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Für ein kinderfreundliches Stadtklima

25.07.05

Als familienfreundliche Stadt hat Bayreuth schon seit vielen Jahren einen guten Ruf. Doch was gut ist, kann auch noch gesteigert werden. Im Neuen Rathaus trafen sich jetzt auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz Vertreter der sozialen, wirtschaftlichen und karitativen Verbände, der Wirtschaft, des Bildungswesens und der Stadt zur Gründung eines Lokalen Bündnisses für Familien in Bayreuth. In einer ganzen Reihe von Arbeitskreisen mit klar umrissenen Aufgaben sollen in den kommenden Monaten konkrete Fortschritte vor Ort erarbeitet und den Interessen der Familien noch mehr Nachdruck verschafft werden.

Das Thema Familien bewegt die politischen Gemüter. Nicht nur auf bundes- und landespolitischer Ebene ist man sich inzwischen seiner Bedeutung bewusst, auch die Kommunen befassen sich längst intensiv mit den Folgen der langfristigen demographischen Veränderungen unserer Gesellschaft. So verwies Dr. Mronz bei seiner Begrüßung auf die jüngste Jahreskonferenz des Bayerischen Städtetages, der sich drei Tage lang mit dem Szenario "Städte ohne Kinder" beschäftigt hat. "Auch für die Stadt Bayreuth ist der Stellenwert der Familie ein absolutes Zukunftsthema", betonte der Oberbürgermeister. Bayreuth engagiere sich seit vielen Jahren mit aller Kraft auf diesem Felde und könne dabei auf beachtliche Erfolge verweisen. Die Gründung eines Lokalen Bündnisses, wie sie der Stadtrat in seiner Juni-Sitzung beschlossen habe, und die damit verbundene koordinierte Zusammenarbeit aller maßgeblichen lokalen Instanzen sei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg in eine familienfreundlichere Gesellschaft.

Dass Bayreuth hierbei seit geraumer Zeit auf einem guten Weg ist, belegte der Oberbürgermeister mit einer umfangreichen Bestandsaufnahme der vorhandenen städtischen Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien, die er dem neugeschaffenen Lokalen Bündnis mit auf den Weg gab. "Damit wir wissen, wo wir stehen und worauf wir aufbauen können", so Dr. Mronz. Von den Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder und Kinder im Schulalter über die Erziehungs- und Bildungsangebote für Eltern und Kinder, bis hin zu den Ferien- und Freizeitangeboten mit und in der Stadt, von den offenen Jugendtreffs über die Aktivitäten des Stadtjugendrings bis zur überregionalen Jugendarbeit listete der Oberbürgermeister eine eindrucksvolle Vielfalt der Angebote und Möglichkeiten auf. Aktivitäten, die sich die Stadt vieles kosten lässt. Rund 13,3 Millionen Euro umfasst der diesjährige Haushalt des Stadtjugendamtes. Geld, das für weit gespannte Aktionen benötigt wird und weitestgehend als Zuschuss ohne Gegenfinanzierung durch entsprechende Einnahmen aufgebracht werden muss. "Hohe Investitionen in eine kinder- und familienfreundliche Stadt, die vielfach nicht einmal zu den kommunalen Pflichtaufgaben gehören", so Dr. Mronz.

Der Oberbürgermeister erinnerte zudem an den Umstand, dass Bayreuth als eine der ersten Städte im Freistaat überhaupt Ende der 90er Jahre die Vollversorgung mit Kindergartenplätzen verwirklicht habe. Und auch im Bereich der Mittags- und Ganztagsbetreuung an Grund- und Hauptschulen habe sich die Stadt enorm engagiert, so dass jetzt schon rund 500 Schulkinder dieses Angebot nutzen.

Eine Einschätzung, die Elisabeth Goos-Wille vom Servicebüro für Lokale Bündnisse für Familien des Bundesfamilienministeriums teilte. Bayreuth verfüge über eine hervorragende Struktur der Betreuungsangebote. "Sie sind in der glücklichen Lage, sich anderen Schwerpunkten widmen zu können", so die Expertin des Ministeriums - nämlich vor allem der Frage, was die Unternehmen heutzutage für Familien tun können. Der Themenkomplex Arbeitswelt und Familie sei daher auch ein ganz entscheidender für Bayreuth. Denn: "Familien sind auch ein Wirtschaftsfaktor von hoher Bedeutung", so das Credo von Goos-Wille.

Mit seinem Bündnis für Familien befindet sich Bayreuth in bester Gesellschaft: Rund 180 solcher Plattformen sind inzwischen deutschlandweit entstanden und haben immer das gleiche Ziel vor Augen: Ganz konkrete Fortschritte für Familien zu erreichen, ohne neue bürokratische Strukturen aufzubauen. "Wir suchen die jeweils passgenaue Lösung für jede Stadt", so Goos-Wille, deren ministerielles Servicebüro bundesweit die Kommunen berät und unterstützt.

Mit insgesamt acht Arbeitskreisen startet das neue Bayreuther Bündnis nun in die konkrete Arbeit. Die Themenfelder sind weit gespannt. Sie reichen von Fragen der Bildung, der Arbeitswelt, des Wohnens und des Verkehrs über spezifische Problemstellungen für Alleinerziehende oder Familien mit behinderten Angehörigen bis hin zur schulischen Aus- und Fortbildung. Eingebunden sind so gut wie alle relevanten öffentlichen Einrichtungen, gesellschaftlichen Gruppen, Verbände und Initiativen, die Bayreuth zu bieten hat - von der Agentur für Arbeit bis zur Universität, von den Jugend- und Wohlfahrtsverbänden bis zu den Kammern und Wirtschaftsorganisationen, von den Stadtratsfraktionen über die Kirchen bis hin zu den Referaten und Dienststellen der Stadtverwaltung. Und im Vordergrund soll dabei immer eins stehen: "Wir brauchen ein kinderfeundliches Klima in unserer Gesellschaft", appelierte Sozialreferent Dr. Gerhard Böhner. "Familien gehören in den Fokus unserer Betrachtungen!"