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06.10.2008

Parkhaus “Am Sendelbach” ein Sanierungsfall

BVB-Parkanlage muss spätestens Ende Mai 2009 komplett geschlossen werden

Das Parkhaus “Am Sendelbach” wird Bayreuths Autofahrern nur noch bis spätestens Ende Mai kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Dann muss die BVB-Anlage mit ihren 348 Parkplätzen aufgrund ihres schlechten Bauzustands komplett geschlossen werden. Hierfür hat der Aufsichtsrat der Bayreuther Verkehrs- und Bäder GmbH (BVB) in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben.

Wie es mit dem Parkhaus weitergeht, ob es saniert, ersatzlos abgerissen oder durch einen Neubau ersetzt werden soll – mit diesen Fragen werden sich in den kommenden Monaten die Stadtratsgremien und der BVB-Aufsichtsrat befassen müssen.

Das Parkhaus “Am Sendelbach” war bereits vor mehreren Jahren Gegenstand kommunalpolitischer Diskussionen und eingehender Untersuchungen. Schon zur Jahrtausendwende waren Schäden festzustellen, die durch den Eintrag von Tausalz in das Parkhaus verursacht worden waren und in der Folge aufwendige Sanierungs-maßnahmen erforderlich machten.

Im Jahr 2000 beschloss der Stadtrat eine reine Funktionserhaltung für das Gebäude zu realisieren, die damals rund 900.000 Mark kostete. Von vornherein war klar, dass diese Maßnahme lediglich helfen würde, die Nutzungsdauer für das Parkhaus um rund acht Jahre zu verlängern. Im Turnus von zwei Jahren wurde die Bausubstanz durch Experten begutachtet, um eventuell auftretende Beschädigungen eindämmen zu können.

Wie BVB-Geschäftsführer Hans Nestmann dem Aufsichtsrat jetzt erläuterte, hat der damit verbundene finanzielle Aufwand eine nicht mehr verantwortbare Größenordnung erreicht. Inzwischen haben Gutachter bestätigt, dass die fortschreitende Schädigung der Bausubstanz des Parkhauses ein kritisches Maß erreicht hat. Der Bewehrungsstahl in den Stahlbetonteilen sei bereits so stark korrodiert, dass er an manchen Stellen schlicht nicht mehr vorhanden sei. Die zu Lochfraß führende Chloridbelastung im Beton übersteige in vielen Bereichen das Vielfache des Grenzwertes für eine Instandsetzung und der natürliche Korrosionsschutz im Stahlbeton sei vielerorts ebenfalls nicht mehr gegeben.

“Fakt ist, dass aufgrund des schlechten Bauzu-standes eine weitere Benutzung des Parkhauses über die Jahresmitte 2009 hinaus vom Gutachter nicht mehr verantwortet werden kann”, so Nestmann. Das Gebäude muss daher spätestens zum 31. Mai komplett geschlossen werden.

Erste Berechnungen der BVB haben einen Sanierungsaufwand von rund 5,5 Millionen Euro ergeben. Eine Generalsanierung sei aber sehr in Frage zu stellen, so Nestmann weiter, da ein Abriss und kompletter Neubau in vergleichbarer Größenordnung mit kalkulierten 4,7 Millionen Euro deutlich günstiger wäre.

Die städtischen Gremien werden sich daher in den kommenden Monaten intensiv mit der Frage befassen müssen, ob man das Gebäude saniert oder abbricht, um ein neues Parkhaus zu errichten – oder ob man das Grundstück anderweitig verwertet.