Stadt Bayreuth

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25.01.2011

Premiere: Studiobühne präsentiert “Amphytrion” von Kleist

Das Kleist-Jahr 2011 macht’s möglich: Studiobühne lädt am 29. Januar zur Premiere ein

Szene aus Amphytrion; Foto: Studiobühne BayreuthDer Todestag des Dichters Heinrich von Kleist (1777 – 1811) jährt sich 2011 zum 200. Mal. Aus diesem Anlass hat sich die Studiobühne Bayreuth Kleists Lustspiel “Amphytrion” vorgenommen. Der junge Regisseur Dominik Kern hat dazu ein ungewöhnliches optisches Konzept entwickelt. Premiere ist am 29. Januar, um 20 Uhr, auf der Hauptbühne der Studiobühne in der Röntgenstraße. 

Stellen sie sich vor, sie kommen nach Hause und stellen fest, sie sind schon da. Wie reagieren sie? Empörung. Ein Betrüger! Mit Sicherheit! Oder ist ihr Gegenüber vielleicht das Original und sie beginnen an sich selbst zu zweifeln? In Kleists Lustspiel AMPHITRYON kommen der Titelheld und sein Diener in genau diese Situation:

Göttervater Jupiter, der es – wie so oft – auf eine Menschenfrau abgesehen hat, besucht Alkmene und verbringt eine Nacht mit ihr, indem er sich in die Gestalt ihres Gatten, des Thebanerfeldherren Amphitryon, verwandelt. Als der echte Ehemann aus der Schlacht zurückkehrt ist die Verwirrung groß. Amphitryon will von der vergangenen Liebesnacht nichts gewusst haben. Für ihn liegt klar ein Ehebruch vor, während Alkmene beteuert, ihn und immer nur ihn empfangen zu haben.

Parallel dazu treibt Götterbote Merkur sein Spiel mit Amphitryons Diener Sosias, dessen Äußeres er angenommen hat, und bringt ihn und seine Gattin Charis an den Rand des Zweifelns und Ver-Zweifelns. Als Jupiter das Verwirrspiel schließlich auflöst und sein wahres Gesicht enthüllt, verspricht er Amphitryon als Entschädigung ein besonderes Kind, kein geringeres als den Halbgott Herkules, zu schenken. Doch ist die heile Welt der Liebenden damit wirklich wiederhergestellt?

Kleist macht aus dem antiken Komödienstoff, der vor ihm bereits von Plautus, Molière und anderen bearbeitet wurde, ein feinsinniges Seelenspiel über Liebe, Gottesbilder und das Verhältnis von Identität zu Autorität. Ohne die burlesk-komischen Elemente zu verlieren erhält der alte Mythos dadurch eine philosophische Tiefe, wie sie nach Kleists Version nicht mehr erreicht wurde.

Es spielen:
Charis Hagen, Heike Hartmann, Fabian Bamberg, Martin Betz, Franz Buchta, Frederik Flegel, Daniel Ganzleben, Hermann Seifert, Klaus Wiehl

Inszenierung:
Dominik Kern, Bühne: Alix Gilka-Bötzow

Kostüme:
Thorsten Maisel, Licht und Ton: Ronald Kropf, Maske: Kirsten Manert

Weitere Vorstellungen:
4., 12., 19., 26. Februar 3., 7., 12., 18., 23., 29. März1., 9., 12. April jeweils um 20 Uhr sowie 27. Februar um 17 Uhr

Karten: 
Theaterkasse Bayreuth, Tel. (09 21) 6 90 01 oder online unter www.theaterkasse-bayreuth.de