Stadt Bayreuth

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05.11.2007

Patenschaftsprojekt für Migranten

Die Stadt Bayreuth geht in ihrer Integrationspolitik neue Wege und verstärkt die individuelle Betreuung von frisch nach Bayreuth gekommenen Familien mit Migrationshintergrund, aber auch für solche, die hier bislang nur unzureichend integriert sind. Im Rahmen eines Patenschaftsprojektes, das das städtische Amt für Integration gemeinsam mit dem Bayerischen Jugendring sowie den Vereinen Deutsche Jugend in Europa und BaTISA initiiert hat, werden Migranten gesucht, die bereits seit längerem in Bayreuth heimisch geworden sind, und die Neuankömmlinge betreuen sowie beim Prozess des Einlebens in der neuen Heimat begleiten.

Dieser neue Ansatz macht sich nicht zuletzt auch positive Erfahrungen mit Projekten zunutze, wie sie im Stadtteil St. Georgen bei einem sogenannten LOS-Projekt im Zuge des Programms “Soziale Stadt” gewonnen wurden. Mit solchen Kooperationen soll in Problemfällen die sozial-pädagogische Einzelbetreuung durch orientierte Hilfen gestützt werden, sollen persönliche Vorbilder auf der Grundlage familienähnlicher Beziehungsstrukturen geschaffen werden. Der Verein BaTISA bietet türkischen Studenten als Nachhilfe- und Schüler-/Jugendpatenschaften für Migrantenkinder aus dem moslemischen Kulturkreis an. Das Patenschaftsprojekt ist allerdings auf den Stadtteil St. Georgen beschränkt.

Auf der Grundlage dieser Erfahrungen will der Bayerische Jugendring gemeinsam mit dem Verein deutsche Jugend in Europa (djo) im Rahmen seiner Jugendarbeit in Bayreuth die individuelle Integrationsbegleitung verstärken. Dabei wird eine gezielte Förderung und Unterstützung von russlanddeutschen Aussiedlern, aber auch generell von Neuzuwanderern mit sozial problematischem Hintergrund angestrebt. Das Patenschaftsprojekt soll auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt werden. Vorrangig werden dabei Patenschaften in den sozialen Brennpunkten in St. Georgen, in der Burg, in der Altstadt und in der Neuen Heimat angestrebt.

Als begleitende und beratende Partner für die Migranten werden sozial kompetente Menschen, gegebenenfalls schon länger hier lebende Spätaussiedler und ausländische Mitbürger gesucht, die über ein ausgeprägtes Netz an sozialen Kontakten verfügen.

Dieser Tage fand nun als erster Schritt im Neuen Rathaus eine Informations- und Begegnungsveranstaltung statt, zu der Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl die neu eingereisten Migranten sowie Bürgerinnen und Bürger eingeladen hatte, die eine Patenschaft übernehmen wollen. Bei der Veranstaltung wurde das Projekt präsentiert sowie Beispiele für solche gelungenen Patenschaften vorgestellt. Zudem konnten erste Kontakte zwischen bereits heimisch gewordenen und neuen Migranten in Bayreuth initiert werden.