Stadt Bayreuth

IM FOKUS

03.06.2015

Plakate: Ohne Bilder

Kunstmuseum zeigt ab 10. Juni in der Ausstellungshalle des Rathauses Plakate aus dem Fundus des Bayreuther Plakatmuseums

Das Kunstmuseum zeigt vom 10. Juni bis 28. August in der Ausstellungshalle des Neuen Rathauses Plakatkunst aus dem Fundus des Bayreuther Plakatmuseums. Seit 2012 wird das Plakatmuseum, eine Schenkung seines Gründers Franz-Joachim Schultz mit mehr als 18.000 Plakaten, im Kunstmuseum Bayreuth bewahrt und erforscht.

Die Ergebnisse dieser Forschungen werden in den kommenden Jahren in einer lockeren Folge von Ausstellungen und Publikationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Aufarbeitung beginnt mit einem sehr speziellen Plakatkonvolut, den reinen Schriftplakaten. Dies hat historische Gründe – die ersten Plakate überhaupt waren reine Schriftplakate.

„Ohne Worte!“ – in Karikaturen werden so Bilder bezeichnet, die ohne jegliche Texterläuterungen auskommen. Man könnte auch sagen. Dass dem Betrachter hier einfach die Worte fehlen, das Gesehen adäquat widerzugeben.

„Ohne Bilder!“ – hat die Plakatkunst begonnen. Können Plakate denn ohne Bilder auskommen? In unserer so bildgesättigten Zeit, die uns mit einer Flut von immer schneller vorbeifließenden digitalen Bildwelten überfüttert, erscheint dies als nahezu unmöglich.

In der Frühzeit der Plakatkunst waren Bildreproduktionen kompliziert, ihre auf Schwarzweiß-Effekte reduzierte Bildqualität war in der Regel nicht befriedigend. Somit war diese Technik für ein doch als Verbrauchsgut gedachtes Medium viel zu teuer. Inhalte wurden also typographisch vermittelt. Dabei entstanden bildhafte Schriftgestaltungen und Schrift-Bilder, die zuweilen an die Konkrete Poesie heranreichen und die uns bis heute faszinieren.

Plakate können ohne Bilder auskommen! Denn mit gestalteten Schriften und Schriftgestaltungen können Themen auch visuell vermittelt werden. Schriftplakate sind sogar äußerst vielgestaltig! Sie dokumentieren verschiedene Gestaltungsansätze, zum Beispiel des Jugendstils, des Bauhauses oder der 1970er Jahre, in denen auch besonders gestaltete Schriftfamilien entstanden, die sogleich in Plakaten Verwendung fanden.

Die Ausstellung ist auch über die Festspielzeit hinweg zu sehen. Es erscheint der erste Band der neuen Museumsreihe: ein aufwändiger Katalog mit über 500 Abbildungen und Texten von Franz-Joachim Schultz, René Grohnert, dem Direktor des Deutschen Plakatmuseums im Museum Folkwang Essen, und Anita Kühnel von der Stiftung Preußischer Kunstbesitz in Berlin.

www.kunstmuseum-Bayreuth.de

Plakate: Ohne Bilder!‘
10.6. – 28.8.2015
Ausstellungshalle des Neuen Rathauses Bayreuth
Luitpoldplatz 13

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 9 – 17 Uhr; Freitag: 9 – 15 Uhr
Juli und August auch samstags von 10 – 14 Uhr