukunftsperspektive nicht noch deutlicher stieg, ist darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage etwas zurückhaltender waren. Bewerteten zu Jahresbeginn noch 39 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv und 13 Prozent negativ, sind es aktuell 34 bzw. 18 Prozent. Trotz dieser Abschwächung überwiegt aber immer noch ein  positives Stimmungsbild.

Export als Wachstumsmotor
Besonders positiv beurteilt das Baugewerbe die aktuelle Geschäftslage, 44 Prozent der Bauunternehmen beurteilen diese gut, keines der Unternehmen schlecht. Aber auch bei allen anderen Branchen überwiegen die positiven Einschätzungen, vor allem beim Großhandel und den Dienstleistungen. Diese sind in erster Linie auf das gute Exportgeschäft zurückzuführen. Vor allem der Großhandel meldet eine rege Auslandsnachfrage. Alle Branchen profitieren dabei vor allem von den gestiegenen Exporten nach Asien sowie nach Nordamerika. „Erfreulicherweise haben sich die Exporte in die anderen EU-Länder wieder stabilisiert“, so Heribert Trunk, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. Asien spielt als Absatzmarkt inzwischen eine wichtigere Rolle für Oberfranken als Nordamerika. 42 Prozent der oberfränkischen Industrieunternehmen exportieren inzwischen nach Asien. „Die oberfränkische Wirtschaft ist breit aufgestellt“, so Trunk. „Praktisch in alle Länder der Welt finden oberfränkische Produkte und Dienstleistungen inzwischen ihren Weg. Dadurch kann die oberfränkische Wirtschaft Nachfragerückgänge in Teilmärkten wesentlich besser kompensieren als noch vor wenigen Jahren.“

Die aktuelle Auslastung beurteilen die Unternehmen noch durchwachsen. Während das Baugewerbe zufrieden ist, äußert sich die Industrie deutlich zurückhaltender. Damit einher geht die Ertragslage, hier überwiegen lediglich beim Großhandel die positiven Beurteilungen. Ursache für diese zurückhaltende Einschätzung sind in erster Linie die weiter gestiegenen Kosten, die aktuell nur bedingt an die Kunden weitergegeben werden können.

Trendumkehr zum Positiven
Eine komplette Trendumkehr ist bei den Erwartungen zu beobachten. Rechneten zur Jahreswende nur 20 Prozent mit einem Aufwärts-, aber 24 Prozent der Unternehmen mit einem Abwärtstrend, äußern sich in der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage 30 Prozent optimistisch und nur noch 17 Prozent pessimistisch. Waren zur Jahreswende die Erwartungen für das kommende Halbjahr außer in der Industrie in allen Branchen negativ, überwiegt inzwischen in allen Branchen wieder der Optimismus. Besonders positiv gestimmt sind dabei Unternehmer im Bau- und im Dienstleistungssektor. „Nach einer kurzen Wachstumsdelle haben die Unternehmen ihren Optimismus wieder gefunden“, so Trunk.

Nachfrageschub im In- und Ausland erwartet
Diese Trendumkehr ist gleichermaßen auf die optimistische Einschätzung der Inlands- als auch Auslandsnachfrage zurückzuführen. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Optimismus im Inland im Dienstleistungssektor und im Ausland im Industriebereich. Getragen wird die positive Entwicklung vor allem durch die erwartete Nachfrage aus Nordamerika, wo die Konjunktur wieder deutlich anzieht, und aus Asien, wo die hohe Nachfrage nach oberfränkischen Produkten noch einmal zugelegt hat. Trunk: „Asien gewinnt immer mehr an Bedeutung als Absatzmarkt für Qualitätsprodukte und Dienstleistungen aus Oberfranken. In unserer Region steht die Qualität der Produkte und Dienstleistungen ganz klar im Vordergrund. Dass dies die richtige Strategie ist, beweist der große Erfolg oberfränkischer Produkte auf den internationalen Märkten.“

Vom Tourismus abgesehen, erwarten alle Branchen in den kommenden sechs Monaten eine steigende Kapazitätsauslastung. Diese führt letztendlich zu einem steigenden Investitionsvolumen. 27 Prozent der Unternehmen planen, ihre Inlandsinvestitionen zu steigern, nur 15 Prozent wollen ihre Investitionen zurückfahren. In erster Linie soll in Ersatzbeschaffungen investiert werden. Auch im Ausland soll wieder mehr investiert werden, vor allem in Asien und Nordamerika. „Während vier von fünf Unternehmen im Inland investieren, sind es im Ausland mit 14 Prozent deutlich weniger“, so Peter Belina, Konjunkturexperte der IHK. „Für die Erschließung neuer Märkte und eine Ausweitung des Exportgeschäftes sind diese aber oft besonders wichtig. So ist es nicht überraschend, dass über die Hälfte der Auslandsinvestitionen in Kapazitätserweiterungen fließen.“

5.500 Neueinstellungen geplant
Auch die Beschäftigtenzahl soll weiter steigen. „Insgesamt 5.500 Neueinstellungen planen die oberfränkischen Unternehmen für die kommenden sechs Monate“, so der IHK-Präsident. „Bei einer Arbeitslosenquote von aktuell 5,0 Prozent, die nach dem langen Winter in den kommenden Monaten wieder sinken wird, ist es für die Unternehmen die größte Herausforderung, die benötigten Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden.“

Quelle: PRESSEINFO der IHK Oberfranken 24.04.2013